Lebanon

Interview zum Thema mit Autor Martin Schäuble

›Lebanon‹ – Der Film

Die Geschichte der Israelis und Palästinenser ist seit jeher von Kriegen bestimmt. Der Film ›Lebanon‹ zeigt auf beklemmende Weise, was es für junge Männer bedeutet, ungewollt mitten im Kriegsgeschehen zu stehen, sich zwischen Töten und Getötetwerden entscheiden zu müssen und sich dabei trotzdem einen Rest von Menschlichkeit zu bewahren.
Der erste Libanon-Krieg im Juni 1982. Ein einzelner Panzer, unterstützt von einem Zug Fallschirmspringer, setzt sich in Bewegung um eine feindliche Stadt auszukundschaften, die zuvor von der israelischen Luftwaffe bombadiert wurde. Was wie eine einfache Mission aussieht, gerät nach und nach außer Kontrolle und entwickelt sich zu einer tödlichen Falle, zu einem grauenvollen Albtraum.
Der Regisseur Samuel Maoz verarbeitet in dem Spielfilm seine eigenen traumatischen Erlebnisse und erhielt für sein Debüt unter anderen den Goldenen Löwen 2009  in Venedig .
Ab dem 14. Oktober ist ›Lebanon‹ in den deutschen Kinos zu sehen.

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 Interview zum Thema

Martin SchäubleMartin Schäuble, geboren 1978 in Deutschland, ist Journalist und lebt in Berlin. Für sein Sachbuch ›Die Geschichte der Israelis und Palästinenser‹ recherchierte er eineinhalb Jahre auf israelischer und palästinensischer Seite. Dabei sprach er mit Menschen, für die der Konflikt zum Alltag geworden ist. Als Grenzgänger und Beobachter stellte er bald fest, wie wenig Israelis und Palästinenser voneinander wissen. Im Interview gibt er Einsicht in die Gedanken und Gefühler beider Parteien.

1) Was ist das Außergewöhnliche an der Geschichte zwischen Palästinensern und Juden?

Schäuble: Israelis und Palästinenser leben auf einer Fläche, die kleiner ist als die Schweiz. Und bei beiden Völkern gibt es Menschen, die glauben, ihnen gehöre das ganze Gebiet alleine. Das sorgt für Konfliktstoff. Auch momentan: Die jüdischen Siedler beanspruchen Land, das ihnen laut den Vereinten Nationen nicht zusteht. Friedensverhandlungen scheitern seit Jahren genau deswegen. Die Palästinenser sind derzeit kompromissbereit. Doch wenn die Hamas, wie in Gaza, die nächsten Wahlen im Westjordanland gewinnt, kann sich das ebenso ändern.

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6 thoughts on “Lebanon

  • 13. Oktober 2010 um 02:56
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    Those two Palaestinenser and Israelis and inbesondere many of the young have nothing else to do but to fight each other and the world at large takes notice and gives them a stage. An identity is born.
    It is a small country not enough land for everybody, so they pushing each other around.
    Like a big family Farm too many children no one wants to leave mama and daddy. Codependency plays a role here too and fear on both sides.
    The Israelis want to keep their Land understandable of what they had to go thrue all their generation.
    But I think the new Leader of Israel is understanding something, since he will freeze the building of new settlements.
    Herzlich,
    hildegard

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  • 12. Oktober 2010 um 20:28
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    Ich glaube, dass momentan alle Seiten zu sehr verbort sind, als dass sich da in naher Zukunft wirklich Frieden einstellen kann. Und ein einstweiliger Waffenstillstand ist kein Frieden.

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  • 12. Oktober 2010 um 17:57
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    Der ganze Konflikt ist schon so alt und verworren – die einzige Chance, etwas zu ändern, erscheint mir bei den Kindern und Jugendlichen anzusetzen. Wenn die sich besser kennen lernen, wenn aus Palästinensern und Israelis persönliche Schicksale werden, dann wird sich vielleicht etwas bewegen.

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  • 12. Oktober 2010 um 16:23
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    Ich fürchte, dass sich dort nie etwas ändern wird. Ich habe letztens eine Dokumentation gesehen, in der sich schon die Kinder bespucken. Wenn nicht Gott und Allah irgendwann einmal genügend Hirn vom Himmel schicken, werden sich die nachfolgenden Generationen in ihrem Hass suhlen – und jeder Hilfeversuch von außen sowieso nur als Einmischung gesehen.

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  • 12. Oktober 2010 um 13:53
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    Die zwei-Staaten-Lösung und ein Siedlungsstop könnten Dinge entspannen. Wichtig wäre, daß sich mehr Staaten in der Vermittlung zwischen den beiden Lagern engagieren.

    Dinge wie die Eröffnung des Kinos im Gaza-Streifen oder wirkliche Hilfe auf unterster Ebene bewirken oft mehr als Sonntagsreden.

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  • 5. Oktober 2010 um 13:46
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    Als außenstehender Mitteleuropäer kann man eigentlich nur den Kopf schütteln was da abgeht. Das wird sich auch nie ändern und schon gar nicht mit gezwungenen Maßnahmen durch Außenstehende. Ich denke mal, dass dieses Pulverfass auch nicht in den Griff zu bekommen ist und wir froh sein können, dass wir so weit davon weg sind (hört sich böse an,ist aber die Wahrheit). Und solange dieser Hass von Generation zu Generation weitergegeben wird, kann man da auch nichts machen. In den Schulen vor Ort, wäre die einzige Möglichkeit einzugreifen..

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