J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit

So kam der Klassiker nach Deutschland

›Der kleine Hobbit‹ wird entdeckt

1937 erscheint ›The Hobbit‹ in England. Es ist eine fast märchenhafte Geschichte, wie ›Der kleine Hobbit‹, das berühmte Kinderbuch von J.R.R. Tolkien, zu seiner ersten und maßgeblichen Übersetzung kam. Es war Anfang der 50er-Jahre bei einem Pfadfindertreffen in Niedersachsen.

Der in England geborene Künstler Horus Engels las abends am Feuer einige Passagen frei übersetzend aus ›The Hobbit‹ vor. Ebenso gebannt wie alle anderen, lauschte auch der Schriftsteller und Lektor Walter Scherf (1920 – 2010) den abenteuerlichen Geschichten von ›The Hobbit‹.
Horus Engels sagte anschließend zu ihm: »Den Hobbit, den mußt Du übersetzen.« Und noch ehe es sich versah, wurde der Kontakt zu J.R.R. Tolkien und seinen Verlegern Allan & Unwin in Großbritannien hergestellt und Walter Scherf machte sich auf die Reise.

Walter Scherf besucht die Väter des kleinen Hobbit in Großbritannien

Der Zweite Weltkrieg war erst einige Jahre vorüber und so wurde von den Verlegern in London intensiv geprüft, ob Walter Scherf als Deutscher frei jeder Naziideologie und somit würdig war, ›The Hobbit‹ nach Deutschland zu holen.
In diesem Rahmen nahm ihn der Verleger Sir Stanley Unwin auch mehrmals mit in seinen vornehmen Londoner Club, wodurch Walter Scherf automatisch Mitglied wurde und Zugang zur britischen High Society bekam. Mit dem Verleger George Allen verbrachte Scherf ein Wochenende in dessen Landhaus, wo sie Billard spielten, lange Spaziergänge unternahmen und sich anfreundeten. Und schließlich rückte das Ziel der Reise immer näher: Ein Treffen mit J.R.R. Tolkien.

›Der kleine Hobbit‹ kommt nach Deutschland

Als Walter Scherf Großbritannien wieder verließ, um sich in die Heimat aufzumachen, hatte er den Zuspruch aller und den Übersetzervertrag in der Tasche. ›The Hobbit‹ kam nach Deutschland.

Noch während er den Hobbit übersetzte wurde er im April 1957 als Direktor der Internationalen Jugendbibliothek in München berufen. In seine Orginaltext-Vorlage von 1956 notierte sich Walter Scherf den Abschluss seiner Übersetzungsarbeit: So 30.6.57; abgeschickt 16.7.57.

Noch im gleichen Jahr erschien im Paulus Verlag Recklinghausen, wo Walter Scherf zuvor als Lektor gearbeitet hatte, die erste deutschsprachige Ausgabe unter dem Titel: ›Kleiner Hobbit und der große Zauberer‹ von J.R.R. Tolkien, mit Illustrationen von Horus Engels. Der auf dem Cover illustrierte Zauberer Gandalf trägt deutliche Züge von Walter Scherf – eine Hommage an den Übersetzer und Lektor.

›Der kleine Hobbit‹ wird zum Klassiker

Zum Klassiker aber wurde das berühmte Buch in Walter Scherfs Übersetzung, als es im November 1974 zum ersten Mal bei dtv im Taschenbuch unter dem Titel: ›Der kleine Hobbit‹ erschien.

Mit 3.000.000 verkauften Exemplaren wurde die klassische Erstübersetzung ins Deutsche zu einem der beliebtesten Fantasy-Bücher für Kinder und Erwachsene.

›Der kleine Hobbit‹ bei dtv:

J.R.R. Tolkien
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Der kleine HobbitVeredelte Mini-Ausgabe
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Der kleine Hobbit

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