70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

70 Jahre Befreiung Auschwitz

Vor 70 Jahren befreiten sowjetische Truppen die im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz verbliebenen Häftlinge. Mindestens eine Million Menschen wurden hier seit der Errichtung des Lagers im Jahr 1940 von den Nationalsozialisten ermordet. Die Aufarbeitung der Greueltaten ist bis heute ein aktuelles Thema – die Erinnerungen von überlebenden Opfern und Tätern sind ein unverzichtbarer Teil dessen. Entdecken Sie Biografien zum Thema:

Überlebende berichten

Max Mannheimer wurde 1943 nach Theresienstadt und Auschwitz, 1944 nach Dachau deportiert. Nach der Befreiung kehrte er zunächst in seine alte Heimat zurück, ließ sich dann jedoch entgegen seinem festen Vorsatz zusammen mit seiner neuen Familie in Deutschland nieder. Seit vielen Jahren hält er in Vorträgen und Reden die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus wach. In ›Drei Leben‹ blickt Max Mannheimer auf sein bewegtes Leben zurück: Ein Blick zurück ohne Rache und Hass. Ein Blick nach vorn voll Güte, Humor und Optimismus.

Im Lager Auschwitz-Birkenau hat es tatsächlich ein Gefangenenorchester gegeben, das aus jungen Frauen aus Deutschland, Frankreich, Polen und anderen europäischen Ländern bestand. Einer eitlen Laune des Lagerkommandanten entsprungen, sollte es zur »Aufmunterung« der Häftlinge dienen wie zur Erbauung der Mörder. Die jüdische Musikstudentin Fania Fénelon aus Paris war eine von ihnen. Mit schlichter Anteilnahme beschreibt sie in dem autobiographischen Roman Das Mädchenorchester in Auschwitz‹ die Phasen der Erniedrigung bis hin zur Entmenschlichung und schildert den verzweifelten Kampf gegen die Todesangst und die Zerstörung ihrer Persönlichkeit.

Anja Tuckermann erzählt in dem Jugendbuch ›Denk nicht, wir bleiben hier!‹ die Lebensgeschichte von Hugo Höllenreiner. In langen Gesprächen mit der Autorin des Buches kamen Stück für Stück lang verschüttete Erinnerungen zurück – 1943 wird der neunjährige Hugo mit seinen Eltern, Großeltern, Geschwistern und vielen Verwandten deportiert. Er weiß nicht, wohin die Reise geht. Sie endet im »Zigeuner-Lager« in Auschwitz-Birkenau. Zwei Jahre verbringt Hugo in Lagern.

Fania Fénelon
Das Mädchenorchester in Auschwitz

Der Kommandant Rudolf Höß

Der Band ›Kommandant in Auschwitz‹ (herausgegeben von Martin Broszat) umfasst die autobiographischen Aufzeichnungen Rudolf Höß‘. Er schildert Entstehung, Organisation und Entwicklung der Konzentrationslager, besonders aber seine Tätigkeit in Auschwitz. Dabei bemüht er sich um Exaktheit und Sachlichkeit; er zeigt sich keineswegs als sadistischer Henkersknecht, sondern vielmehr als ein Mann, der Ordnung und Disziplin liebte.

Thomas Harding erzählt in ›Hanns und Rudolf‹ eine außergewöhnliche Doppelbiografie.Sein Großonkel Hanns, ein deutscher Jude, der mit seiner Familie ins Exil getrieben wurde, war Teil des British War Crimes Investigation Team, das nach dem Kriegsende Nazi-Funktionäre aufzuspürte. Auf einem Bauernhof bei Flensburg nimmt er schließlich Rudolf Höß gefangen, den Mann, der Hitlers Massenmordprogramm in Auschwitz durchgeführt hat und dessen Geständnisse ein maßgebliches Zeugnis für die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse liefern werden.

Rudolf Höß hat nach Kriegsende in Untersuchungshaft ohne Reue sein Leben beschrieben. Jürg Amann hat die umfangreichen Aufzeichnungen in Der Kommandant zu einem ungeheuerlichen Monolog verdichtet: Nichts daran ist erfunden, kaum ein Wort wurde hinzugefügt. Eine neue Möglichkeit, sich mit der ungeheuerlichen Autobiografie von Höß zu befassen.

Rudolf Höß, Martin Broszat
Kommandant in Auschwitz
Jürg Amann
Der Kommandant - Nach den...

 

 

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