Zum Tode von
Ramiro Pinilla

Ein Nachruf von Patricia Reimann, dtv Lektorat Literatur

Nachruf Ramiro Pinilla
Wir betrauern den Tod unseres Autors Ramiro Pinilla, der am Donnerstag, den 23. Oktober in seiner baskischen Geburtsstadt Bilbao 91-jährig starb.Pinilla war ein hoch gebildeter, spät berufener und spät gelesener Literat, dessen geistige Unbestechlichkeit herausragte: Seine Romane veröffentlichte er jahrzehntelang in kleinen lokalen Verlagen, weil er mit den Usancen der Branche nicht konform ging.

Geprägt von den Schrecken des Spanischen Bürgerkrieges und sensibilisiert durch die historischen Verwerfungen seiner baskischen Heimat wurde Pinilla so etwas wie ein baskischer Faulkner. Er schuf in seinen Romanen eine Art Mythologie dieses Flecken Erde am Meer.

Sein Roman ›Der Feigenbaum‹ erschafft die Parabel eines Dorfes während des Faschismus. Seine Werke kreisen immer wieder um Opportunismus, Mitläufertum und Schuld. Pinilla selbst war ein Patriot, aber kein Nationalist. Befragt nach der ETA, fiel sein Votum eindeutig aus: Das ist Terror und eine Geisel der Gesellschaft. Ein politischer Schriftsteller, dessen Stoffe aber immer das Menschliche und Mitmenschliche auf anrührende Weise in den Mittelpunkt rückten.

Seit seiner Wiederentdeckung in Spanien 2004 wurde Pinilla vielfach ausgezeichnet und endlich auch viel gelesen – als ein Klarsichtiger, ein Unbeugsamer.

Patricia Reimann, dtv Lektorat Literatur

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Ramiro Pinilla
Nur ein Toter mehr
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