Diana Dreeßen: Mach dich unbeliebt und glücklich

Diana Dreeßen fasst ihre besten Tipps zusammen

Diana Dreeßen: Mach dich unbeliebt

»Mach dich unbeliebt und glücklich« – schließt sich das nicht gegenseitig aus? Diese Frage wird mir immer wieder gestellt, aber ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung versichern: Nein, überhaupt nicht. Und ich erkläre Ihnen auch gern, warum das so ist.

Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor:

In Ihrer Firma gelten Sie als engagierte, kompetente und immer hilfsbereite Kollegin. Als eine, die nie Nein sagt, wenn man Sie um etwas bittet – selbst dann nicht, wenn das, was Sie tun sollen, nur am Rande mit Ihrem eigentlichen Aufgabengebiet zu tun hat. Wie praktisch! Natürlich ist Ihnen klar, dass Sie schon längst eine Grenze hätten ziehen müssen. Oft genug fühlen Sie sich ausgenutzt. Aber was würden dann die anderen von Ihnen denken? Bestimmt wären Sie Ihren guten Ruf los. Und das schöne, harmonische Betriebsklima wäre auch dahin. Also machen Sie lieber weiter wie bisher – und ärgern sich auch weiter über sich selbst. Andere Möglichkeit: Sie beschließen, endlich einmal an sich selbst zu denken und das eingefahrene Muster zu durchbrechen. Keine Angst, niemand zwingt Sie, bei der nächsten Bitte, die an Sie herangetragen wird, wütend auf den Tisch zu hauen. Es genügt völlig, wenn Sie freundlich, aber bestimmt Ihre Position vertreten. Ob Sie sich damit wirklich unbeliebt machen? Vielleicht für kurze Zeit. Vielleicht auch nicht. In jedem Fall aber machen Sie sich glücklich, das steht fest.

Gut, das hätten wir also geklärt. Und nun verrate ich Ihnen, wie Sie Schritt für Schritt lernen können, sich all das anzueignen, was Sie brauchen, um es aushalten zu können, einmal unbeliebt zu sein – wie Sie es schaffen, Ihr Selbstbewusstsein ein wenig aufzupolieren, Bescheidenheit nicht nur als Zier zu betrachten, unnötige Ängste über Bord zu werfen, auch zu unbequemen Meinungen zu stehen, berechtigte Kritik zu üben, Ihr Durchsetzungsvermögen zu stärken, klare Ziele ins Auge zu fassen und zu verfolgen, kurz: das Steuerrad Ihres Lebens in die eigenen Hände zu nehmen. Los geht’s!

Als Erstes richten Sie sich Ihren Kompetenzraum ein. Noch nie davon gehört? Kein Wunder, es ist ein Raum in Ihrem Inneren, ein Ort der Stärke, den Sie immer mit dabeihaben und der Ihnen jederzeit offensteht. Und das Tollste: Nichts von dem, womit Sie ihn möblieren wollen, müssen Sie neu kaufen. Sie haben nämlich schon alles – versteckt und verstaubt in vielen mentalen Abstellkammern. Von dort holen Sie es vor und stellen es schön sichtbar auf.

Ein Schreibtisch macht den Anfang; die zehn Schubladen auf jeder Seite füllen Sie mit Ihren Fähigkeiten und Talenten (ich helfe Ihnen dabei, sie ausfindig zu machen). An der Wand gegenüber bringen Sie ein Regal an. Darauf platzieren Sie quasi als Pokale alle Erfolgserlebnisse, an die Sie sich erinnern können (bald wird es funkeln im Raum!). Und nun stellen Sie ein hübsches Sofa auf – für die Menschen in Ihrem Leben, auf die Sie zählen können. Wer schätzt und liebt Sie genau so, wie Sie sind? Laden Sie vier oder fünf Ihrer größten Fans ein, es sich bequem zu machen. Sie werden Ihnen aufmunternd zulächeln, wenn Sie verzagt oder mutlos sind. Jetzt sind die Wände dran. Hängen Sie Bilder auf, die Sie in Ihren Träumen selbst »gemalt« haben. Nur zu! Sie haben jede Menge Platz, um Ihre Wünsche farbenfroh zu visualisieren. Und an die Decke kommt ein großer Kronleuchter. Jede Kerze, jede Glühbirne daran steht für eines Ihrer Ideale. Ins rechte Licht gerückt erstrahlen sie nun so unübersehbar, dass es Ihnen leichtfallen wird, für sie zu kämpfen. Was nun noch fehlt, ist ein schön gerahmtes Foto, vielleicht das schönste, das je von Ihnen gemacht wurde. Es wird ab jetzt auf dem Schreibtisch stehen und Ihnen die Botschaft übermitteln: »Das bin ich und das ist gut so.«

So, das wäre geschafft. In einem nächsten Schritt zeige ich Ihnen, wie Sie sich von altem Ballast trennen. Schließlich sollen alle Einrichtungsgegenstände Ihres Kompetenzraums durch nichts Unnötiges behindert werden. Außerdem zeige ich Ihnen … Aber lesen Sie doch einfach selbst. Lesen Sie sich doch einfach – glücklich!

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihre

Diana Dreeßen

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.