Sally Koslow

Autorin von ›Freundinnen wie diese‹

Nach dem Bestseller ›Ich, Molly Marx, kürzlich verstorben‹ erscheint mit ›Freundinnen wie diese‹ jetzt der zweite Roman der US-amerikanischen Autorin Sally Koslow.
Im Interview spricht Sally Koslow über Freundschaft, ihre Lieblingsplätze in New York und ihre Verbindung zu Deutschland.

1) Was hat Sie dazu inspiriert, ›Freundinnen wie diese‹ zu schreiben?

Einer der Vorfälle in ›Freundinnen wie diese‹ ist mir selbst passiert und das hat mich nachdenklich gestimmt, wie schwierig Freundschaft eigentlich ist. Das Leben einer Frau ist  heutzutage so kompliziert, wie nie zuvor. Beziehungen  gehen nur allzu leicht wegen Geld oder arbeitsbedingtem Druck in die Brüche. Kein Freundschaft in dem Buch zerbricht wegen eines Mannes – es sind andere, zeitgemäßere  Probleme, die ihnen zusetzen.

2) Was bedeutet Freundschaft für Sie?

»I get by with a little help from my friends«, Danke, Beatles. Ohne Freunde wäre das Leben kein großer Spaß. Meine Freunde sind genauso mein ›Support-System‹ wie meine Erholung. Ich schätze mich glücklich, einen großen Kreis von klugen, lieben und oftmals lustigen Frauen zu haben, die ich meine Freundinnen nennen kann. 

3) Wo hört die Freundschaft für Sie auf?

Für mich hört die Freundschaft auf, wenn ich das Gefühl habe, für selbstverständlich genommen zu werden. Wenn mich jemand nicht zu schätzen weiß, heißt es für mich »Auf Wiedersehen«. Ich muss das Gefühl haben, wertgeschätzt zu werden. Und es hilft, wenn jemand meinen Humor mag. Oder mich zum Lachen bringt. 

4) Welcher Figur aus ›Freundinnen wie diese‹ fühlen Sie sich selbst am nächsten und warum?

Ich habe ein bisschen von mir in alle Charaktere gepackt: Mein Humor ist der von Jules und ich möchte gerne glauben, ich hätte ihren Einfallsreichtum. Wie Quincy, komme auch ich aus dem mittleren Westen der USA und teile ihre Distanziertheit. Aber auf beruflicher Ebene sind meine Talente denen von Talia am ähnlichsten. Ebenso wie Chloe meine ich, dass ich in schwierigen Situationen sehr belastbar sein kann. 

5) Wie finden Ihre besten Freundinnen Ihr Buch?

Meine Freundinnen möchten wissen, ob sie in das Buch und die Figuren eingeflossen sind. Hierzu sage ich aber nichts. 

6) Was gefällt Ihnen am besten an New York? Haben Sie einen Lieblingsort?

Den Central Park zu jeder Jahreszeit. Die bezaubernden, geschlängelten alten Straßen des Village; die Fith Avenue, wenn sie weihnachtlich dekoriert ist – besonders Bergdorf; das Metropolitan Museum – großartig und riesig; die Tatsache, dass die New Yorker überallhin zu Fuß laufen; Feilschen beim Shoppen; die Energie der Stadt; all die Touristen – man hört so viele Sprachen überall wo man hingeht; die Art von New Yorker Frauen, sich zu kleiden – mit viel Stil. Oh, und habe ich das Essen erwähnt? Wir essen sehr, sehr gut in New York. 

 7) Die Lebensgefährtin Ihres Sohnes ist Deutsche. Was assoziieren Sie mit Deutschland?

Die Lebensgefährtin meines Sohnes, Anne, ist mittlerweile meine Schwiegertochter. Ich Glückliche! Letzten Sommer habe ich Berlin besucht und so assoziiere ich Deutschland mit einer herzlichen Gastfreundschaft, faszinierenden Museen und freundlichen  Menschen, die oftmals meine Sprache – Englisch – sprechen, während ich leider nicht die ihre spreche. Wir Amerikaner sind in diesem Aspekt erbärmlich. Ich sehe Deutschland als ein Land, das eine wunderschöne, clevere, gebildete und freundliche junge Frau hervorgebracht hat, die mein Sohn wie verrückt liebt und ich mag es, wie modern dieses Land wirkt. Oh, und die Kunstszene in Berlin. 

8) Haben Sie feste Rituale beim Schreiben?

Ich entwerfe am besten früh am Morgen – nachdem ich es mit dem Lesen von E-Mails und der morgendliche Zeitung und mit Joggen zunächst aufgeschoben habe. Wenn ich einmal einen Entwurf meiner Arbeit niedergeschrieben habe, dann »tüftle« ich zu jeder Tageszeit. Ich beginne damit, das was ich am Vortag geschrieben habe, noch einmal zu lesen und zu schreiben. 

9) Wie fühlen Sie sich, wenn Sie ein Buch beendet haben?
Mein erster Impuls ist Erleichterung – Gott sei Dank ist ein riesiges Projekt vorbei – aber danach fühle ich mich ein bisschen leer. Aus diesem Grund versuche ich, sobald ein Buch beendet ist, mit einem neuen zu beginnen. Ich mag es, mitten in einem großen Projekt zu sein.

Das Interview führte Marianne Bohl, dtv

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