Susanne Goga

Die Schöpferin der Leo-Wechsler-Krimis über ihren Schreiballtag und ihre Liebe zu Büchern

Susanne Goga

2001 hat sie sich selbst vor die Entscheidung gestellt, erzählt sie: Dissertation oder endlich ein Roman. Inzwischen hat Susanne Goga mit ›Mord in Babelsberg‹ ihren vierten Leo-Wechsler-Band veröffentlicht. In ihren hervorragend recherchierten Krimis lässt sie das Berlin der 20er-Jahre wiederauferstehen. Wie ihr Schreiballtag aussieht, was sie liest – und wofür sie jedes Buch beiseite legt, erzählt sie im Interview.

1. Wie sieht Ihr Schreiballtag aus?

Der Morgen ist dem Übersetzen vorbehalten. Dabei folge ich einem ziemlich festen Schema, da ich eine Vorlage habe und mir die Menge, die ich schaffen möchte oder muss, gut einteilen kann.
Schreiben passiert immer – nachmittags, abends, am Wochenende, im Urlaub und natürlich im Hinterkopf, während ich völlig andere Dinge mache. Ich setze mir keine feste Zahl an Seiten oder Wörtern, es gibt gute und schlechte Tage, die sich ausgleichen.

2. Haben Sie dabei feste Rituale?

Manchmal hilft Tee oder Portwein, dann wieder die richtige Musik. Aber das ändert sich von Tag zu Tag und hängt auch von der Stimmung dessen ab, was ich gerade schreibe. Na ja, vielleicht habe ich doch ein kleines Ritual – wenn ich festhänge, schaue ich in den Garten. Ich sitze vor einem großen Fenster, und der Ausblick hilft, die Gedanken aufzuräumen.

3. Schreiben Sie von Hand?

Bücher nie – nur Einkaufszettel, Postkarten und Schulentschuldigungen.

4. Was wollten Sie als Kind werden?

Nachdem ich Lesen gelernt hatte, wollte ich selbst Bücher schreiben. Und später dann auch Bücher übersetzen. Ich wollte beruflich immer »was mit Büchern« machen, etwas anderes kam für mich nie in Frage.

5. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

2001 wurde mir klar, dass ich neben dem Übersetzen noch etwas anderes machen wollte. Also habe ich mich vor die Entscheidung gestellt, meine begonnene Dissertation weiterzuschreiben oder mich endlich an einen Roman zu setzen. Der Roman hat gewonnen. Und dann wurden es immer mehr.

6. Welcher Autor/welches Buch hat Sie nachhaltig geprägt?

Einen einzigen Namen zu nennen, wäre ungerecht allen anderen Autoren gegenüber, deren Bücher ich im Laufe der Jahrzehnte gelesen und genossen und von denen ich so viel gelernt habe. 

7. Welcher Autor sollte unbedingt noch entdeckt werden?

Ford Madox Ford. Seine in Deutschland leider vergriffene Tetralogie ›Parade‘s End‹ (›Keine Paraden mehr‹) –  ja, das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl – hat mich von allem, was ich in den vergangenen Jahren gelesen habe, am meisten beeindruckt und gefordert.

8. Welches Buch hat Sie jüngst begeistert?

Siehe Frage 7. Und die Patrick-Melrose-Romane von Edward St. Aubyn.

9. Wen oder was wollen Sie unbedingt noch lesen?

Eine ganze Menge, nach dem Buch ist vor dem Buch. Als Nächstes wohl ›The Lost City of Z‹ von David Grann über einen legendären Amazonasforscher.

10. Was lesen Sie zurzeit?

Atlas eines ängstlichen Mannes‹ von Christoph Ransmayr, einem der Autoren, von denen ich möglichst alles lese.

11. Wo lesen Sie am liebsten?

Wo immer ich gerade bin.

12. Wofür legen Sie jedes Buch beiseite?

Meine Familie. Ein gutes Essen. Einen guten Film. Eine Reise (wobei ich ausgezeichnet im Auto lesen kann).

 

Die Leo-Wechsler-Krimis:

Susanne Goga
Tod in Blau
Susanne Goga
Leo Berlin
Susanne Goga
Die Tote von Charlottenburg
Susanne Goga
Mord in Babelsberg

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.