Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren

Unsere Neuerscheinungen zum Gedenkjahr

 
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Am 1. September 1939 überfiel die deutsche Wehrmacht ohne Kriegserklärung Polen. Drei Tage später erklärten Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg. Der Zweite Weltkrieg dauerte fast sechs Jahre. Mehr als 50 Millionen Menschen starben. Auch 75 Jahre danach beschäftigen sich zahlreiche Bücher mit dem Zweiten Weltkrieg. Hier sind unsere Neuerscheinungen zum Thema.
 
Ein neuer Beitrag zur Geschichte des deutschen Widerstandes: ›Unternehmen Seelöwe. Widerstand im deutschen Geheimdienst‹
»Heute Abend sprach ich mit Kenneth Strong vom Military Intelligence. Er hält sehr viel von der Tüchtigkeit der Deutschen und kann einfach nicht glauben, dass ihr Geheimdienst so dumm ist, diese Leute herüberzuschicken«, notierte der Direktor der Spionageabteilung des britischen Inlandsgeheimdienstes im September 1940 in sein Tagebuch. Als Vorhut des »Unternehmen Seelöwe«, der Invasion der deutschen Wehrmacht, wurden insgesamt über 20 Spione nach England eingeschleust. Keiner konnte seine Aufgaben erfüllen.
Auf der Basis von Dokumenten aus dem britischen Nationalarchiv zeigt Monika Siedentopf in ihrem neuen Buch ›Unternehmen Seelöwe. Widerstand im deutschen Geheimdienst‹ auf, dass die deutsche Spionage gegen England nicht am Dilettantismus der zuständigen Hamburger »Abwehrstelle des Amtes Ausland« gescheitert ist. Der Leiter Kapitän z. See Herbert Wichmann und seine engsten Mitarbeiter waren Gegner des Regimes, dessen Pläne sie durchkreuzen wollten.
 
Zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können: ›Hanns und Rudolf‹
Thomas Harding kannte seinen Großonkel Hanns Alexander als einen freundlichen Mann mit viel Familiensinn, der ein bürgerliches Leben als Bankangestellter in London geführt hatte, sich für die Synagoge engagierte und gerne Witze machte. Seine jüdische Familie stammte aus Berlin und war in den 1930er-Jahren in letzter Minute nach England ins Exil entkommen. Das wussten alle. Ansonsten wurde über den Krieg nicht gesprochen. Erst nach dem Tod von Hanns Alexander erfuhr Harding, dass er ein Nazi-Jäger gewesen war. Er hatte Rudolf Höss, den nach Kriegsende untergetauchten Kommandanten von Auschwitz, in seinem Versteck auf einem Bauernhof in Norddeutschland aufgespürt und so dafür gesorgt, dass ihm der Prozess gemacht wurde. Harding erzählt in ›Hanns und Rudolf‹ nicht nur von der Jagd nach Rudolf Höß, sondern beschreibt die Lebensgeschichten dieser beiden Menschen parallel, so dass eine außergewöhnliche Verbindung von Biografie, Geschichte und investigativem Journalismus entsteht.
 
Erstmals aus dem Blickwinkel eines amerikanischen Soldaten: ›Der Befreier‹
Felix Sparks (1917 – 2007) stammte aus einer Bergarbeiterfamilie in Arizona und ließ sich nach der High School von der Armee anwerben, weil er in der Großen Depression keine Arbeit fand. Dann ging er ans College, um Jura zu studieren, und wurde erneut einberufen, als die USA sich für den Kriegseintritt rüsteten. Er nahm teil an der Invasion Siziliens 1943, war der einzige Überlebende seiner Einheit bei der Schlacht von Anzio, überlebte die deutsche Ardennenoffensive, den Häuserkampf in Aschaffenburg, wo der »Volkssturm« die Amerikaner aufzuhalten versuchte, und kommandierte die Einheit, die Dachau befreite. Auf der Basis zahlreicher Gespräche mit Felix Sparks und anderen Zeitzeugen schildert Alex Keshaw in ›Der Befreier‹ den Alltag an der Front aus der Sicht der amerikanischen Soldaten: das Grauen, das Heimweh, Furcht und Tapferkeit, den Hass, das Wunder und das Schuldgefühl des Überlebens. Die Sinnfrage »Warum machen wir das?« beantwortete sich für Sparks endgültig, als er nach Dachau kam.
 
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