Henning Mankell und sein Engagement in Afrika

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Gewalt und Rassismus entstehen durch Perspektivlosigkeit, ökonomische und seelische Not – durch die Umstände, unter denen Menschen leben. Der Wunsch vieler Menschen, diese Umstände zu verbessern, setzt nicht nur guten Willen voraus, sondern der gute Wille muss auch von Vernunft und Respekt begleitet sein. Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sind die Voraussetzungen, Lebensverhältnisse zu ändern. Wirklich helfen kann man aber nur unter Einbeziehung jener, denen man helfen will.

Henning Mankell kam zum ersten Mal 1973 nach Afrika – im selben Jahr, als sein erstes Buch erschien. Seither verbringt er einen großen Teil seiner Zeit auf dem afrikanischen Kontinent. Nachdem er lange in Zambia und anderen afrikanischen Staaten gelebt hatte, wurde ihm 1986 die Leitung des Teatro Avenida in Mosambiks Hauptstadt Maputo angeboten. Sechs Monate des Jahres verbringt er seither dort mit der Arbeit am Theater und an seinen Büchern. Durch das Leben und Arbeiten auf zwei Kontinenten haben sich dem Schriftsteller viele neue Perspektiven auf Afrika und auf Europa eröffnet.

Seit der ›Chronist der Winde‹ im Jahr 1995 in Schweden erschien (2000 dann in Deutschland), hat sich die Welt stark verändert. Lampedusa ist zum Menetekel für den globalen Nord-Süd-Konflikt geworden, auf dem afrikanischen Kontinent herrschen in vielen Regionen Bürgerkriege, Epidemien und Naturkatastrophen. Henning Mankells Afrika-Bücher nehmen den Leser mit in ein Afrika jenseits aller Romantik, aber auch jenseits einer rein geo-politischen Betrachtungsweise. Henning Mankells Bücher zeigen ein vielschichtiges Afrika: das Afrika der Armut und des Elends, das historische und das moderne Afrika, das traditionelle Afrika mit seinen Mythen und Legenden – vor allem aber das Afrika seiner Bewohner. Mankells Bücher erzählen viel von der Würde des Einzelnen und der Völker, von Lebenslust und Lebensklugheit, von Resignation und Aufbruch.

Der ›Chronist der Winde‹ hat in zwanzig Jahren nichts von seiner Wahrhaftigkeit eingebüßt, genauso wenig wie ›Die rote Antilope‹, ›Das Auge des Leoparden‹ und die anderen Titel – alle zusammen erhellen sie schlaglichtartig ein großes, facettenreiches Gemälde vom Dunklen Kontinent. In ihrer Verschiedenheit ergeben sie ein Afrikabild, das sich speist aus den alltäglichen Eindrücken und Erlebnissen des Schriftstellers, aber auch aus Hoffnungen, Ängsten und Träumen, die universell sind. Daher entsteht in den Afrika-Büchern von Henning Mankell ein überzeitliches Bild vom Menschen und den Bedingungen seiner Existenz.

Henning Mankell
Die flüsternden Seelen
Henning Mankell
Die rote Antilope
Henning Mankell
Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt
Henning Mankell
Tea-Bag

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