Coverbild Das wirkliche Leben von Adeline Dieudonné, ISBN-978-3-423-28213-0
Leseprobe
neu

Das wirkliche Leben

Roman
»Nach kaum einer Seite wusste ich, dass ich diesen Roman lieben würde. Zart und roh, magisch und schmerzhaft, wunderschön und gleichzeitig furchterregend hässlich bildet Adeline Dieudonné ›Das wirkliche Leben‹ in all seinen Facetten ab. Ein wahres, kleines Kunstwerk.« Romy Hausmann

Eine Reihenhaussiedlung am Waldrand, wie es viele gibt. Im hellsten der Häuser wohnt ein zehnjähriges Mädchen mit seiner Familie. Alles normal. Wären da nicht die Leidenschaften des Vaters, der neben TV und Whisky vor allem den Rausch der Jagd liebt.
In diesem Sommer erhellt nur das Lachen ihres kleinen Bruders Gilles das Leben des Mädchens. Bis eines Abends vor ihren Augen eine Tragödie passiert. Nichts ist mehr wie zuvor. Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt das Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten. Von Sommer zu Sommer spürt sie immer deutlicher, dass sie selbst die Zukunft in sich trägt, wird immer selbstbewusster – ihr Körper aber auch immer weiblicher, sodass sie zusehends ins Visier ihres Vaters gerät.

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dtv Allgemeine Belletristik
Aus dem Französischen von Sina de Malafosse
Deutsche Erstausgabe, 240 Seiten, ISBN 978-3-423-28213-0
Autorenporträt
Portrait des Autors Adeline Dieudonné

Adeline Dieudonné

Adeline Dieudonné, 1982 in Brüssel geboren, wo sie mit ihren beiden Töchtern auch heute wieder lebt, ist von Beruf Schauspielerin. Nach mehreren preisgekrönten ...
Übersetzerporträt

Sina de Malafosse

Sina de Malafosse, geboren 1984, lebt als Übersetzerin und Lektorin in Toulouse. Sie übersetzt u. a. Pauline Delabroy-Allard, Jean-Paul Didierlaurent und Victor Jestin.
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Pressestimmen

