Zu Besuch bei…Kathrin Sohst

Welche besonderen Fähigkeiten hat ein Teebecher? Wann kommt der Schreibimpuls und kennt kein Halten mehr? Welche Kinder- und Jugendbuchautoren haben Kathrin Sohst geprägt? Die Antwort auf diese und weitere Fragen erfahrt ihr hier: Herzlich willkommen in der Schreibwerkstatt von Kathrin Sohst!

 

Wie sieht Ihr Schreiballtag aus?

Flexibel. Ich bin Mutter von zwei Mädchen (7 und 11) und mein Mann ist ebenfalls selbständig, da ist oft viel los. Wann und wieviel ich schreibe, hängt davon ab, ob ich gerade konkret an einem Buch arbeite. Wenn ja, nutze ich jede Gelegenheit, die sich ergibt. Besonders mag ich die stillen Zeiten – also den Morgen und den Vormittag werktags oder auch mal den späten Abend. Allerdings ist mir inzwischen mein Schlaf  heilig, so dass die Abendsessions selten geworden sind. Ab und an kommt es vor, dass ich morgens gegen 4 oder 5 Uhr mit einem Schreibimpuls aufwache. Dann stehe ich auf, koche mir einen Tee und lege einfach los. Als ich Wer stärker fühlt, hat mehr vom Leben geschrieben habe, war ich zusätzlich vier Mal eine Woche lang in Dänemark.

Haben Sie dabei feste Rituale?

Ich brauche zum Schreiben einen aufgeräumten Schreibtisch und mag das wohlige, gemütliche Gefühl, wenn eine Tasse Tee neben meinem Laptop steht. Unsere Teebecher haben wir in Dänemark in einer Töpferei gekauft. So schwingen beim Schreiben auch immer die nordische Weite, Naturnähe und der Blick übers Meer mit.

Arbeiten Sie mit einem Notizheft, einer Pinnwand oder Ähnlichem?

In der Recherchephase sammle ich die Materialien in einer Mappe oder mit einem Klemmbrett pro Kapitel. Allerdings drucke ich inzwischen weniger aus, weil ich einen cleveren digitalen Helfer entdeckt habe: Auf pocket lege ich Quellen und Artikel, die ich online finde, ab und ordne sie in selbst gewählten Kategorien. Das funktioniert sehr gut. Auch wenn ich nach wie vor lieber auf Papier lese. Dennoch versuche ich das Drucken zu reduzieren. Wenn ich mein Recherche-Material nicht mehr brauche, nutze ich die Rückseiten der Drucke als Schmierpapier.  

Was wollten Sie als Kind werden?

Geografie studieren, Fotografin werden und Bücher schreiben. Doch das hat sich alles nicht mit den Werten und Erwartungen meines Umfeldes vertragen. Ich hatte damals noch nicht das Selbstvertrauen, meinem inneren Ruf zu vertrauen und zu folgen. Stattdessen habe ich nach dem Umweg über ein Semester Jura erst Mediendokumentation und zusätzlich noch PR studiert. Im PR-Studium habe ich das Schreibhandwerk gelernt. Mit Mitte 20 habe ich mich selbständig gemacht, viel für die Wirtschaft getextet und mich persönlich im Bereich Coaching, Achtsamkeit, Hochsensibilität, Emotionen und Waldbaden weitergebildet. Im Nachhinein betrachtet war mein Weg so genau richtig. Ich habe eine Menge unterschiedlicher Erfahrungen gesammelt, schreibe Bücher, arbeite mit Menschen, liebe es zu fotografieren, bin viel draußen in der Natur und ein sehr erdverbundener Mensch.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Ich habe immer gerne gelesen, meine Gefühle schriftlich ausgedrückt und mir immer mal wieder Gedanken darüber gemacht, wie das mit dem Bücherschreiben wohl gehen könnte. Aber ich wusste lange nicht, worüber ich hätte schreiben sollen. Einen Roman habe ich mir nicht zugetraut und für ein Sachbuch fehlte mir die Expertise. Als ich dann begann, mich intensiv mit dem Thema Hochsensibilität auseinanderzusetzen, wusste ich, dass ich dazu publizieren muss, besuchte einen Autorenworkshop und fand meinen ersten Verlag. Damit fing mein Weg als Autorin an.

Welcher Autor oder welches Buch hat Sie nachhaltig geprägt?

Das sind einige: Die Bienenhüterin von Sue Monk Kidd, Die Nebel von Avalon von Marion Zimmer Bradley, The Big Five for Life von John Strelecky, Jenseits der Norm – hochbegabt und hoch sensibel von Andrea Brackmann, Zart besaitetvon Georg Parlow, Der Biophilia Effekt von Clemens G. Arvay und Die Hexe von Portobello von Paulo Coelho. Genauso wie die vielen, vielen Bücher, die ich als Kind und Jugendliche gelesen habe – von Astrid Lindgren, Enid Blyton, Peter Härtling, Christine Nöstlinger, Klaus Kordon, Michael Ende, Jostein Gaarder, Mirjam Pressler und anderen.

Welcher Autor sollte unbedingt noch entdeckt werden?

Janine Bonk und ihr Buch Der Sonnenkreis – Den Bewusstseinsweg gehen, weil ich außer ihr keine Frau und Mutter in meinem Alter kenne, die so belesen ist, bereits in ihrer Kindheit viele Impulse aus verschiedenen Weisheitslehren bekommen und eine so klare und beständige Tiefe hat, wie sie. Alexandra Thoese mit ihrem Buch Seelenpoesie. Worte, die das Herz berühren, weil sie wahre, echte Worte findet für alle, die das Leben tiefer erfühlen wollen. Und dann gibt es da noch die Texte von Katrin Sorgenfrey, in denen es um Weiblichkeit, Sinnlichkeit, Frau-Sein, Echtheit und Natürlichkeit geht. Drei Frauen, die mich inspirieren!

Welches Buch hat Sie jüngst begeistert?

Der Zopf von Laetitia Colombani hat mich inspiriert wie lange kein Buch mehr. Eine so fein verflochtene und tiefgründige Geschichte. Mit meiner kleinen Tochter teile ich die Begeisterung für die Bücher von Kiesel, der Elfe von Nina Blazon. Auch ihr Buch Ein Baum für Tomti war ein echter Vorlesegenuss.

Wen oder was wollen Sie unbedingt noch lesen?

Walden von Henry David Thoreau, Maja Lunde mit Die Geschichte der Bienen und die Bücher von Wolf Dieter Storl Wir sind Geschöpfe des Waldes und Die Pflanzen der Kelten.

Was lesen Sie zurzeit?

Zu viele Bücher auf einmal! Das Lavendelzimmer von Nina George, Essentialismus von Greg McKeown, Die Weisheit der Wechseljahre von Dr. Christiane Northrup und Bleib auf Deinem Weg: Die Weisheit eines alten Indianers von Joseph M. Marshall.

Wo lesen Sie am liebsten?

Abends im Bett, in meinem Sessel, in der Natur oder im Urlaub auf einer gemütlichen Couch.

Wofür legen Sie jedes Buch beiseite?

Für Begegnungen und Gespräche mit meinen Lieblingsmenschen. Wenn es Zeit ist zu schreiben, statt zu lesen. Oder wenn ich den Ruf der Natur spüre. Dann geht es ab nach draußen, am liebsten in den Wald!

 

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Wer stärker fühlt, hat mehr vom Leben
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