Jess Jochimsen: Was sollen die Leute denken

Zum Hören und Lesen

Was haben die Wörter Hund, Hobby, Gartencenter, Psychater, Kellerwohnung, Günther Jauch, Kindergarten, Fernseher und Privatdetektiv gemeinsam?

Sie spielen alle eine nicht unerhebliche Rolle in ›Was sollen die Leute denken‹, dem neuen Buch von Jess Jochimsen. Und nachdem ein Stand-Up-Comedian bekanntlich nicht auf den Mund gefallen ist, erzählt Jess Jochimsen ganz kurz, um was es in ›Was sollen die Leute denken‹ geht.

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Günther Jauch als Gott? Interessanter Gedanke. Allerdings ist Günther Jauch bei Ihnen nur sehr bedingt der »liebe Gott«, denn ganz so gut kommt der Lieblingsshowmaster der Deutschen bei Ihrem Erzähler ja nicht weg: Er lässt seinen Kandidaten den Herzenswunsch, ein Holzpferd vom Flohmarkt, vor der Nase wegkaufen und könnte bei der Anmeldung von Eigenbedarf, Potsdam in eine Geisterstadt verwandeln. Haben Sie ein Problem mit Günther Jauch?

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Lassen wir Günther Jauch einmal Günther Jauch sein und kommen zu dem Protagonisten von ›Was sollen die Leute denken‹. Er fühlt sich wohl in seiner Kellerwohnung, hasst Gartencenter, findet, sein Kind sollte sich keinen Hund, sondern ein Hobby zulegen und lässt sich selbst von einem Privatdetektiv observieren.
Während seines Monologes stellt Ihr Erzähler schockiert fest: »Ich bin ein Selbstdarstellungsbeamter. Mein Gewissen ist ein Blockwart. Ich verhalte mich so, wie es von mir erwartet wird. Schlimmer noch: Ich verhalte mich so, dass andere denjenigen in mir sehen, der ich gerne wär.« Was ist das Besondere an ihrem Erzähler?

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Einer dieser Momente ist sicherlich der, an dem der Erzähler aus Wut den Fernseher aus seinem Fenster schmeißen will – ein Unterfangen mit Hindernissen …

»Blind vor Wut, in einer wirklichen Raserei hab ich den Fernseher gepackt und bin los – aber bis zum Fenster bin ich gar nicht gekommen, weil der noch verkabelt war, der Fernseher, und die haben extrem gut gehalten, die Kabel, die hatten so eine Sicherheitsverschraubung und ließen sich nicht so einfach aus ihren Buchsen reißen. Es war, als ob die nicht nur den Fernseher, sondern auch mich zurückhalten wollten: »Überleg’s dir noch mal, mein Freund! Was sollen die Leute denken?« Aber das hat mich nur umso wütender gemacht. »So redet ihr nicht mit mir, Kabel, so nicht! Ihr seid nutzlose Verbindungen zu einer Welt, die ich im Begriff bin, hinter mir zu lassen.«

Wie man sieht, verfolgt die Frage ›Was sollen die Leute denken‹ Ihren Erzähler in den absurdesten Momenten. Warum stellen Sie diese Frage und was bedeutet Sie für Sie?

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Hand aufs Herz: Wie viel von Ihren eigenen Gedanken, Eigenschaften und Eigenheiten steckt in Ihrem Protagonisten?

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 Das Interview führte Marianne Bohl, dtv 

Ein Kommentar zu “Jess Jochimsen: Was sollen die Leute denken

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