Coverbild Panther im Keller von Amos Oz, ISBN-978-3-423-62125-0
merken

Panther im Keller

Roman
Amos Oz greift ein Thema auf, das uns alle persönlich und politisch betrifft: Kann ein Feind sich menschlich zeigen?
Palästina, 1948. »Profus ist ein gemeiner Verräter« steht eines Morgens an der Hauswand. Das ist so ungefähr der schlimmste Vorwurf für einen Zwölfjährigen, der von sich glaubt, ein Untergrundkämpfer zu sein. Denn während alle im Land die Briten unendlich hassen, unterrichtet Profus ausgerechnet einen Angehörigen der britischen Schutzpolizei in Hebräisch. Das ist Verrat. Aber warum? Gibt es nicht auch bei den Feinden Menschen, die nichts mehr ersehnen als Frieden?

Profus hat einen solchen Menschen kennen gelernt. Einen der weder etwas gegen ihn persönlich noch gegen die Juden hat. Im Gegenteil, Sergeant Dunlop ist fasziniert vom Land, von den Menschen, von der Sprache. Alles ist unklar, alles bedrohlich. Und dann wird Sergeant Dunlop versetzt. Profus sieht ihn nie wieder. Und es bleibt in ihm das bedrückende Gefühl zurück, auf eine ganz andere Weise zu einem Verräter geworden zu sein.

Zu den politischen Hintergründen im Roman

Es ist 1947/48. Immer mehr Juden kommen nach Palästina und erheben Anspruch auf die ihnen von der britischen Regierung in der Balfour Deklaration vom 2. November 1917 versprochene nationale Heimstatt in Erez Israel, dem Heiligen Land.

Warum ausgerechnet in Palästina? Hier im Sinai lagen die Reiche Juda und Israel, auf die die Geschichte der Juden zurückführt. Und hier ist das Land, das Gott den Israeliten in der Bibel verheißen hat. Doch die Juden sind weit über die Welt verstreut. Sie besitzen seit der Zeit um Christi Geburt keinen eigenen Nationalstaat mehr. In Palästina leben vornehmlich Araber. Erst die Balfour-Deklaration räumt auch den Juden wieder die Aussicht auf einen eigenen Staat in Palästina ein.

Aber Palästina steht ab 1920, nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reichs der Türken, unter britischem Mandat. So hat es der Völkerbund beschlossen. Und die Engländer gelten den Juden als araberfreundlich, nicht zuletzt nachdem sie den östlich des Jordan-Flusses gelegenen Teil Palästinas 1923 als Transjordanien (ab 1950: Jordanien) der arabischen Dynastie der Haschimiten unterstellen und damit mehr oder weniger den 1917 im Unklaren gelassenen Verlauf der Westgrenze des arabischen Staats zu seinem künftigen jüdischen Nachbarn präjudizieren. Das verschärft einerseits die Feindschaft der Juden zu den Arabern, denen ohnehin nichts an der Errichtung eines jüdischen Staats in dem von ihnen beanspruchten Palästina liegt.

1929 kommt es deshalb zu den ersten blutigen Auseinandersetzungen. Aber nicht nur die Araber erscheinen den Juden als Feind ihrer nationalen Ziele. Natürlich bildet sich auch und erst recht gegen die Briten, die als Besatzungsmacht empfunden werden, massiver Widerstand. Als aber am 14. Mai 1948 das Mandat der Briten in Palästina erlischt und die britischen Schutztruppen abziehen, jubeln die Juden und rufen sofort den unabhängigen Staat Israel aus, was jedoch gleich in den Palästinakrieg (1948/49) mündet. Bis heute gibt es noch immer keinen umfassenden Friedensvertrag, der die nationalen Rechte von Israelis und Arabern in Palästina regelt. Doch die Ereignisse im vorliegenden Roman enden mit dem Abzug der Briten aus Palästina.
Erhältlich als
   Taschenbuch
Coverbild Panther im Keller von Amos Oz, ISBN-978-3-423-62125-0
1. Februar 2003
978-3-423-62125-0
7,50 [D]
inkl. MwSt., versandkostenfrei innerhalb DE, weitere Infos
in den Warenkorb
Oder beim
lokalen Buchhändler bestellen.
Auch erhältlich bei:
Details
EUR 7,50 € [DE], EUR 7,80 € [A]
Reihe Hanser
Übersetzt von Vera Loos und Naomi Nir-Bleimling
208 Seiten, ab 13, ISBN 978-3-423-62125-0
Lehrerprüfexemplar
Downloads
Autorenporträt

Amos Oz

Amos Oz, geboren 1939 in Jerusalem, studierte Literaturwissenschaften und Philosophie an der hebräischen Universität in Jerusalem. Er gehört zu den großen israelischen ...

Preise und Auszeichnungen

Corine
2006 - Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten
Heinrich-Heine-Preis
2008

Pressestimmen

Sigrun Beck, Frankfurter Rundschau, Juni 2009
»Literarisch überzeugend, eindringlich und voller Empathie.«

Leserstimmen

Ihre Meinung
»Ein sehr interessantes Buch, doch die vielen Fachbegriffe und sehr genaue Beschreibungen verschiedener Situationen machen das Lesen nicht einfach! Der Anfang ist sehr schwierig und müsste ich kein Referat darüber halten, hätte ich wahrscheinlich nicht weitergelesen. Doch am Ende finde ich das Buch gelungen und ich habe somit neue Begriff, als auch etwas über die Geschichte Jerusalems gelernt.«
ANTWORTEN
Ihre Leserstimme wird nach Prüfung durch den dtv - ohne Angabe Ihrer E-Mail-Adresse - hier veröffentlicht. Im Text sind keine HTML-Formatierungen und URLs erlaubt.
Bitte die zwei gleichen Bilder auswählen:

Aus unserem Blog bookwrld.de

23. August 2017

warm up. finished Fangirl the other day. it was cute!!
...mehr
22. August 2017

Wir können ›Myriad High – Was Hannah nicht weiß‹ gar nicht mehr weglegen!  Wir machen uns fleißig Notizen welche...
...mehr

21. August 2017

Intelligente Mode, Cyberspuren lesen oder Bio-Fuse - wenn das mal keine spannenden Unterrichtsfächer sind! Die ›Myriad High‹ ist...
...mehr

Weitere Bücher des Autors

merkzettel (0)

Es befinden sich keine Artikel in Ihrem Merkzettel


zum Merkzettel
warenkorb (0)

Es befinden sich keine Artikel in Ihrem Warenkorb


Gesamtbetrag:
0,00 €
inkl. MwSt. zzgl. Versand
My dtv

Jetzt registrieren