Zu Besuch bei … Lea Coplin

 

Fernab von lärmenden Cafés, bewacht von Kater Mr. Hobbs und Katze Penny, zaubert Lea Coplin ihre feinfühligen Romane voller Romantik. Wie das Leben einer Vollzeit-Schriftstellerin aussieht, wie man seine Gedanken für Bücher sortiert und welche Lektüre Lea Coplin selbst inspiriert, erfahrt Ihr hier:

Wie sieht Ihr Schreiballtag aus?
Tatsächlich spielt sich mein Arbeitstag völlig unspektakulär zwischen 9 und 17 Uhr ab: Ich wäre gern früher am Rechner, schaffe es aber meistens nicht, und ab 17 Uhr lässt so langsam die Konzentration nach. In den Stunden dazwischen sitze ich an meinem Schreibtisch, vor meinem MacBook, denn da kann ich am besten arbeiten (Wer auch immer es schafft, in lauten, überfüllten Cafés zu schreiben, hat meine volle Bewunderung!), und versuche, ein Tagespensum von 2000 Wörtern hinzubekommen. Manchmal schaffe ich das in vier Stunden, dann bleibt Zeit für Social Media, Interviews etc., manchmal habe ich es in acht noch nicht geschafft, je nach Tagesform.

Haben Sie dabei feste Rituale? 
Erst Kaffee trinken und ein bisschen im Internet surfen, dann Frühstück (Müsli, auch vor dem Rechner), dann Tee und los geht’s mit dem Schreiben. Und wenn ich gerade anfangen will, mich richtig zu konzentrieren, kommt garantiert der Kater vorbei und fordert seine Schmuseeinheit. Ich habe zwei Katzenkörbchen auf dem Schreibtisch stehen (für Kater Mr. Hobbs und Katze Penny), und eins ist eigentlich immer besetzt.

Arbeiten Sie mit einem Notizheft, einer Pinnwand o.Ä.?
Pro Roman habe ich ein Notizbuch, wo ich die ersten Ideen notiere – wenn ich gerade an einem schreibe, fallen mir meistens schon Dinge für das nächste Buch ein. Richtig planen tue ich die Geschichte dann aber wieder am Computer, denn da kann ich mich einfach am besten konzentrieren (und ich tippe auch schneller, als ich mit der Hand schreibe). Neben meinem Schreibtisch hängt außerdem ein Whiteboard, wo ich Gedankenfetzen zum aktuellen Projekt drauf krizzle.

Was wollten Sie als Kind werden?
Ganz früher, also, mit sechs ungefähr, wollte ich Tierärztin werden (meine Tierliebe ist nach wie vor groß!), aber irgendwann hat mich Schreiben mehr interessiert. Seltsamerweise hat es mir schon in der Schule Spaß gemacht, Aufsätze zu schreiben (damit war ich ziemlich allein, soweit ich mich erinnere). Seit ich zwölf war, stand dann mein Berufswunsch Journalistin fest, den ich später ja auch verwirklich habe. Bis 2014 habe ich noch als Redakteurin gearbeitet, seither bin ich Vollzeit-Schriftstellerin.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Vermutlich übers Lesen – Lesen hat mir schon als Kind unglaublich Spaß gemacht,  und dadurch später auch das Schreiben. Zumindest in der Schule, denn leider kann ich nicht von mir behaupten, dass ich in meiner Freizeit stundenlang an der Schreibmaschine vor mich hin getippt hätte. Ich wusste nur, ich wollte es später beruflich machen, und der Journalismus schien mir die logische Konsequenz zu sein. An Schriftstellerei habe ich nie gedacht, ich schätze, das schien mir zu absurd.

Welcher Autor/welches Buch hat Sie nachhaltig geprägt?
Pah, das kann ich so wirklich nicht beantworten. Ich habe immer viel und quer gelesen, ein Buch oder einen Autor gibt es eigentlich nicht für mich. Ich weiß, dass Hermann Hesse meine Liebe zur Sprache vertieft hat. Und dass Maggie Stiefvater mit ihren romantischen Fantasybüchern vermutlich den Wunsch in mir geweckt hat, etwas Ähnliches zu schreiben (weshalb ich mich dann für mein Debüt ›Zurück nach Hollyhill‹ auch für eine Fantasy-Geschichte entschieden habe).

Welcher Autor sollte unbedingt noch entdeckt werden? (Warum?)
Dadurch, dass ich doch eher den Mainstream lese, ist diese Frage auch richtig schwer zu beantworten. Also nenne ich mal … meinen Mann, Bernhard Blöchl :-D Sein Roman, ›Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint‹ hat genau den Wortwitz, den der Titel verspricht.

Welches Buch hat Sie jüngst begeistert?
›Call me by your name‹. Die Sprache hat mir unglaublich gut gefallen.

Wen oder was wollen Sie unbedingt noch lesen?
Unglücklicher Weise habe ich einen ziemlich großen Stapel Bücher, den ich noch lesen möchte. Unter anderem liegt ›Gemina‹ darauf, auf das ich mich schon sehr freue, und ›Das weibliche Prinzip‹ von Meg Wollitzer. Ihr Buch ›Die Ehefrau‹ gehört zu den besten, die ich in der vergangenen Zeit gelesen habe.

Was lesen Sie zurzeit?
Ich höre das Hörbuch ›Schau mir in die Augen, Audrey‹ von Sophie Kinsella. Sie schreibt sehr lustig, das mag ich.

Wo lesen Sie am liebsten?
Ganz egal. Ich habe immer ein Buch dabei.

Wofür legen Sie jedes Buch beiseite?
Für meine Katzen. Und wenn er nett ist, auch für meinen Mann :-D

 

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