Das Alexander Haus wird auf Vordermann gebracht

Das Alexander Haus 1927 © Alexander Family Archive
Das Alexander Haus 1927                                                                                           © Alexander Family Archive

Als Thomas Harding, den wir als Autor von ›Hanns und Rudolf‹ kennen, vor einigen Jahren dem ehemaligen Sommerhaus seiner Familie in Groß Glienike (Potsdam) einen Besuch abstattete, stellte er mit Freude fest, dass es noch existierte – doch in einem äußerst schlechten Zustand vor sich hindämmerte. Thomas Harding machte es sich zur Aufgabe, mit der Rettung des Hauses auch eine Erinnerungsstätte für die deutsche Geschichte zu schaffen. Im April trafen sich freiwillige Helfer, um den Garten gemeinsam auf Vordermann zu bringen.

Die Geschichte des Alexander Hauses

In den 20er-Jahren war das Haus am See das Sommerparadies für die jüdische Familie Alexander und Treffpunkt für die kulturelle Elite Berlins (Albert Einstein, Max Reinhardt und Lotte Jacobi waren unter den Gästen).

Für Elsie Alexander, Großmutter von Thomas Harding, ist es auch nach der Verfolgung und Vetreibung durch die Nazis ein Ort für die Seele geblieben. Danach pachtete Will Meisel, Komponist und NSDAP-Mitglied, das Anwesen. Im Krieg bot das Haus seiner Familie Zuflucht. Nach der Teilung Deutschlands lag es in der sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR, direkt an der Grenze. Wieder wurde es zur Zuflucht für Familien. Sie sahen, wie am Gartenende die Mauer gebaut wurde und wie sie fiel.

Das Alexander Haus heute

Das Alexander Haus 2015 © Thomas Harding
Das Alexander Haus 2015                                                                                                           © Thomas Harding

Thomas Harding hat seine Großmutter nach dem Fall der Mauer zum ehemaligen Sommerhaus der Familie begleitet. Elsie Alexander wollte diesen Schauplatz ihrer Jugend noch einmal sehen. Viele Jahre später kam Harding wieder. Als er sah, dass das alte Haus immer noch stand, wenn auch verlassen, mit Brettern zugenagelt und völlig zugewachsen, beschloss er, diese Geschichte zu erzählen.

Er konnte die Stadt Potsdam, inzwischen Besitzerin des Grundstücks, davon überzeugen, dass dieses Haus erhalten werden muss. Mit Erfolg: Das Alexander Haus steht seit Sommer 2014 unter Denkmalschutz. Und so wird das alte Haus weiter existieren, als Begegnungs- und Gedenkstätte.

Die Renovierung des Alexander Hauses

Der Kamin im Laufe der Geschichte © Alexander Family Archive & Thomas Harding
V.l.n.r.: Kamin im Original; Zustand des Kamins, wie Thomas Harding ihn vorfand; nach der ersten Aufräumaktion                                                                                                          © Alexander Family Archive & Thomas Harding

 

Die Gruppe der freiwilligen Helfer 2015 © Sam Harding
Die Gruppe der freiwilligen Helfer 2015                                                                                             © Sam Harding

Nachdem im Jahr 2014 bereits eine Reinigungsaktion im Inneren des Hauses stattgefunden hatte, trafen sich im April 2015 über 70 Freiwillige, um den Garten mit viel Einsatz und Freude auf Vordermann zu bringen. Am Ende wurde Thomas Harding in seiner Funktion als Vorstand des »Alexander Haus e.V.« der Schlüssel zum Haus am See überreicht. In Zukunft soll das Ausstellungen und Kulturveranstaltungen beherbergen.

Die Schlüsselübergabe © Friederike Gröning
Die Schlüsselübergabe. Links: Thomas Harding, rechts: Matthias Klipp (Beigeordneter für Stadtentwicklung und Bauen der Stadtverwaltung Potsdam)                                                                                    © Friederike Gröning

Thomas Harding erzählt die Geschichte des Alexander Hauses und den fünf Familien, die in den letzten 100 Jahren das Haus bewohnt haben, in seinem neuen Buch ›Sommerhaus am See‹. Es ist ab Dezember 2015 erhältlich.

Thomas Harding
Sommerhaus am See

Alle Bilder stammen von der Webseite des Alexander Haus e.V.

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