Vanessa Roggeri

Vanessa Roggeri
Die sardische Schriftstellerin Vanessa Roggeri hat mit ›Das wilde Herz des Wacholders‹ in Italien einen Bestseller veröffentlicht; gerade ist das Buch bei dtv erschienen. Die Geschichte von Ianetta, die als siebte Tochter zu Welt kommt und somit nach dem Volksglauben als Hexe gilt, ist ein ungewöhnlicher Frauen- und Sardinienroman. Im Interview erzählt Vanessa Roggeri uns, was sie zum Schreiben inspiriert hat.

1. Wie sieht Ihr Schreiballtag aus?

Um in Schreibfluss zu kommen, muss ich die Szenen zunächst vor meinem geistigen Auge entstehen lassen, worüber meistens der Vormittag vergeht. Die Geschichte entwickelt sich also zuerst in meinem Kopf, ich mache mir ein paar Notizen dazu, und irgendwann fühle ich mich dann bereit, das Erdachte niederzuschreiben. Auf diese Weise überkommt mich nie die »Angst vor dem weißen Blatt«, weil ich vor dem Schreiben die Handlung immer schon in allen Einzelheiten im Kopf habe und es dann nur noch darum geht, wie ich sie erzähle.

2. Haben Sie dabei feste Rituale?

Nein, ich habe kein besonderes Ritual. Um mich in meine Geschichte versenken und vollkommen Zeit und Raum vergessen zu können, brauche ich eigentlich nur Ruhe. Und es darf keiner um mich herum sein.

3. Schreiben Sie von Hand?

Von Hand schreibe ich nur das, was mir beim Entwickeln des Plots durch den Sinn geht. Die Geschichte selbst schreibe ich dann aber immer direkt am Computer. Sobald meine Finger die Tastatur berühren, gerate ich automatisch in den »Autorinnen-Modus«.

4. Was wollten Sie als Kind werden?

Als Kind wollte ich Archäologin werden, so eine Art weiblicher Indiana Jones. Die Leidenschaft für Archäologie und Paläontologie habe ich mir übrigens bis heute bewahrt.

5. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Ich habe schon früh, so etwa im Alter von 15 Jahren, damit angefangen. Meine ersten Erzählungen schrieb ich, weil mir das Lesen von Geschichten anderer einfach nicht mehr reichte. Irgendwie verspürte ich das dringende Bedürfnis, meine blühende Phantasie zu kanalisieren und die Welt der Gefühle durch meine ausgedachten Figuren zu erforschen. Und das ist auch einer der Gründe, warum ich schreibe: Ich will auch meinen Lesern diese Emotionen vermitteln, sie in meine Welt entführen, Schreiben ist einfach meine Berufung.

6. Welcher Autor/ welches Buch hat Sie nachhaltig geprägt?

Emily und Charlotte Brontë. Und das nicht nur, weil die beiden viel zu jung gestorbenen Brontës solch meisterhafte Klassiker geschrieben haben. Nein, ich bewundere die Schwestern auch für das, was ihr literarisches Werk vertritt: die stürmische Leidenschaft, die mit der Vergangenheit und den sozialen und kulturellen Konventionen bricht, und den unbändigen Wunsch nach Freiheit, Glück und Selbstbestimmung. Im puritanischen England des 19. Jahrhunderts konnten sie dies zwar leider nicht im wirklichen Leben erfahren, aber immerhin lebten sie es in ihren wunderbaren, emotionsgeladenen Geschichten aus.

7. Welches Buch hat Sie jüngst begeistert?

›Das Parfum‹, von Patrick Süskind. Ein ganz hervorragender Roman!

8. Wen oder was wollen Sie unbedingt noch lesen?

›Sehnsucht‹, von J. D. Landis.

9. Was lesen Sie zurzeit?

›Der Distelfink‹ von Donna Tartt.

10. Wo lesen Sie am liebsten?

Zum Lesen setze ich mich gern auf die Steinbank unter dem Ahorn in meinem Garten.

11. Wofür legen Sie jedes Buch beiseite?

Wenn mir ein Buch richtig gut gefällt, dann verschlinge ich es in einem Rutsch und unterbreche die Lektüre nur, um was zu essen oder zu schlafen.

›Das wilde Herz des Wacholders‹ ist als Klappenbroschur und eBook erhältlich:

Vanessa Roggeri
Das wilde Herz des Wacholders
Vanessa Roggeri
Das wilde Herz des Wacholders

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.