Im Gespräch: Philip Sington

Autor von ›Das Einstein-Mädchen‹

Philip Sington

Philip Sington auf Lesereise in Deutschland

Ein Wochenende lang begleite ich Philip Sington bei seiner Lesereise in Deutschland. Ich kann nur hoffen, dass er so aussieht wie es sein Foto verspricht, ansonsten gestaltet sich die einseitige Erkennung am Flughafen schwierig. Ich habe Glück, Philip Sington sieht aus wie versprochen. Obwohl ich seinen Kopf nicht in solch überragender Höhe erwartet hätte: Der Autor ist überraschend groß, besonders für einen Engländer.
Es ist ein strahlend schöner Herbsttag, vielleicht einer der letzen und so setzen wir uns in ein Bistro in der Fußgängerzone. Philip Sington ist kein Vertreter von britischer Zurückhaltung: Unbefangen erzählt er von seinem Leben in London mit seiner deutschen Frau und seinem kleinen Sohn, von dem Bildungssystem in Großbritannien, der Rolle der Kirche und seiner Mutter, die einst beim britischen Geheimdienst tätig war. Schnell wird klar, der Autor hat viel zu erzählen, nicht nur in seinen Romanen…

Philip Sington kam, wie viele seiner Kollegen über den Journalismus zum Schreiben. Neun Jahre lang arbeitete er als Journalist und Magazinherausgeber, bevor er seine Festanstellung, den Beruf im Umfeld der Kollegen, aufgab und den Schritt in die Ungewissheit des freien Schriftstellers wagte – eine große Umstellung in vielerlei Hinsicht, wie er erzählt (hören). Bis heute hat Philip Sington zahlreiche Bücher geschrieben, teils mit einem Schriftstellerkollegen unter Pseudonym.
Als wir über die oft gestellte Frage sprechen, warum ein Autor schreibt, erklärt er, dass diese Frage nicht leicht zu beantworten sei. Das Schreiben sei ihm ein tiefes Bedürfnis, vielleicht sogar eine Notwendigkeit. Eine von der Sorte, die sich nicht künstlich aufdrängt, sondern die vielmehr einfach vorhanden ist und der man nachgeben muss ohne weiter darüber nachzudenken – vergleichbar mit dem Träumen. Sicherlich, so gesteht er ein, ist auch ein bisschen Eitelkeit dabei, der Wunsch, etwas zu schaffen, das von Dauer ist. Anders als das Schreiben für Zeitungen und Magazine, bei dem mit jeder neuen Ausgabe, das vorhergehende nichtig erscheint.

Das Einstein-Mädchen

Philip Sington: Das Einstein-Mädchen, dtv premium

Mit ›Das Einstein-Mädchen‹ hat Philip Sington einen Roman geschrieben, der viele Facetten hat: Thriller, historischer Roman, Liebesgeschichte, wissenschaftliche Abhandlung und Biografisches von Albert Einstein. Es waren die Ungereimtheiten im Leben von Einstein bzw. die Vertuschungsversuche seitens seiner Angehörigen, die die Kernidee für den Roman darstellten (hören).
Aber auch die Person hinter dem Genie interessierte Philip Sington. Die Diskrepanz zwischen seinen wissenschaftlichen Entdeckungen und deren anschließende Negierung. Der Autor fokussierte hierbei vor allem darauf, wie sehr Albert Einstein sein Privatleben und insbesondere seine persönlichen Beziehungen seiner Arbeit unterwarf und letztlich daran scheitern musste (hören).

Aus diesen Grundelementen spinnt Philip Sington in ›Das Einstein-Mädchen‹ eine Geschichte um die Familie Albert Einsteins, das Berlin im Jahr 1932 und die zarte Liebe zwischen einer Patientin mit Gedächtnisverlust und ihrem Arzt. Dabei wandelt er stets auf einem klug gewählten Pfad zwischen Fakt und Fiktion, dessen Ziel dem Leser bis zuletzt Überraschungen bietet.

 

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Marianne Bohl, dtv-Redaktion

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