Zu Besuch bei… Dagmar Geisler

Interview mit der Autorin und Illustratorin Dagmar Geisler

dagmar geisler

Es sind nicht nur eine Vielzahl von Kinderbüchern mit ihren Illustrationen erschienen, inzwischen hat sie sich Dagmar Geisler auch als Autorin einen Namen gemacht. Bei dtv junior sind von ihr zahlreiche Titel erschienen, u.a. die bekannten und beliebten Wanda-Bände sowie die Chaos-Comics von Luis. In ihrer neuen Reihe ›Die Tintenkleckser‹ schreibt und illustriert sie liebevoll die Schulabenteuer der wilden 3a. Im Interview berichtet Dagmar Geisler über ihren Schreiballtag und ihre »Lust Text mit Bild zu verbinden«.

Wie sieht Ihr Alltag als Autorin und Illustratorin aus?
Meine Vorstellung von einem gelungenen Tagesablauf sieht so aus: Noch vor dem Aufstehen, die ersten Seiten schreiben, vielleicht mit einer ersten Tasse Kaffee neben mir. Dann ein Spaziergang durchs Tal, bis zur Mittagspause weiterschreiben, etwas leckeres Essen und dann das schöne Nachmittagslicht zum Zeichnen nutzen. Abends mit netten Menschen plaudern. In der Wirklichkeit gerät mir das aber immer durcheinander und ich bin froh, wenn wenigstens der ein oder andere Tagungsordnungspunkt so abläuft, wie ich es mir wünsche.

Haben Sie dabei feste Rituale?
Der morgendliche Kaffee im Bett mit meinem Notizbuch auf dem Schoß ist vielleicht so ein Ritual. Ich kann von da aus in den Garten schauen und der Welt beim Wachwerden zusehen.

Schreiben und zeichnen Sie von Hand?
Notizen und Skizzen mache ich immer von Hand. Und die Zeichnungen habe ich bisher stets auf Papier gemacht. Die Bilder zu den ›Tintenklecksern‹ sind mein erster Versuch mit der digitalen Illustration und ich war ganz verblüfft, wie spannend ich das finde, obwohl ich so verliebt in jede Art von Papier bin.

Was wollten Sie als Kind werden?
In der Grundschule habe ich auf diese Frage immer voller Inbrunst „Schriftstellerin“ geantwortet. Auf dem Gymnasium hat man versucht, mir diese „Flausen“ auszutreiben. Aber meine Lust zu Schreiben und zu Zeichnen hat sich davon nur vorübergehend kleinkriegen lassen.

Wie sind Sie zum Schreiben und Illustrieren gekommen?
Ich wollte das schon immer und so bin ich zunächst Illustratorin geworden. In den ersten Jahren habe ich jeden Job angenommen, der mit dem Zeichnen zu tun hat: Gerichtszeichnerin, Cartoonistin, Porträtzeichnerin auf Messen und Märkten, sogar vierbeinige Lieblinge habe ich manchmal porträtiert. Endlich mit dem Schreiben anzufangen, hat mich in dieser Zeit immer als Wunsch begleitet.

Welcher Autor/ welches Buch hat Sie nachhaltig geprägt?
Rolf Hochhuth ist an allem schuld. In meiner Kindheit gab es drei Bücher, die ich immer wieder in die Hand genommen und sogar mit der Lupe studiert habe: Den Doppelband mit den gesammelten Werken von Wilhelm Busch und eine Sammlung mit Geschichten und Gedichten von Theodor Storm. Diese waren alle sehr kühn mit Zeichnungen aus den Skizzenbüchern von Adolf Menzel bebildert. Später habe ich erfahren, dass die Bücher alle von Rolf Hochhuth, der damals Lektor bei Bertelsmann war, herausgegeben worden sind. Meine Lust Text mit Bild zu verbinden hat er dadurch zumindest gefördert.

Welcher Autor sollte unbedingt noch entdeckt werden?
Da bleibe ich doch gleich bei dtv. Denn hier haben zwei Frauen etwas veröffentlicht, das ich nicht deshalb empfehle, weil ich mit ihnen befreundet bin, sondern weil ich beide Bücher für sehr gut und originell halte. Den Werdegang der Texte habe ich jeweils ein Stück weit mitverfolgt. Claudia Brendler: ›Fette Fee‹ und Angelika Jodl: ›Die Grammatik der Rennpferde‹. Beide große Klasse, wirklich!

Welches Buch hat Sie jüngst begeistert?
Ein Buch, das ich schon in meiner Kindheit geliebt habe, ist mir kürzlich in einem anderen Zusammenhang wieder begegnet: ›Sturm im Mumintal‹ von Tove Jansson. Besonders angetan hat es mir die Szene in der der Muminvater ein Theaterstück schreiben will. Herrlich!

Wen oder was wollen Sie unbedingt noch lesen?
Ich sehne mich nach Büchern, die auf eine kluge und witzige Weise unterhaltend sind. Komischerweise sind die trotz der vielen Neuerscheinungen, die es jedes Jahr gibt, gar nicht so leicht zu finden.

Was lesen Sie zurzeit?
Gerade habe ich ›Armut ist ein brennend Hemd‹ von Annegret Held angefangen zu lesen, weil mir ihr ›Apollonia‹ schon so gut gefallen hat. Beide Romane spielen im Westerwald, eine Gegend an die sich viele meiner Kindheitserinnerungen knüpfen.

Wo lesen Sie am liebsten?
In meinem Bett mit Blick in den Garten. Bei schönem Wetter unter dem Apfelbaum, den ich vom Fenster aus sehen kann.

Wofür legen Sie jedes Buch beiseite?
Für Besuch von lieben Freunden, reden, lachen, Quatsch machen.

 

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