Zu Besuch bei … Krischan Koch

Moin Moin!

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Diesseits wie jenseits des Weißwurstäquators begeistern Krischan Kochs schräge Nordseekrimis seine Leser. Bei dem (Nord-) deutschen Krimispaß ist ein Lachmuskelkater vorprogrammiert. Dorfpolizist Thies Detlefsen löst Morde, Banküberfälle und mehr … und das auf seiner ganz eigene, charmante Art und Weise. Im Gespräch gibt der Autor Einblicke in seinen Schreiballtag und verrät, welche Schriftsteller ihn inspirierten.

  1. Wie sieht Ihr Schreiballtag aus?

Vor allem schreibe ich auf Amrum, wo ich einen Teil des Jahres lebe. In unserer Wohnung habe ich einen kleinen Schreibtisch, auf den grade mein Notebook und eine Tüte dänische Lakritzen passen. Dort schreibe ich mit Blick über das Wattenmeer. Vor allem abends und dann in die Nacht hinein bis mindestens vier Seiten geschafft sind.

 

  1. Haben Sie dabei feste Rituale?

Morgens radle ich erst zum Krabbenkutter und besorge Fisch für den Abend. Bis zum Nachmittag geht es an den grandiosen Amrumer Strand. Meine Frau gibt mir die entscheidenden Tipps für den aktuellen Fall. Dann muss ich nur noch schreiben.

 

  1. Arbeiten Sie mit einem Notizheft, einer Pinnwand o.Ä.?

Unterwegs immer dabei: Das kleine rote ›Moleskine‹-Notizbuch. Darin sammle ich alle Ideen.

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Krischan Koch an seinem geliebten Schreibtisch auf Amrum
  1. Was wollten Sie als Kind werden?

Zu allererst Friseur. Mein erstes Opfer war dann mein Lieblingsteddy, und dann mussten die Fransen des Wohnzimmerteppichs dran glauben.

 

  1. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Als Kind habe ich die Karl-May-Bücher, wenn sie zu Ende gelesen waren, einfach weitergeschrieben. Das wurde dann in unserer Straßenzeitung veröffentlicht (Auflage: 1 Exemplar). In der Schule ›Jerry-Cotton‹-Parodien und erstes Kabarett. Mit dem Kabarett ging es weiter. Dann Filmkritiken für ›DIE ZEIT‹ und seit vielen, vielen Jahren vor allem für den ›NDR‹.

 

  1. Welcher Autor/welches Buch hat Sie nachhaltig geprägt?

Als Kind ›Tom Sawyer und Huckleberry Finn‹, als Jugendlicher ›Der Fänger im Roggen‹ und als Erwachsener die ›Rabbit‹-Romane von John Updike. Und dann immer wieder T.C. Boyle.

 

  1. Welcher Autor sollte unbedingt noch entdeckt werden?

Bernd Cailloux, vor allem ›Das Geschäftsjahr 1968/69‹. Wunderbar komische Dialoge und herrliche Typen, die zwischen silbernen Tapeten wohnen, schwarze Citroens fahren und sich von Frank Zappa Widmungen in ihren Personalausweis schreiben lassen. Der deutsche Roman über die gute alte Hippiezeit.

 

  1. Welches Buch hat Sie jüngst begeistert?

Grade mal wieder Stevensons ›Schatzinsel‹, der in meinem nächsten Buch eine entscheidende Rolle spielen wird.

 

  1. Wen oder was wollen Sie unbedingt noch lesen?

Alle zehn Jahre versuche ich mich an Musils ›Mann ohne Eigenschaften‹. Aber ich glaube, ich gebs jetzt auf.

 

  1. Was lesen Sie zurzeit?

Gavin Ford Kovite/Christopher Gerald Robinson: ›Der Krieg der Enzyklopädisten‹. Ganz aktueller toller Amerikaroman, den ich für den ›NDR‹ bespreche.

 

  1. Wo lesen Sie am liebsten?

In den Dünen am Kniepsand oder im Bett.

 

  1. Wofür legen Sie jedes Buch beiseite?

Für Heimspiele des HSV (diese Leidenschaft teile ich mit meinem Helden Piet Paulsen) und immer wieder fürs Kino.

 

Krimispaß mit Schuss:

Krischan Koch
Mordseekrabben
Krischan Koch
Rollmopskommando
Krischan Koch
Dreimal Tote Tante

Ein Kommentar zu “Zu Besuch bei … Krischan Koch

  • 8. September 2016 um 22:20
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    Vielen Dank für das schöne Interview. In dem super Arbeitszimmer mit Blick übers Watt ist Schreiben bestimmt schön. Und Krischan Koch hat eine tolle Art die norddeutsche Mentalität rüberzubringen. Bald erscheint bei „die Vorleser“ eine Besprechung von einem älteren Buch von Krischan Koch „Grote Grütze mit Schuss“.

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