Werden Sie zum Gehirnflüsterer – Teil II

»Neugeborene und Säuglinge sind Beeinflussungsmaschinen, anders kann man das nicht nennen«, sagt Kevin Dutton. »Ihre Fähigkeit, anderen ihren Willen aufzuzwingen, ist konkurrenzlos. Ein Baby ist ein Künstler im Einsatz der Techniken sozialer Beeinflussung.«

Dutton zufolge sind es drei unwiderstehliche Schlüsselreize, die es Säuglingen ermöglichen, ihre frühkindlichen Bedürfnisse durchzusetzen:

– die Fähigkeit, sich akustisch unüberhörbar bemerkbar zu machen,

– eine unübertreffbare Niedlichkeit und

– die hypnotische Fähigkeit zum Blickkontakt.

Diese bündeln sich zu einem »Laserstrahl der Beeinflussung«, wie er in seinem Buch ›Gehirnflüsterer‹ schreibt: »Präziser kann Überzeugung nicht wirken.« Er betont, dass Niedlichkeit »später im Leben auch noch hilfreich sein kann, wenn man sie lange genug aufrechterhalten kann.« So orientieren sich beispielsweise Frauen, die ihre Augen groß und dunkel schminken, am sogenannten Kindchenschema – und setzen dieses gezielt für die Durchsetzung ihres Willens ein.

 

Kevin Dutton über die Magie des Blickkontakts

Auch der englische Schauspieler Michael Caine konzentrierte sich zu Beginn seiner Karriere auf die Macht der Augen. Er hatte die Überzeugungskraft von Blicken entdeckt und trainierte es sich an, so wenig wie möglich zu blinzeln. »Caine ging intuitiv davon aus, dass die Menschen es lieben, wenn man ihnen Aufmerksamkeit schenkt«, erklärt Kevin Dutton. »Und je weniger er blinzelte, desto mehr würden sie denken, er fände sie attraktiv. Und umgekehrt natürlich. Sie fänden ihn attraktiv.« Verschiedene Studien belegen, dass der Schauspieler mit dieser Technik goldrichtig lag. So kann ein Redner seine Autorität im Zweiergespräch oder auch bei einer Präsentation deutlich steigern, wenn er den Blickkontakt mit den Zuhörern intensiviert. Der Anteil, mit dem die Augen in einem Gespräch zur Übermittlung von Botschaften beitragen können, beträgt laut Dutton über 50 Prozent. 38 Prozent kommen auf nonverbal Gehörtes wie Stimmlage, Verständlichkeit oder Lautstärke und lediglich sieben Prozent auf den tatsächlichen Inhalt.

 

Nutzen Sie die biologische Basis für Beeinflussung!

Offensichtlich existiert eine biologische Basis für Beeinflussung. Wie Sie sich diese geschickt zunutze machen, erklärt Kevin Dutton im ›Gehirnflüsterer‹.

Tina Rausch, freie Journalistin

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