Zu Besuch bei…Helene Nagelhus

Wie viele verschiedene Berufswünsche hatte Helene Nagelhus früher? Welche Bücher möchte sie direkt am Erscheinungstag haben? Und an welchem geheimen Ort  liest sie gerne? Die Antwort auf diese und weitere Fragen erfahrt ihr hier: Herzlich willkommen in der Schreibwerkstatt von Helene Nagelhus!

 

Wie sieht Ihr Schreiballtag aus?
Ich habe eigentlich keine feste Routine, meine Schreibzeit fällt in viele „Dazwischen“. Habe ich einen Tag frei, schreibe ich, wenn meine Kinder in der Schule oder Tagesstätte sind. Ansonsten versuche ich Zeit zu finden, während der Jüngste ein Nickerchen macht, oder nachts, wenn alle Kinder im Bett sind. Als Mutter von Kleinkindern muss ich jede Gelegenheit zum Schreiben nutzen, wann auch immer ich Zeit finde.

Haben Sie dabei feste Rituale?
Bevor ich anfange, mache ich es mir gerne mit einer Tasse Kaffee in einen Sessel gemütlich und führe ein wenig Tagebuch. Das hilft mir, mich mit mir selbst zu verbinden und ein wenig Ruhe im stressigen Alltag zu finden, und dann kann ich mich besser auf die bevorstehende Schreibarbeit fokussieren.

Arbeiten Sie mit einem Notizheft, einer Pinnwand oder Ähnlichem?
Ja! Notizbücher sind essenziell für mich. Ich arbeite die Charaktere und die Handlung lieber auf Papier aus, bevor ich es in ein Dokument am Computer schreibe. Wenn die Handlungsstränge komplex werden, zeichne ich auch auf große Papierbögen, um für mich zu illustrieren, wo sich die jeweiligen Charaktere momentan befinden und was an den verschiedenen Schauplätzen passiert.

Was wollten Sie als Kind werden?
Autorin natürlich! Und Journalistin. Und Tierärztin. Und professionelle Snowboarderin… Aber der Wunsch, Autorin zu werden, ist immer geblieben. Ich habe Bücher und Schreiben immer geliebt, weswegen sich die Arbeit mit Büchern wie selbstverständlich anfühlte.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Nun ja, ich schreibe schon Geschichten, seit ich ein Kind bin. Das ist etwas, das ich immer geliebt habe. Und nachdem ich eigene Kinder hatte, habe ich ihnen natürlich fast jeden Tag vorgelesen. Die vielen Kinderbücher, die wir gelesen haben, haben mich so inspiriert, dass ich meine eigene Geschichte schreiben musste! Und dann kam mir die Idee zu ›Immer was los bei Emma & Oskar‹. Ich fing an, diese zu erforschen, und realisierte, dass sie sich tatsächlich zu veröffentlichen lohnte. Also verfolgte ich die Idee, schrieb, wann immer ich Zeit fand, und trat in Kontakt mit einem Verlag. Mein Lektor gab mir wertvollen Input und dann, endlich, war es da, mein ureigenes Buch!

Welcher Autor oder welches Buch hat Sie nachhaltig geprägt?
Da gibt es viele, doch um einen zu nennen, werde ich Maria Parr sagen, eine norwegische Kinderbuchautorin, deren Bücher auch in Deutschland erschienen sind. Ich genieße jedes ihrer Bücher voll und ganz, aber sie waren mir auch eine große Hilfe dabei, meine eigene „Stimme“ beim Schreiben zu finden, und mir klar zu machen, über was ich schreiben könnte. 

Welcher Autor sollte unbedingt noch entdeckt werden?
Es fühlt sich schräg an, den zu nennen, der mir einfällt, weil er in Norwegen sehr bekannt ist. Aber meine Kinder und ich lesen eine Reihe namens ›Detective agency number 2‹ von Jørgen Lier Horst und diese Bücher sind so witzig und spannend! Eine Reihe, die noch nicht ins Deutsche übersetzt wurde und nur darauf wartet, entdeckt zu werden!

Welches Buch hat Sie jüngst begeistert?
Neulich habe ich Roy Jacobsens Trilogie über Ingrid Barrøy gelesen, die auf einer Insel im Norden Norwegens lebt (›Die Unsichtbaren‹), und ich konnte es kaum weglegen. Mich konnte vom selben Autorauch ›Der Sommer, in dem Linda Schwimmen lernte‹ sehr begeistern.

Wen oder was wollen Sie unbedingt noch lesen?
Jedes neue Buch meiner Lieblingsautoren! Für gewöhnlich bestelle ich sie vor, damit ich sie direkt am Erscheinungstag erhalte!

Was lesen Sie zurzeit?
Ich lese eines meiner Lieblingsbücher noch einmal, ›Gute Geister‹ von Kathryn Stockett. Das ist eines dieser Bücher, das ich immer und immer wieder lesen kann und das mir jedes Mal wieder gefällt!

Wo lesen Sie am liebsten?
Meiner Familie gehört ein Sommerhaus am Meer und dort habe ich einen „geheimen Ort“ an den Felsen, nah am Wasser, wo ich ich mich mit einem Buch verkriechen kann. Ich liebe den dortigen Klang der Wellen gegen die Felsen als Hintergrundgeräusch zum Lesen. Obwohl ich nichts mehr höre, wenn mich eine Geschichte wirklich fesselt.

Wofür legen Sie jedes Buch beiseite?
Für meine Kinder und meinen Mann!

 

Mehr zu Helene Nagelhus und ihrem neuesten Buch ›Immer was los bei Emma & Oskar‹.

Helene Nagelhus
Immer was los bei Emma & Oskar

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