200. Geburtstag von Georg Büchner

Leben und Werk des Schriftstellers

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»Müßiggang ist aller Laster Anfang. Was die Leute nicht Alles aus Langeweile treiben! Sie studiren aus Langeweile, sie beten aus Langeweile, sie verlieben, verheirathen und vermehren sich aus Langeweile und sterben endlich aus Langeweile, und – und das ist der Humor davon – Alles mit den wichtigsten Gesichtern, ohne zu merken, warum, und meinen Gott weiß was dazu. «

Anlässlich seines 200. Geburtstages erinnern wir an Georg Büchner, dem zu Ehren Deutschlands wichtigster Literaturpreis, der Georg-Büchner-Preis, gestiftet wurde. Heute einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller, lebte Büchner ein kurzes, aber erfülltes Leben:

Er wurde am 17. Oktober 1813 als Sohn eines Arztes in Goddelau bei Darmstadt geboren. Dem Elternhaus angemessen, erhielt Georg Büchner eine gute Erziehung und Ausbildung.

Nachdem er sich zunächst den Naturwissenschaften zugewandt hatte, verfasste Büchner im Jahre 1834 zusammen mit dem Schulrektor und Pfarrer Friedrich Ludwig Weidig sein erstes Schriftstück, ›Der Hessische Landbote‹. Dabei handelt es sich um eine Flugschrift, die unter dem Motto »Friede den Hütten! Krieg den Palästen!« zum Massenaufstand aufrief. Dieser politische Aufruf blieb für Georg Büchner natürlich nicht ohne Folgen: Er wurde dadurch  bekannt und  musste, nachdem er steckbrieflich gesucht wurde, fliehen.

Dennoch verfolgte Georg Büchner seinen Weg als Schriftsteller weiter: In nur fünf Wochen verfasste er sein Drama ›Dantons Tod‹, gefolgt von der Erzählung ›Lenz‹, dem Lustspiel  ›Leonce und Lena‹ und dem Dramenfragment ›Woyzeck‹ − Neben diesen bekannten Werken schrieb Georg Büchner auch Briefe und andere Texte, die jedoch erst nach seinem Tod veröffentlicht wurden.

Der Stil Büchners ist ebenso vielseitig wie die Themen, die er in seinen Werken behandelt. Er schrieb Dramen, Briefe, Gedichte und Erzählungen. Seine Werke behandeln sowohl psychologische, als auch gesellschaftspolitische Themen: In ›Lenz‹ analysiert er das Verhaltens- und Denkmuster eines Dichters, der mehr und mehr von Wahnvorstellungen geplagt wird. Sein politisches Engagement zeigt sich im ›Hessischen Landboten‹ sowie  in ›Dantons Tod‹. Er hinterfragt hier die Verantwortung, die Danton und Robespierre als wichtigste Protagonisten der französischen Revolution tragen. Vielleicht durch das Schreiben angeregt, vielleicht aber auch nur Ergebnis seines, trotz der Flucht, erfüllten Lebens, entdeckte Georg Büchner wohl seine poetische Ader, als er  ›Leonce und Lena‹ schrieb. Hier beschäftigt sich Büchner mit der Dunkelheit, die stets hinter dem Licht wartet, auch wenn wir es oft nicht bemerken.

Heute wäre Georg Büchner, der 1837 im Alter von nur 23 Jahren an Typhus starb, 200 Jahre alt geworden. Was man auf keinen Fall vergessen sollte: Büchner war nicht nur ein erfolgreicher Schriftsteller. Zudem stand er auch kurz vor der Berufung zum Professor, nachdem er mit einer Untersuchung über das Nervensystem der Barben zum Dr. phil. promovierte.

Am besten kann man einen Menschen immer beschreiben, indem man ihn zitiert. Von Büchner gibt es viele Briefe, aus denen man seine persönliche Einstellung entnehmen kann. So schrieb er beispielsweise an seine Familie:

»Ich werde zwar immer meinen Grundsätzen gemäß handeln, habe aber in neuerer Zeit gelernt, daß nur das notwendige Bedürfnis der großen Masse Umänderungen herbeiführen kann, daß alles Bewegen und Schreien der Einzelnen vergebliches Torenwerk ist. Sie schreiben, man liest sie nicht; sie schreien, man hört sie nicht; sie handeln, man hilft ihnen nicht.« 

Pauline Nickel, Auszubildende bei dtv

Bücher über Georg Büchner

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Werke und Briefe

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