Judith Peters, BRF, Juli 2020
»Das Überraschende an ›Das wirkliche Leben‹ ist seine überzeugende Mischung aus Märchen und Thriller, aus Gesellschaftsroman und Horrorgeschichte.«
Gert Scobel, 3Sat Buchzeit im Sommer, Juni 2020
»Wenn ich nichts über das Buch und seine Autorin gewusst hätte, dann hätte ich garantiert gesagt, dass ist wieder einmal ein typisches Beispiel der Meisterschaft des amerikanischen Erzählens – völlig falsch: die Frau ist Belgierin.«
Thea Dorn, ZDF, Das Literarische Quartett, Mai 2020
»Welche Bücher haben es im Augenblick überhaupt geschafft, einen so in Bann zu ziehen, dass man tatsächlich mal für ein paar Stunden alles stehen und liegen lässt und einfach nur in einer Lektüre versinkt? Diesem Buch ist das gelungen. […] Es ist ein radikales Plädoyer, sich von der Angst nicht hetzen zu lassen.«
Kerstin Hellberg, Stern, April 2020
»Jeder Satz ein Treffer: Adeline Dieudonné zeigt in ihrem Debüt, wie man sich gegen das Unglück wehrt. […] Eine wilde Geschichte, bei der jedes präzise platzierte Wort funkelt, jede Metapher sitzt. […] Die Wucht, mit der die Autorin schreibt, nährt sich aus der Angst, die die Terroranschläge von Brüssel bei ihr hinterließen. Die Energie, mit der sie die Sätze rausfeuert, lieferte die musik, die sie beim Schreiben hört: Death Metal. Die Leichtigkeit, mit der sie Animalisches und Zartes verbindet, macht den Zauber ihres Romans aus.«
Barbara Vinken, 3Sat Buchzeit im Sommer, Juni 2020
»Die Sozialanalyse in diesem Buch ist zwischen den Zeilen einfach brillant.«
Franziska Wolffheim, spiegel.de, April 2020
»Gegen Ende ist im Roman zu lesen: ›Es heißt, dass die Stille, die auf Mozart folgt, immer noch Mozart ist.‹ Die Stille, die auf die Lektüre von Dieudonnés Buch folgt, ist Schockstarre. Ihr Roman ist wie ein Faustschlag, von dem man sich erst mal erholen muss.«
Christine Westermann und Andreas Wallentin, WDR 5, Bücher, April 2020
»Der ganze Roman lebt von einer unglaublichen Spannung, die nicht grell daherkommt, sondern fast schleichend, von Seite zu Seite bedrohlicher wird.«
Angela Wittmann, BRIGITTE, Juni 2020
»Die Coming-of-Age-Geschichte eines Mädchens, das alles tut, damit ihr Bruder wenigstens sein Lachen bewahrt, haut einen um.«
FOCUS, Mai 2020
»Ein Buch wie ein wuchtiger Rocksong: knallend, präzise und sehr lange nachhallend.«
Monika von Aufschnaiter, B5 aktuell, Juni 2020
»Es ist ein Debütroman von seltener Wucht.«
SPIEGEL Bestseller - Das Kulturmagazin, Sommer 2020
»Etwas Stephen King, ein wenig Hitchcock und jede Menge Blut und Tod - und das alles in sanftem Ton erzählt.«
HörZu, Mai 2020
»Adeline Dieudonné wird in Frankreich für ihren teils harten, sehr eindrücklichen Roman gefeiert. Völlig zu Recht.«
rtl.de, Mai 2020
»Mit dramatischen Ereignissen, verpackt in ausdrucksstarke Worte, zieht einen die gewaltige Geschichte in ihren Bann und lässt einen nicht mehr los.«
Doris Kraus, Die Presse am Sonntag, Mai 2020
»Die Geschichte ist so packend, die Spannung so unheilvoll, die Heldin so entschlossen, dass man dieses Buch erst wieder aus der Hand legt, wenn man es fertig gelesen hat.«
Emma, Juli-August 2020
»Für ihren märchenhaften Debütroman wurde die belgische Schauspielerin allein in Frankreich mit 14 Literaturpreisen ausgezeichnet.«
Claudia Ingenhoven, MDR Kultur, Bücher, Mai 2020
»Es ist die Stärke der Autorin Adeline Dieudonné: pointiert und temporeich erzählt sie in kurzen Kapiteln vom Entkommen aus der Familienhölle.«
Für Sie, Juni 2020
»Geht unter die Haut«
diepresse.com, Juli 2020
»Das Leben ist ein Dschungel, und die gefährlichsten Tiere leben in der eigenen Familie.«
buchreport.de, Mai 2020
»Adeline Dieudonné fesselt jetzt auch die deutschen Leser.«
Günter Keil, Straubinger Tagblatt, Juni 2020
»Eine umwerfende Coming-of-Age-Geschichte über Gewalt, Sex und Physik mit einem wilden Finale.«
jastramkultur.blog/Kulturbuchhandlung Jastram Ulm, Juni 2020
»›Das wirkliche Leben‹ lohnt sich wirklich!«
Sylvia Jongebloed, in-gl.de, Juni 2020
»Sie wollen ein Buch lesen, das Sie vollkommen gefangen nimmt, bei dem Sie alles um sich herum vergessen? Dann ist dieser Roman genau richtig für Sie. Ein Wahnsinnsbuch.«
Lisa Schumacher, Steinmetz’sche Buchhandlung, BuchMarkt, Juni 2020
»Kraftvoll und schonungslos, übersetzt von Sina de Malafosse.«
Mareike Fallwickl, Literaturbloggerin und Autorin (›Das Licht ist hier viel heller‹), Mai 2020
»Es ist erstaunlich, dass Adeline Dieudonné mit so zarten Worten von derart roher Gewalt erzählen kann. Ein verstörend brutales, gleichzeitig faszinierend sanftes Buch — ein Debüt, bei dem man von der ersten bis zur letzten Seite Gänsehaut hat.«
Alex Dengler, denglers-buchkritik.de, April 2020
»Eine zarte und wilde Sprache, eine warmherzige, dramatische und traurige Geschichte, einmal angefangen ist man im Flow und reitet diesen wilden Ritt bis zum Ende mit, das in einem großen Knall mündet! Eine Kindheit, eine Jugend, die einen durchrüttelt.«
Ludwigsburger Wochenblatt, Mai 2020
»Eindringlich erzählt die Autorin Adeline Dieudonné in ihrem Roman die Geschichte einer Tochter, die zur Gejagten wird.«
Maxi, Mai 2020
»Dass sie beim Schreiben besonders gern energische Musik hört, ist spätestens spürbar, wenn die Handlung an Fahrt aufnimmt.«
Schwetzinger Zeitung, Mai 2020
»Adeline Dieudonné gelingt es, in ihrer eindringlichen Sprache von der ersten Seite an zu begeistern.«
Barbara Breuner, morgenweb.de, Mai 2020
»[...] - ich habe selten ein Debüt gelesen, das mich mehr in seinen Bann gezogen hätte.«
Fleur Hummel, ekz.bibliotheksservice , Mai 2020
»Dieudonné erzählt diesen Coming-of-Age-Roman so, dass er einen wie ein Fieber packt und erst wieder loslässt, wenn es zu Ende ist.«
Hauke Harder, Buchhandlung Almut Schmidt, youtube.com, Leseschatz-TV, Juni 2020
»Für mich war es ein großartiger Lesespaß.«

