Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen

Der Bestseller jetzt im Taschenbuch

Von null auf fünf. ›Der Hase mit den Bernsteinaugen‹ macht einen großen Satz in die SPIEGEL-Bestsellerliste Taschenbuch. Mit seiner Familienchronik begeisterte der britische Töpfer und Keramik-Professor Edmund de Waal Leser und Kritiker gleichermaßen. Die jetzt im Mai erschienene Taschenbuchausgabe macht es ihren Vorgängerausgaben nach.

Der Hase mit den BernsteinaugenFür seine bewegende Familienbiografie hat sich Edmund de Waal auf die Suche nach den Spuren seiner Herkunft gemacht. Er ist ein Nachkomme der Ephrussis, einer jüdischen Familie aus Odessa, die im 19. Jahrhundert durch Handel und Finanzgeschäfte zu legendärem Reichtum gekommen ist. Ebenfalls legendär: Familienmitglied Charles Ephrussi, Kunstsammler im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts, Pate für eine Figur auf Renoirs ›Frühstück der Ruderer‹ und nicht weniger als das Vorbild für Charles Swann aus Prousts ›Auf der Suche nach der verlorenen Zeit‹. Aus Liebe zur japanischen Kunst kaufte er eine Sammlung von 264 Netsuke, kleinen geschnitzten Figuren aus Holz und Elfenbein, die als eine Art Anhänger am Kimono getragen wurden. Darunter auch der ›Hase mit den Bernsteinaugen‹.

Edmund De Waal verfolgt die über hundertjährige Reise der Sammlung von Paris über Wien und Tokio nach London, wo sie heute in seiner Vitrine steht. Die kleinen, filigranen Figuren begleiten die Blüte der Familie – und ihren Niedergang: Im Zuge der Arisierungen der Nationalsozialisten verlieren die Ephrussis ihren gesamten Besitz. Dass die Netsuke den Nazis dabei nicht in die Hände fallen, ist allein dem Mut eines Dienstmädchens zu verdanken, die sie – jede einzeln – in ihrer Schürze rettet.

›Der Hase mit den Bernsteinaugen‹ ist ein in mehrfacher Hinsicht lesenswertes Buch. Es ist »… ein Buch über die Geschichte Asiens und Europas, die Dekadenz des Bürgertums, den Antisemitismus der vergangenen beiden Jahrhunderte, die Kunst des Impressionismus, auch über Liebe, Angst und Verlust, und vor allem beschreibt de Waal den Niedergang dieser, seiner Familie« (›DER SPIEGEL‹).

Unbedingt zu empfehlen!

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