Dora Heldt blickt zurück auf 10 Jahre als Autorin bei dtv

Über die erste Lesung, Lampenfieber und Bestsellerlisten

10 Jahre Dora Heldt

Auch die Bestsellerautorin Dora Heldt hat einmal klein angefangen. Im Interview hat sie uns erzählt, wie damals alles begann und was sie in den letzten 10 Jahren als Autorin erlebt hat.

Wie war Ihre erste Lesung?

Sie fand im April 2008 auf Norderney in der wunderbaren »Milchbar« statt. Meine Eltern waren von Sylt angereist, meine Geschwister aus Hamburg, eine Freundin und ihr Vater aus Norden, meine Lektorin und meine Werbeleitung aus München, dazu war das Lokal knallvoll. Ich hatte ein Jahr lang mit einem Sprachcoach geübt und war sehr entspannt, bei den Mitgereisten lagen die Nerven blank. Meine Mutter hatte Bluthochdruck, meinem Bruder war übel, meine Lektorin ließ mich nicht aus den Augen, weil sie befürchtete, ich würde vor lauter Lampenfieber ohnmächtig und meine Schwester rannte mit ihrer Kamera durch die Gegend. Ich fand die Lesung super. Und war eigentlich ganz ruhig. Weil das ganze Publikum mich freundlich ansah.

Wie war Ihre erste Vertreterreise mit Vorstellung des eigenen Buches?

Das war furchtbar. Ich mochte überhaupt nichts zu dem Buch sagen, habe immer nur ausdruckslos meine Einkäufer angesehen und gehofft, dass sie nichts fragen. Und erst wieder geatmet, wenn die Vorschauseite umgeblättert wurde.

Haben Sie ein persönliches Lieblingsbuch bzw. gibt es von Ihnen ein Buch mit einer besonderen Geschichte?

Eigentlich ist immer das letzte Buch das, was ich für das Beste halte. Das geht wahrscheinlich auch nicht anders, sonst würde ich etwas falsch machen. Vielleicht ist es ›Urlaub mit Papa‹, weil ich beim Schreiben tatsächlich immer meinen Vater im Kopf hatte. Das war schon schön.

Was war Ihr denkwürdigster oder peinlichster Moment als Autorin in 10 Jahren?

Peinlich war zum Glück bis jetzt keiner. Und denkwürdig viele. Das erste Buch gedruckt zu sehen, war sicherlich ein Besonderer. Die erste Lesung auch. Und dann gab es einige Begegnungen mit Lesern, die mir erzählt haben, in welchen Lebenssituationen sie die Bücher gelesen haben, dabei sehr offen und privat waren, das hat mich oft sehr berührt.

Wieso haben Sie sich damals für ein Pseudonym entschieden?

Weil ich nicht wollte, dass der dtv, für den ich damals schon über zwanzig Jahre gearbeitet hatte, das Buch macht, nur weil ich zum Haus gehöre. Das hätten sie getan, weil es ein freundlicher Verlag ist. Und unter dem Pseudonym wussten sie nicht, dass ich Dora Heldt bin. Und konnten sich so frei entscheiden. Haben sie dann zum Glück auch.

Was war Ihr schönstes Fan-Feedback?

»Seit ich ›Urlaub mit Papa‹ gelesen habe, rege ich mich überhaupt nicht mehr über meinen Vater auf. Der ist nämlich genauso wie Heinz, also eigentlich ganz komisch. Danke.«

Wie war es, als Sie das erste Mal auf der Bestseller-Liste standen?

Die Antwort ist kurz: Irre!

Wieso erscheint demnächst mit ›Böse Leute‹ Ihr erster Krimi?

Weil ich Lust hatte, mal eine etwas andere Arbeitsart zu versuchen. Bei einer Spannungshandlung muss man mehr vorarbeiten, mehr auf die Fäden achten, sich mehr konzentrieren. Und weil ich selbst gern Krimis lese. Obwohl die ›Bösen Leute‹ kein schlafraubender Psychothriller sein will, sondern mehr so eine gemütliche Krimikomödie. Aber mit Verbrechen. Und Polizei.

Sind Sie bei Erscheinen von neuen Büchern immer noch so aufgeregt, wie beim ersten Buch?

Aufgeregt ja. Vielleicht nicht mehr so hysterisch aufgeregt. Ich beiße mir nicht mehr auf die Fingerknöchel, bevor ich das Paket aufmache.

Auf welches Jubiläum freuen Sie sich als nächstes?

Der Verlag und ich werden in diesem Jahr 55. Das reicht doch wieder für einen netten Umtrunk.

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