John Strelecky: Wiedersehen im Café am Rande der Welt

Die Geschichte hinter der Geschichte

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Von John Strelecky ist jetzt ein neues Buch erschienen. ›Wiedersehen im Café am Rande der Welt‹ basiert auf seinem früheren Buch ›Das Café am Rande der Welt‹. In beiden Büchern findet der Protagonist John ein ungewöhnliches Café. Im ersten Buch ist er unglücklich und findet sich mit folgenden Fragen konfrontiert: Warum bist du hier? Hast du Angst vor dem Tod? Führst du ein erfülltes Leben? Im zweiten Buch hat er seine persönlichen Antworten auf die Fragen gefunden und hilft diesmal der unglücklichen Jessica, die Antworten auf ihre Fragen zu finden. In diesem Artikel erzählt uns John Strelecky die Geschichte seiner Bücher.

Manchmal entstehen Dinge auf eine ganz ungewöhnliche Art und Weise. Das war bei dem Buch ›Das Café am Rande der Welt‹ der Fall. Die Geschichte dieses Büchleins begann mit einem ganz unrühmlichen Ereignis, wie es zu der Zeit schien: Ich wurde gefeuert. Nachdem ich fast vier Jahre lang 80 Stunden pro Woche gearbeitet hatte, mündete die Wirtschaftskrise in drei Entlassungsrunden  meiner  Firma. Ich war in der dritten dran – zwei Wochen vor meiner Hochzeit.

Nachdem ich den Anruf bekommen hatte, ging ich nach Hause und meine Freundin und ich sprachen darüber, was wir tun könnten. Wir entschieden, etwas zu machen, was vielen Leuten verrückt erscheinen würde: unseren Herzen zu folgen und auf Weltreise zu gehen.
Wir sind fast ein Jahr lang mit dem Rucksack durch die Welt gereist und haben mehr als 70.000 Meilen zurückgelegt. In der Zeit haben wir weniger als 40 Dollar für uns beide zusammen pro Tag ausgegeben. Diese Erfahrung hat unser Leben verändert  –  in vielerlei Hinsicht.
Als wir zurückgekommen sind, wurde mir meine alte Stelle wieder angeboten. Da ich kein Geld mehr hatte und keine konkreten Zukunftspläne, nahm ich an. Die kommenden vier Monate waren eine gute Erinnerung daran, dass ich diese Arbeit eigentlich nicht mehr machen wollte.

Auf dem Weg zurück von meinem letzten Arbeitstag saß ich im Flugzeug und dachte darüber nach, wie ich genau in diesem Moment jemandem den Sinn des Lebens erklären würde. Ich schrieb eine Rede, obwohl ich kein Redner war und auch keinen kannte, dem ich die Rede hätte geben können. Ich erzählte von meinen widerstreitenden Gefühlen: Ein Jahr lang hatte ich nur Dinge getan, bei denen ich mich lebendig fühlte, und jetzt bin ich zurückgekehrt zu dem, was mich ursprünglich fast umgebracht hatte.

Am nächsten Morgen wurde ich von einem inneren Drang getrieben, mich an den Computer zu setzen und zu schreiben. Ich folgte diesem Drang, und die Wörter kamen wie von selbst, sie flogen nur so durch meinen Kopf, durch meine Hände und auf den Bildschirm.
Das ging 21 Tage lang so. Währenddessen schrieb ich nur und las die Texte nicht. Ich plante nicht, was ich als Nächstes schreiben würde. Alles, was ich tat, war schreiben. Am Ende dieser 21 Tage wusste ich, ich musste aufhören. Ich druckte alles aus und legte es für eine Woche in ein Regal. Und dann las ich es.

Wenn Sie ›Das Café am Rande der Welt‹ gelesen haben, dann wissen Sie, was ich damals geschrieben habe. Das war und ist immer noch ein ganz besonderes Ereignis für mich.

Dank seiner Leser, die sich meiner Geschichte tief verbunden fühlten, verbreitete sich das Buch per Mundpropaganda  in Dutzende Länder. Es wurde in 21 Sprachen übersetzt  und stand zusammen mit meinen Lieblingsautoren Mitch Albom (›Dienstags bei Morrie‹) und Malcolm Gladwell (›Tipping Point – Wie kleine Dinge Großes bewirken können‹) ganz vorne auf den Bestsellerlisten.
Journalisten nannten ›Das Café am Rande der Welt‹ eine moderne Version von ›Der Alchimist‹ und »›Die Möwe Jonathan‹ des 21. Jahrhunderts« – zwei meiner Lieblingsbücher.

Habe ich schon erwähnt, dass sich das manchmal ganz unwirklich anfühlt?

Ohne zu wissen, was ich sagen soll, möchte ich Ihnen einfach danken. Dafür, dass Sie mein Buch gelesen und anderen davon erzählt haben.

Wenn Sie unter den vielen waren, die mir ihre Geschichte geschrieben und erzählt haben, was die Zeit im ›Café am Rande der Welt‹ für sie bedeutet hat, bin ich Ihnen für immer dankbar. Durch Ihre Geschichten ist mir klar geworden, wieso sich alles so entwickelt hat.
Jeder einzelne davon ist ein weiteres Zeugnis für die wunderbaren Dinge, die passieren, wenn wir uns ab und zu von unserem Herzen führen lassen, anstatt unbedingt wissen zu wollen, wohin jeder Schrift führt, bevor wir anfangen zu laufen.
Ich danke Ihnen. Ich freue mich, Sie bald einmal im Café zu treffen.

John

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