Zu Besuch bei … Anja Jonuleit

Wie schreibt es sich am besten? Einfach anfangen! …und das Warmschreiben nicht vergessen: Ein Besuch in der Schreibwerkstatt von Anja Jonuleit und ein Gespräch über das Lesen, Schreiben und ihren Weg dorthin.

Wie sieht Ihr Schreiballtag aus?
Ich schreibe jeden Tag von kurz vor sieben bis mittags, am Wochenende starte ich etwas später. Ich schreibe immer erst drei Seiten von Hand und switche dann um auf den Computer. Wenn es mich besonders packt oder wenn eine Deadline näher rückt, schreibe ich auch mal am Nachmittag.

Haben Sie dabei feste Rituale?
Einfach anfangen, das ist, denke ich, mein Ritual.

Arbeiten Sie mit einem Notizheft, einer Pinnwand o.Ä.?
Sagen wir mal so: nicht systematisch. Ich habe ein Pinnwand, die ich zu Beginn des Projekts auch brav bestücke, dann aber meist nicht weiter beachte. Wenn mir was durch den Kopf schießt, kritzele ich es oft auf irgendein Stück Papier, das gerade in der Nähe ist … ein Kassenzettel, eine Zeitung.

Was wollten Sie als Kind werden?
Kriminalkommissar oder Entwicklungshelfer oder Künstler (Maler!)

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Beim Übersetzen meines ersten Buches, eines Romans von Marcello Fois aus dem Italienischen, hatte ich plötzlich das Gefühl, hinter die Kulissen zu schauen und zu begreifen, „wie ein Buch funktioniert“. Ich habe dann ein Experiment gestartet, das zwei Jahre gedauert hat. Daraus geworden ist mein erstes Buch, „Das Wasser so kalt“, übrigens mein einziges, das nicht bei dtv erschienen ist. 

Welcher Autor/welches Buch hat Sie nachhaltig geprägt?
Eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist. Wahrscheinlich ein Gemenge aus allen, die ich je gelesen habe. Konkret aber würde ich sagen: Natalie Goldberg mit „Writing Down the Bones“, dir mir mit ihrer herrlich amerikanisch-pragmatischen Art ganz einfach Mut gemacht hat und Julia Cameron mit der Idee der „Morgenseiten“.

Welcher Autor sollte unbedingt noch entdeckt werden? (Warum?)
Wieder neu entdeckt werden sollte „Der wiedergefundene Freund“ von Fred Uhlman, ein schmales, bescheiden daher kommendes Büchlein; der Autor schafft es, mit dem letzten Satz alles Vorherige ins Gegenteil umzukehren. Für mich eines der bewegendsten Bücher.

Welches Buch hat Sie jüngst begeistert?
„The Kind Worth Killing“ von Peter Swanson. Wow! 

Wen oder was wollen Sie unbedingt noch lesen?
Ich habe schon ein paar Bücher auf dem Radar, die aber noch nicht erschienen sind, so die jeweils neuen von Robert Galbraith, Joël Dicker, Ellen Sandberg.

Was lesen Sie zurzeit?
Gregs Tagebuch 13. (Ich habe sie alle gelesen und finde sie alle klasse!)

Wo lesen Sie am liebsten?
 „Wo“ ist bei mir eher nicht die Frage, die sich aufdrängt, vielmehr das „Wann“. Ich würde gerne viel mehr lesen, komme aber vor lauter Aufgaben eigentlich nur abends dazu, im Bett, vor dem Einschlafen. 

Wofür legen Sie jedes Buch beiseite?
Ich würde lieber mal wieder öfters eines zur Hand nehmen …

 

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