… als Fotograf

»Mit meinen Fotos will ich ausdrücken, was ich sprachlos empfinde. Die Bilder geben nur scheinbar die Wirklichkeit wieder. Es geht mir nicht um die Abbildung der Außenwelt, sondern um die Gewinnung einer anderen sehr subjektiven Wirklichkeit, die nur auf dem Foto existiert.«
Benno Hurt

Serie ›Außenbezirke‹
In den urbanen Szenarien wird die Gleichzeitigkeit von Gestern und Heute thematisiert. Obwohl Menschen in den Bildern selten zu sehen sind, handeln die Bilder von ihnen. Menschen sind durch sie hindurchgegangen. Die Kotflügel der von ihnen gefahrenen Autos schieben sich in die Bilder.

Serie ›Standfotos‹
»Irgendwann hat Benno Hurt angefangen, Personen in seine Szenarien zu stellen. Vergleichbar den Schneiderpuppen, die bei Giorgio de Chirico die rätselhafte Atmosphäre seiner metaphysischen Plätze konkretisieren. Personengruppen, die in einen Handlungsablauf begriffen sind. Der Ausgang ist ungewiß, mehrdeutig: eine zufällige Begegnung, eine erotische Beziehung, die wie die Schauplätze gleichnishaft bleibt … Auf manchen Bildern kombiniert Hurt Gesellschaftsstücke, die man in die fünfziger Jahre rücken möchte, mit liebevoll gepflegten Kleinwagen und unnachahmlichen Gesten. Doch weist die Künstlichkeit der wie auf einer Bühne agierenden Menschen in die achtziger Jahre. Der gesättigte Blick der Postmoderne inszeniert aus Themen und Orten leuchtende Farbbilder, ja regelrecht Gemälde.«

Veit Loers, ehemals Direktor des Städt. Museums Abteiberg Mönchengladbach, und Kurator der Bundeskunstsammlung