Leserstimmen

Ihre Meinung
»„Gilles war in jenem Sommer sechs, ich war zehn.“ Eine kleine Reihenhaussiedlung am Waldrand. Alles hat seine Ordnung. Im schönsten und größten Haus wohnt die namenlose Erzählerin mit ihrem kleine Bruder Gilles und den Eltern. Doch es ist keine liebevolle Familie. Der Vater ist ein brutaler Mann. Wenn er nicht gerade die Mutter misshandelt, trinkt er, hängt vor dem Fernseher ab oder geht seinem grotesken Faible für die Jagd nach. Die Mutter hat sich aufgegeben, ihr Dasein gleicht einer „Amöbe“. Die beiden Kinder entgehen dem tristen Alltag beim Spielen auf einem nahegelegenen Schrottplatz und Streifzügen durch den benachbarten Wald. Es ist Gilles‘ magisches Lachen, das „alle Wunden heilen kann“. Doch eines Tages werden die Kinder Zeugen eines tragischen Unfalls. Völlig alleingelassen mit der Verarbeitung dieses traumatischen Ereignissen, treibt es die Familie auf eine Katastrophe zu. Die belgische Autorin Adeline Dieudonné schreibt in ihrem Debütroman über „Das wirkliche Leben“, und das tut sie mit einer messerscharfen, bildhaften Sprache. Ihre sehr junge Icherzählerin hinterlässt trotz der Distanziertheit der Erzählung einen tiefgehenden Eindruck bei mir. Es ist ein Buch über das Aufwachsen in einer dysfunktionalen Familie, über eine Kindheit und Jugend geprägt von einem toxischen Weltbild des Vaters. Es ist geht um Kinder, die ohnehin schon schwer zu verkraftendes Leben haben, die aber durch ein schreckliches Ereignis völlig auf sich gestellt aus der Bahn geworfen sind. „Geschichten sind dazu da, alles hineinzupacken was uns Angst macht. Denn so können wir uns sicher sein, dass es nicht im wirklichen Leben passiert.“ So versucht das Mädchen ihren kleinen Bruder immer zu beruhigen. Bis sie es eines Tages nicht mehr schafft, ihn zu erreichen, sein wunderbares Lachen verstummt. Es beginnt eine Zeit, in der die Magie (der Kindheit) nicht mehr wirkt, wo nur mehr Wissenschaft zu helfen scheint. Und das Mädchen stürzt sich in einen Eifer des Lernens. Nur das hält sie aufrecht, bestärkt sie darin, Vergangenes wieder gut machen zu können. Das wirkliche Leben dieser Kinder ist ein Leben mit Gewalt, Misshandlung, Einsamkeit ohne einen wirklichen Ausweg. Wenn die Personen, die dich eigentlich lieben und beschützen sollten, die dich aber physisch, psychisch, verbal und brachial quälen und im Stich lassen, wird dieses Leben wirklich, wird es zu einer Normalität. Wer von den Eltern keinen Schutz zu erwarten hat, was kann man dann von Fremden erwarten? „Kinder brauchen bis zu acht Anläufe, bevor ein Erwachsener ihnen glaubt.“ , hört man von ExpertInnen, die im Kinderschutz tätig sind. Manche geben schon früher auf. Während der Praxis des Wegschauens dreht sich die Spirale der Gewalt weiter. Der Schluss des Buches trifft mitten ins Herz und beinhaltet bei aller Wirklichkeit ein kleines bisschen Magie.«
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