David Abbott: Die späte Ernte des Henry Cage

Debüt mit über 70 Jahren

Der Engländer David Abbott ist über 70 Jahre alt, als sein Debütroman ›Die späte Ernte des Henry Cage‹ erscheint.

Sein Roman erzählt die Geschichte von Henry Cage, der nach einer erfolgreichen Karriere als Manager mehr oder minder freiwillig in den Ruhestand geht. Seiner Position in einer florierenden Werbeagentur beraubt, verliert er auf gewisse Weise auch seinen Platz in der Gesellschaft.

Getrennt von seiner Frau Nessa und zerstritten mit seinem einzigen Sohn, erscheint sein Leben in London ziel- und sinnlos. Und so spielt Henry Cage abends alleine auf dem Klavier Jazzmusik, sammelt Romane des frühen 20. Jahrhunderts in Erstausgaben oder vertreibt sich seine Zeit damit, in Cafés Gesprächen von anderen Gästen zu lauschen.

Sein Leben scheint wie ein einsamer, kalter Traum aus dem er durch Vergebung und Versöhnung zunächst zu erwachen scheint. In der Gewissheit um die nachfolgenden Ereignisse erweist sich dies allerdings als trügerisch…

David Abbott ist ein furioser, ein hochraffinierter Erzähler. An ›Die späte Ernte des Henry Cage‹ schrieb er neun Jahre‹ – pro Woche sind das 146 Wörter. David Abbott sagt selbst:

»Nicht gerade produktiv. Aber ich habe mir große Mühe gegeben, daraus 146 gute Wörter zu machen.«

Dabei ließ er sich im wahrsten Sinne des Wortes von seinem Schreibfluss treiben, manchmal selbst überrascht, wohin ihn die Reise geführt hat:

Play

David Abbott sagt über seinen Roman:

»Ich wollte, dass es keine einzige langweilige Seite in diesem Buch gibt, dass es für den Leser auf jeder Seite etwas zu holen gibt – eine Einsicht, ein Wiedererkennen, ein Stückchen Dialog, das wahr klingt, eine Handlung, die den Leser weitertreibt, einen Satz, bei dem der Leser etwas fühlt. Es ist nicht leicht, Tiefe und Tempo zu verbinden, aber genau das habe ich versucht.«

David Abbott urteilt nicht, aber er stößt seine Figuren und den Leser auf das, was ihn am Wichtigsten erscheint: Verantwortung und Versäumnisse, die Kraft der Liebe und vor allem die Fähigkeit zu vergeben.

Play

Am Freitag, den 15. Juli liest David Abbott ab 20.00 Uhr im Rahmen der dtv-Lesewoche im Literaturhaus in München. Infos zur Veranstaltung.

Artikel und Interview: Marianne Bohl, dtv

 

Ein Kommentar zu “David Abbott: Die späte Ernte des Henry Cage

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.