Rita Falk: Grießnockerlaffäre

Ein neuer Fall für den Eberhofer Franz aus Niederkaltenkirchen

Auf den vierten Provinzkrimi von Rita Falk, ›Grießnockerlaffäre‹ hatte ich mich schon besonders gefreut. Denn nach den Bestsellern ›Winterkartoffelknödel‹, ›Dampfnudelblues‹ und ›Schweinskopf al dente‹ wurde es höchste Zeit für Neues aus Niederkaltenkirchen.
Aber muss es denn gleich so was Neues sein?

»Die Beerdigung von der Oma ist an einem Donnerstag. Es ist nieselig und grau, und wir stehen bis zu den Knöcheln im Friedhofs-Baz. Trotzdem ist beinah die ganze Gemeinde gekommen. Aber sie war halt äußerst beliebt, die Oma, das muss man schon sagen.«

›Herrschaftszeiten, jetzt lässt die Rita Falk die Oma sterben!‹, denke ich mir und kann mich zum Glück ein paar Seiten weiter schon wieder beruhigen. Denn Gott sei Dank gibt es nicht nur eine Oma in Niederkaltenkirchen.

Und so hat es Rita Falk mal wieder bewiesen: Leid und Freud liegen eng beieinander. Und weil’s so schön ist, macht sie damit gleich weiter. Denn während sich Franz Eberhofers Kollege Karl aus der Polizeiinspektion in Landshut noch über seine Hochzeit freut, leidet sein Vorgesetzer Barschl ganz fürchterlich: er wird nämlich ermordet.

Und schon steckt der Eberhofer Franz  mitten in seinem vierten Fall, der ›Grießnockerlaffäre‹. Und das mehr als ihm lieb ist, denn der Dorfpolizist aus Niederkaltenkirchen ist diesmal nicht nur in der Funktion des Ermittlers, sondern auch der des einzig Tatverdächtigen.

»Da stehen also diese sechs Hanswursten vom SEK in unserem Hof, bewaffnet bis an die Zähne, und wollen mich abführen. »Seid’s ihr alle narrisch worden?«, schreit die Oma aus Leibeskräften und schwingt den Besen. »Lasst’s gefälligst meinen Buben in Ruh!« Wie ich rauskomm, steht die Oma handgeschellt vor mir und schimpft wie ein Rohrspatz.«

Beirren lässt sich der Franz dadurch natürlich nicht und weil die Kollegen mit ihren Ermittlungen mehr schlecht als recht vorankommen und der Franz der einzige Tatverdächtige bleibt, nimmt er die Sache selbst in die Hand.

Eigentlich ist ihm das auch ganz recht, denn zu Hause ist seit der Ankunft von Paul, dem ominösen Freund der Oma auch nur Stress angesagt. Ja, so viel sei verraten: In ›Grießnockerlaffäre‹ gibt Rita Falk einen Einblick in das Leben und die Gefühlswelt der Oma – fernab von bayerischen Köstlichkeiten und Schnäppchenjagden.

Aber auch ansonsten ist einiges geboten in Niederkaltenkirchen, denn die üblichen Verdächtigen wie der Simmerl, der Flötzinger und Eberhofers Dauergspusi Susi haben auch so ihre Problemchen und Bedürfnisse, in die der Franz mehr oder weniger involviert ist.

Ich wiederum bin ziemlich involviert in die ›Grießnockerlaffäre‹. Das merke ich spätestens, als ich die letzte Seite umblättere. Und weil ich das Ganze in einem Rutsch durchgelesen habe und die Oma permanent leckere Sachen gekocht hat, habe ich jetzt ziemlichen Hunger. Macht aber nix, denn Rita Falk verrät in jedem Provinzkrimi ja auch ein paar Rezepte aus dem Kochbuch ihrer Oma. Ich koche mir jetzt erst mal eine Grießnockerlsuppe. Auch wenn das laut Eberhofer Franz eigentlich nur was für Kinder oder Greise ist …

Marianne Bohl, dtv-Redaktion

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