Zu Besuch bei … Liv Winterberg

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Liv Winterberg, 1971 in Berlin geboren, studierte Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft. Sie arbeitet als Journalistin, Drehbuchautorin und Rechercheurin und lebt mit ihrer Familie in Berlin. Ihr Debütroman ›Vom anderen Ende der Welt‹ wurde auf Anhieb ein Bestseller. Nun erschien jüngst ihr neuer Roman ›Elisabetta‹ – ein eindrucksvolles literarisches Denkmal über die Künstlerin Elisabetta Sirani. Im Interview spricht die Autorin über ihren Schreiballtag und ihr Interesse an der Archäologie.

1. Wie sieht Ihr Schreiballtag aus?
Sehr unspektakulär. Mit einer Tasse Kaffee geht es am Morgen an den Laptop, und an manchen Tagen komme ich gut voran, an anderen läuft es beschwerlicher. Deshalb gibt es bei mir kein festgestecktes Ziel, wie viele Seiten ich pro Tag schreiben möchte.

2. Haben Sie dabei feste Rituale?
Wie schon gesagt, gehört der Kaffee dazu. Wenn ich den Laptop hochfahre, schaue ich zuerst, was in den Nachrichten thematisiert wird, daraufhin gehe ich meine Mails durch, und dann erst öffne ich das jeweilige Roman-Dokument. Das sind aber keine festen Rituale, eher gewohnte Abläufe, die, wenn es einen Anlass gibt, immer mal anders ausfallen können.

3. Arbeiten Sie mit einem Notizheft, einer Pinnwand o.Ä.?
Nein, Notizhefte nutze ich nur noch selten, dafür habe ich häufig umfangreiche Rechercheordner im Computer, die das ersetzen. Pinnwände habe ich durchaus schon benutzt, beispielsweise wenn ich den Plot eines Romans entwickele. Denn auf einer Pinnwand kann man den Handlungsablauf, aufgelöst in Szenen, gut überblicken.

4. Was wollten Sie als Kind werden?
Oh, das änderte sich dauernd, eine Weile wollte ich gern zum Mond fliegen, obwohl ich noch keine konkrete Vorstellung davon hatte, dass man dazu Astronautin sein sollte. Wirklich lange gehalten hat sich der Berufswunsch der Archäologin, hierüber lässt sich durchaus ableiten, dass mich längst vergangene Zeiten schon früh fasziniert haben.

5. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Bereits als Kind habe ich immer Geschichten erzählt, meiner Schwester oder auch Freundinnen. Sobald ich Schreiben gelernt hatte, versuchte ich, meine Geschichten auf Papier festzuhalten, Comics zu malen oder eine Zeitung für die Nachbarschaft unseres Mehrfamilienhauses zu entwerfen. Die Erkenntnis, dass ich diese Begeisterung auch zum Beruf machen könnte, hat aber noch in weiter Ferne gelegen. Drei wichtige Meilensteine auf dem Weg dorthin waren in jedem Fall das Studium der Germanistik, die Tätigkeit bei einer Filmproduktionsfirma und die ergänzende Drehbuchausbildung.

6. Welcher Autor/welches Buch hat Sie nachhaltig geprägt?
Das waren immer wieder andere, abhängig von der jeweiligen Lebensphase, ich würde mich ungern auf einen Autor oder ein Werk festlegen.

7.   Welches Buch hat Sie jüngst begeistert?
›Ein untadeliger Mann‹ von Jane Gardam, das wäre eine Empfehlung von mir. Dieser leichte und ironisch-humorvolle Ton, der sich durch den Text zieht, hat mich sehr angesprochen. Großartig fand ich zudem die Kunstfertigkeit, über die Verdrängung von den Abgründen und wahren Dramen eines Lebens zu erzählen.

8.   Wen oder was wollen Sie unbedingt noch lesen?
Da warten ganze ›SUB‹, Stapel ungelesener Bücher, in denen unter anderem – das ist wahrscheinlich naheliegend – auch noch ›Eine treue Frau‹ und ›Letzte Freunde‹ liegen.

9. Was lesen Sie zurzeit?
Aktuell sitze ich über sehr viel Rechercheliteratur, aber dazu verrate ich jetzt noch nichts.

11. Wo lesen Sie am liebsten?
Da ich viel lese, gibt es für mich keinen perfekten Ort, für mich ist eher die Tatsache entscheidend, genug Zeit zum Lesen zu haben. Den Zustand, in eine Geschichte zu versinken, liebe ich sehr, und ob ich diesen im Garten, abends vor dem Einschlafen, auf der Couch oder unterwegs erlebe, ist dann eher nebensächlich. Aber es kann durchaus vorkommen, dass ich – versunken ins Buch – unterwegs in Bus und Bahn vergesse, rechtzeitig auszusteigen.

12. Wofür legen Sie jedes Buch beiseite?
Für Zeit mit der Familie und Freunden.

›Elisabetta‹ ist bei iTunes als E-Book erhältlich.

Liv Winterberg beim dtv

Liv Winterberg
Elisabetta
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Sehet die Sünder
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Der Klang der Lüge
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Vom anderen Ende der Welt

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