Bill Manhire (Hg.): Ein anderes Land

Neuseeland - Ehrengast der Frankfurter Buchmesse

 

Von uns aus gesehen liegt es am anderen Ende der Welt: Neuseeland. Von Europa aus musste man einst eine siebenwöchige Schiffsreise auf sich nehmen, um dorthin zu gelangen. Wer heute nach Neuseeland reisen will, schafft dies via Flugzeug zwar in gut einem Tag, dennoch sind es vor allem Vorurteile und Klischees, die unser Bild des diesjährigen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse prägen.

»He moemoēa he ohorere / While you were sleeping / Bevor es bei Euch hell wird« – unter diesem Motto wird sich Neuseeland als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2012 präsentieren.

Es lohnt sich, auf literarische Entdeckungsreise zu gehen. Denn hinter der grünen Insel steckt – fernab von Assoziationen wie Schafen, Kiwis und Surfern – noch ›ein anderes Land‹.

»Neuseeland ist weder sauber noch grün. Es ist nicht, wie unsere Tourismusindustrie es gern sähe, »hundertprozentig unverfälscht.« Das Land, das Sie auf diesen Seiten entdecken werden, ist ein anderes als das in Hochglanzbildbänden oder wirtschaftlichen Steckbriefen repräsentierte. Es ist ein sehr realer Ort oder vielmehr eine ganze Reihe von Orten, eine Mischung aus Authentizität und Vorstellungskraft, wie sie allein die der Sprache und Erfahrung verpflichtete Fantasie hervorzubringen vermag.«
Bill Manhire

Vulkane und Fjorde, Maori und Einwanderer. Neuseeland ist auch ein Land der Gegensätze, landschaftlich wie gesellschaftlich. So ist es nicht verwunderlich, dass man in Neuseeland eine unglaubliche Vielfältigkeit in Tradition, Kultur und Literaturlandschaft findet. Bill Manhire, einer der bedeutendsten neuseeländischen Lyriker, gibt in seiner Anthologie ›Ein anderes Land‹ einen Einblick in die multikulturelle Gesellschaft Neuseelands. In Short Storys aus den letzten fünfzig Jahren geben achtzehn Autorinnen und Autoren Einblicke in die Seele der neuseeländischen Gesellschaft.

»Vieles in ›Ein anderes Land‹ wird all denen, die sich in neuseeländischer Literatur auskennen, vertraut vorkommen: das Gefühl von Beklemmung und Unbehagen, eine ungewöhnliche Mischung aus Ungeschlachtetem und Elegantem, die wiederkehrende Thematik des einsamen Mannes. Es sind aber auch neue Klänge zu vernehmen – meinem Eindruck nach vor allem Ängste, die die Themenkomplexe wie Erinnerungen und Authentizität und Generationswechsel kreisen (…)«
Bill Manhire

Neben renommierten Autoren wie C. K. Stead und Witi Ihimaera sind auch junge Schriftsteller zu entdecken, die in den vergangen Jahren von sich reden machten, wie Eleanor Catton, Anna Taylor und Craig Cliff.

Marianne Bohl, dtv

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