Anja Jonuleit

Autorin von: Herbstvergessene

Anja Jonuleit

1. Wie sieht Ihr Schreiballtag aus?

Morgens, wenn ich meine drei Mädels auf den Weg gebracht habe, koche ich mir einen großen Mug Kaffee und schreibe zunächst drei Seiten handschriftlich. Dann wecke ich meinen Sohn, frühstücke mit ihm, bringe ihn in den Kindergarten und gebe dann den handschriftlichen ›Ertrag‹ des Morgens in den PC ein und schreibe dort weiter bis ca. 12.30 Uhr.

2. Haben Sie dabei feste Rituale?

Da bei mir meist ›die Zeit läuft‹ halte ich mich nicht groß mit Ritualen auf: wenn ich den Stift senke, wird geschrieben. Nur der Mug Kaffee ist ein Muss!

 

3. Schreiben Sie von Hand?

Wie schon gesagt … Und ja, ich verwende dabei auch Notizen, die ich mir hin und wieder ›unterwegs‹ mache.

4. Was wollten Sie als Kind werden?

Ich erinnere mich an zwei vage Vorstellungen: die eine hatte ›etwas mit Malen‹ zu tun, die andere bewegte sich in Richtung ›Kriminalkommissar‹ (wohl die Folge von übermäßiger Krimilektüre).

5. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Beim Übersetzen von Marcello Fois‘ Roman ›Meglio Morti‹. Das war für mich eine Art Aha-Erlebnis … so funktioniert ein Buch also! Daraufhin habe ich mein erstes Buch, ›Das Wasser so kalt‹, geschrieben, ein Projekt, das sich über zwei Jahre hinzog.

6. Welcher Autor/welches Buch hat Sie nachhaltig geprägt?

›Prägen‹ ist ein großes Wort. Natürlich hofft man, dass man von Schriftstellern, deren Werk man bewundert, ›geprägt‹ wird. Ich möchte hier lieber sagen, welche Schreibe mich nachhaltig beeindruckt hat … Vielleicht zuerst Sylvia Plath und ›Tulips‹ (unbedingt im Original), Ted Hughes’ Antwort nach einem dreißigjährigen Schweigen mit den ›Birthday Letters‹. ›Krabat‹ von Otfried Preußler. Wunderbar und schrecklich zugleich finde ich ›Alle Menschen sind sterblich‹ von Simone de Beauvoir. Judith Hermann. Elio Vittorini mit ›Conversazione in Sicilia‹, Dino Buzzatis ›Deserto dei Tartari‹. Und dann natürlich Autoren wie Mankell, Hakan Nesser und Elizabeth George. Sie sehen, alles bunt gemischt und ich finde kein Ende…

7. Welcher Autor sollte unbedingt noch entdeckt werden?

Fleur Jaeggy, eine Schweizer Autorin, die bei uns nahezu unbekannt ist. ›Die seligen Jahre der Züchtigung‹ ist für mich sprachlich eines der stärksten Bücher. Dann Catherine Guillebaud mit ›Sie ist weg‹. Und ›Stallone‹ von Emmanuèle Bernheim.

8. Welches Buch hat Sie jüngst begeistert?

Haruki Murakami: ›Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah‹; Christian Pernath: ›Ein Morgen wie jeder andere‹.

9. Wen oder was wollen Sie unbedingt noch lesen?

›Das Buch der Unruhe‹ von Pessoa.

10. Was lesen Sie zurzeit?

Ich entdecke gerade die Hunkeler-Krimis von Hansjörg Schneider.

11. Wo lesen Sie am liebsten?

Im Bett.

12. Wofür legen Sie jedes Buch beiseite?

Für Hommos mit Fladenbrot!

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