Marie-Luise von der Leyen/ Max Mannheimer: Drei Leben

Ein bewegtes Leben


Max Mannheimer ist einer der letzten Zeitzeugen des Holocausts. In Auschwitz verliert er fast seine gesamte Familie. Er selbst und einer seiner drei Brüder überleben insgesamt drei Konzentrationslager: Auschwitz, Warschau und Dachau.
In ›Drei Leben‹ beschreibt Max Mannheimer zum ersten Mal die ganze Geschichte seines bewegten Lebens: Die Zeit vor den Nazis, den Holocaust und sein Leben nach der Befreiung 1945.

Max Mannheimer wird 1920 als ältester Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren. Die Jugend in Neutitschein, am Fuß der Beskiden ist unbeschwert. Doch die Zeiten ändern sich und damit das Leben der Familie Mannheimer: Mitte der 1930er-Jahre werden erste Zeichen eines politischen Wandels spürbar, 1938 marschiert die Wehrmacht in Neutitschein ein. Ein Jahr später müssen sich die Mannheimers, wie viele andere Juden auch, ein neues Zuhause suchen. Der Alltag der Familie ist von Einschränkungen und Schikanen bestimmt. Trotzdem ist Max Mannheimer damals noch optimistisch, wie er sich in ›Drei Leben‹ erinnert:

»Wenn man jung ist, ist der Tod unvorstellbar. Dass unsere Träume an der Rampe von Ausschwitz enden würden, konnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen.«

1943 erfolgt die Deportation nach Auschwitz-Birkenau. Hier sieht der 23-Jährige seine Eltern, seine Schwester und seine Ehefrau zum letzten Mal, zwei seiner Brüder werden kurz darauf ermordet. Nur sein jüngster Bruder und er überleben dieses sowie zwei weitere Konzentrationslager: Warschau und Dachau. Nach der Befreiung durch die Amerikaner im April 1945 kehrt Max Mannheimer in seine alte Heimat zurück und beschließt, nie mehr deutschen Boden zu betreten. Dennoch beginnt im Land der Täter sein drittes Leben.

Max Mannheimer gründet eine Familie und versucht die traumatischen Erinnerungen an die Nazizeit und die Konzentrationslager zu verdrängen. Doch immer wieder wird er von ihnen eingeholt. Schließlich ist Max Mannheimer bereit zu akzeptieren, dass der Holocaust für immer Teil seiner Identität bleiben wird. Er sucht das Gespräch, vor allem mit Jugendlichen und hält zahlreiche Vorträge in Schulen. Seine Berichte erzählen von großen Grausamkeiten und menschenverachtenden Verbrechen. Dennoch ist Max Mannheimer frei von Hass und getragen von einem unerschütterlichen Optimismus und Humor. Vielleicht ist das das Besondere an seiner Erzählweise: Er klagt nicht an, sondern klärt auf:

»Ich erkläre ihnen, dass sie nicht die Verantwortung dafür tragen, was geschehen ist, wohl aber dafür, dass es nicht wieder geschieht.«

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