»Ein Hemingway ohne Gepolter, ein Fitzgerald ohne Firlefanz, ein Faulkner ohne Pomp.«

Der späte Ruhm eines Meisters der Klassischen Moderne

Wiederentdeckung John Williams»John ist fast dafür berühmt, dass er nicht berühmt ist (…) Er ist ein Hemingway ohne Gepolter, ein Fitzgerald ohne Firlefanz, ein Faulkner ohne Pomp«, so zitiert Alan Prendergast John Williams‘ Mentor Dan Wakefield in einem Artikel über den posthumen Ruhm des Autors. Und in der Tat, der Ruhm kam spät … aber dafür umso gewaltiger.

Bis zu seiner Wiederentdeckung 2006 in den USA war John Williams einer der großen vergessenen Autoren der Weltliteratur. Nur wenige Literaturliebhaber und Schriftsteller wiesen immer wieder auf seinen außerordentlichen Rang hin, erwarben noch übrige Exemplare seines Werks antiquarisch, verschenkten sie im Dutzend. Der Erfolg kam zunächst in den USA, als Edwin Frank der Chef-Lektor der New York Books Classics den lange vergriffenen Roman ›Stoner‹ wiederentdeckte: ›Stoner‹ entwickelte sich zu einem internationalen Bestseller, begeisterte Kritik und Leser gleichermaßen, wurde weltweit über eine Million mal verkauft und ebnete den Weg für die Wiederentdeckung des restlichen Werks.
Als Williams seine drei wichtigsten Romane zu Lebzeiten veröffentlichte, war ihm diese Beachtung nicht vergönnt. Alle drei verkauften sich schlecht und waren schon bald nicht mehr verfügbar – und das, obwohl er für ›Augustus‹ den National Book Award erhielt.

Die Romane könnten auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein: Nach dem Campusroman ›Stoner‹ und dem  oft als erster Anti-Western bezeichneten ›Butcher’s Crossing‹ widmete sich Williams in seinem letzten vollendeten und jetzt erstmals auf deutsch erschienenen Roman ›Augustus‹ dem mächtigsten Mann des Römischen Reiches.

Doch es ist zum einen Williams‘ unverkennbarer, klarer Stil, der seine Romane verbindet: »Er schrieb ohne ein falsches Wort. Ohne Ego, aber überhaupt nicht unpersönlich.« (Joanne Greenberg) Und zum anderen – bei aller Verschiedenheit des äußeren Settings – dieselbe Frage, die alle drei Romane in ihrer Essenz stellen: Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Im Spannungsfeld von Macht und Vergänglichkeit, Wunsch und Verantwortung, Freundschaft und Feindschaft. Für Williams keine Frage von Ort und Zeit: »Die Größenordnung ist jeweils eine andere – doch die Mechanismen sind die gleichen« – ob auf dem Campus, im Wilden Westen oder im Römischen Reich.

Erfahren Sie mehr in Alan Prendergasts Artikel über den posthumen Ruhm John Williams.

 

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