Zu Besuch bei … Andreas Schimmelbusch im Interview

Mit seinem Roman ›Habe nichts mehr außer mir‹ debütierte der Regisseur und Drehbuchautor Andreas Schimmelbusch jüngst auf dem literarischen Parkett. Es sind verquere Liebesgeschichten, Einsamkeitsgeschichten und Geschichten über den Hunger nach Geschichten. Wie er selbst diesen Hunger zu stillen versucht, erzählt er im Interview.

Wie sieht Ihr Schreiballtag aus?
Zurzeit schreibe ich einer Hütte in den Bergen, bei dichtem Nebel. Ich fange meistens am frühen Abend an und schreibe in die Nacht hinein.

Haben Sie dabei feste Rituale?
Ich höre Musik, telefoniere, trinke zu viel Kaffee, und versuche am Ende so aufzuhören, oft mitten im Gedanken, dass ich am nächsten Tag leicht wieder einsteigen kann.

Arbeiten Sie mit einem Notizheft, einer Pinnwand o.Ä.?
Mit Notizbüchern oder losen Blättern, wo Struktur und Ablauf immer wieder neu skizziert werden, dann in regelmäßigen Abständen zusammengefasst, ausgewertet. Gewöhne mir gerade an, das alles gleich digital zu fixieren.

Was wollten Sie als Kind werden?
Ich glaube, ich hatte da keine genaue Vorstellung, womöglich etwas Kreatives.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Ich schreibe bewusst seit der zehnten Klasse.

Welcher Autor/welches Buch hat Sie nachhaltig geprägt?
›Der Meister und Margarita‹ von Bulgakow, wegen seines Humors und seiner bissigen Eleganz.

Welcher Autor sollte unbedingt noch entdeckt werden?
Joan Didion, besonders die Romane ›Play It As It Lays‹ und ›A Book of Common Prayer‹, wegen
der radikalen Frauenfiguren.

Welches Buch hat Sie jüngst begeistert?
›Pond‹ von Claire-Louise Bennett, wegen des fast märchenhaften Settings. ›Lincoln in the Bardo‹ von George Saunders, wegen der überraschenden, experimentellen Struktur.

Wen oder was wollen Sie unbedingt noch lesen?
Ich lese immer schon sehr gerne Interviews, und suche derzeit Interviews with Francis Bacon von David Sylvester.

Was lesen Sie zurzeit?
›Tenth of December‹ von George Saunders, ›Inferno‹ von Eileen Myles, ›Das dreißigste Jahr‹ von Ingeborg Bachmann, und eine Biographie von Francis Bacon.

Wo lesen Sie am liebsten?
Wenn ich unterwegs bin, im Zug, im Flugzeug, auf Reisen.

Wofür legen Sie jedes Buch beiseite?
Wenn ich irgendwo ankomme, siehe oben, oder wenn sonst etwas Lebensnahes passiert.

Andreas Schimmelbusch
Habe nichts mehr außer mir
Andreas Schimmelbusch
Habe nichts mehr außer mir

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