Literaturprojekt mit Susanne Goga

Literaturprojekt in der Neunkirchner Hauptschule mit Susanne Goga
Die vergangenen drei Monate beschäftigten sich die SchülerInnen der neunten Klassen der Gemeinschaftshauptschule Neunkirchen-Seelscheid mit den Kriminalromanen von Susanne Goga. Im Rahmen dieses Projektes wurden die vier Leo-Bände gelesen Aufgaben dazu bearbeitet.

Die Tote von Charlottenburg»Meine Krimis als Schullektüre? Eine Premiere für mich. Ich habe die Klassen 9a und 9b zweimal besucht und dabei spannende Erfahrungen gemacht. Besonders gut gefallen hat mir der fächerübergreifende Ansatz: die Romane um Leo Wechsler im Deutsch-, Kunst- und Geschichtsunterricht. Dank der vielfältigen Aufgabenstellungen waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Die SchülerInnen gestalteten neue Cover und zeichneten Comics.

Nachhaltig beeindruckt haben mich auch die selbst geschriebenen Geschichten zu verschiedenen Themen. Einige haben die Vorgeschichte einer Figur erzählt. Schön, wie auch hier der historische Hintergrund eingebunden wurde: Ballveranstaltungen und Heirat mit einem Offizier vor dem Krieg, drastische Erziehungsmethoden mit Schlägen.

Spannend war auch die Variante, in der sich zwei Figuren zwanzig Jahre nach dem Ende des Romans wieder begegnen. Leo und Ilse haben sich zerstritten, treffen sich während der Bombenangriffe auf Berlin wieder und versöhnen sich endlich. In einer anderen Geschichte begegnet Leo in einem Café Adrian Lehnhardt, der berichtet, wie es ihm nach aufwühlenden Ereignissen aus ›Die Tote von Charlottenburg‹ ergangen ist.

Leo BerlinEin Thema aus dem Kunstunterricht war die Gestaltung einer Pappschachtel. Die SchülerInnen haben mit vielen alten Fotos gearbeitet, aber es fanden sich auch Kerzen, Stoffreste und sogar ein goldener Buddha in den Schachteln. Ganz beeindruckend fand ich einen halb verbrannten Briefumschlag mit dem Erpresserbrief aus ›Leo Berlin‹ darin.

Ein sehr gelungenes Projekt, das sich vielleicht auch für andere Schulen eignet. Es wieder ein bisschen zu begleiten, würde mir Spaß machen.«
Susanne Goga

Dieses Projekt stellte für die meisten SchülerInnen die erste Begegnung mit einem Buch dar, welches nicht gezielt für Kinder und Jugendliche geschrieben wurde. Die Klassenlehrerin Sabine Esch:

Tod in Blau»Die Rechercheaufgaben haben die Jugendlichen an eine Zeit herangeführt, über die sie bis dato nur eine sehr grobe Vorstellung hatten. Die SchülerInnen hatten die Gelegenheit, sich im Internet nicht nur über das Weltgeschehen dieser Epoche, sondern vor allem über den Alltag zu informieren. Es wurden Stummfilme angeschaut, Swing gehört und das Styling der Menschen damals begutachtet. Dadurch wurde die Umwelt von Leo Wechsler für die Schüler lebendig, eine ganz neue Motivation für den Geschichtsunterricht entstand.

Besonders spannend waren die beiden Besuche der Autorin, bei der die SchülerInnen die Möglichkeit hatten, ihre Arbeitsergebnisse vorzustellen und mit Frau Goga ins Gespräch zu kommen. Für die meisten stellten die Besuche den allerersten Kontakt mit einer echten Autorin dar.

Mein persönliches Fazit: Ein umfangreiches Literaturprojekt mit Hauptschülern durchführen? Ja, jederzeit wieder!«

Mord in BabelsbergIsabel über ›Die Tote von Charlottenburg‹: »Ich persönlich wusste vorher nicht viel über die Epoche. Durch die geschichtliche Detailtreue hatte ich das Gefühl, in die damalige Zeit einzutauchen.«

Laura über ›Leo Berlin‹: »Die psychische Entwicklung des Mörders, die aus seiner eigenen Perspektive beschrieben wird, ist sehr spannend.«

Romina ›Über Mord in Babelsberg‹: »In diesem Buch geht es um einen dramatischen und spannenden Mord. Dieses Buch ist atemberaubend, traurig, aber auch lustig.«

Nils: »Es war ein tolles Erlebnis, die Autorin persönlich kennen zu lernen. Dazu hat man sonst nicht die Möglichkeit.«

Florian: »Das Projekt hat mir gut gefallen. Vor allem das fächerübergreifende Arbeiten hat das Lesen zu einem ganz neuen Erlebnis gemacht.«

 

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