Coverbild Der Osten ist ein Gefühl von Anja Goerz, ISBN-978-3-423-34875-1
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Der Osten ist ein Gefühl

Über die Mauer im Kopf
Einmal Ossi, immer Ossi?

Auch heute noch ist die Mauer in den Köpfen der Menschen nicht verschwunden. Das erfährt Anja Goerz in ihrer täglichen Arbeit als Radiomoderatorin beim rbb. Deshalb wollte sie es genauer wissen: Warum fühlen sich im Osten sozialisierte Menschen oft so ungerecht behandelt? Stimmen die Behauptungen über das Verdrängen der Ossis von den Spitzen der Universitäten, Gerichte und Kliniken? Waren die Ossi-Frauen wirklich so viel emanzipierter? Haben die Wessis einfach alles plattgemacht und nach ihren Regeln umgebaut?

Porträts von einfachen Menschen und Prominenten

Anja Goerz stellt ganz unterschiedliche Menschen aus der ehemaligen DDR vor. Sie befragte Unbekannte und Prominente wie Inka Bause und Sebastian Krumbiegel von den »Prinzen«. Zu Tage traten traurige und komische, sentimentale und manchmal erschreckende Erinnerungen. In die Porträts ist viel Biografisches eingeflossen, erzählt wird aber auch von Motivationen und Haltungen, Verletzungen und Chancen.

Ein Spitzenkoch hat lange seine Herkunft verschwiegen, um nicht ausgeschlossen zu werden, eine »Nancy« ändert ihren Vornamen bei ersten Begegnungen gerne in »Anna«, um nicht gleich als Ossi abgestempelt zu werden, ein Polizist trauert immer noch um sein verlorenes Land. Und es gibt auch den umgekehrten Blick von West nach Ost. So berichtet etwa Wolfgang Klein über Erlebnisse als ARD-Korrespondent in Ostberlin oder eine ehemalige Bankauszubildende erzählt, wie es war, als sie nach dem Mauerfall das Begrüßungsgeld verteilte.

So unterschiedlich die Erinnerungen der Ostdeutschen sind, so haben sie doch die DDR-Herkunft als starkes Identitätsmerkmal gemeinsam. »Ossi-Sein«, so zeigt sich, ist keine Generationenfrage und keine Frage des Berufs, sehr wohl aber eine des Gefühls.

Egon Bahr über ›Der Osten ist ein Gefühl‹

»Ein Glück ist, dass Anja Goerz, eine westdeutsche Moderatorin, an der Nahtstelle des rbb kundige Menschen zusammengebracht hat, die erlebt und geschrieben haben, was an unterschiedlichem Denken und Empfinden noch immer geblieben ist. Das ist für Ost- wie Westdeutsche zum Teil aufregend, jedenfalls von gleichem Interesse. Dem Buch ist große Verbreitung zu wünschen.« Egon Bahr

Erhältlich als
   Taschenbuch
Coverbild Der Osten ist ein Gefühl von Anja Goerz, ISBN-978-3-423-34875-1
2. Auflage 2017
978-3-423-34875-1
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Coverbild Der Osten ist ein Gefühl von Anja Goerz, ISBN-978-3-423-42236-9
2. Auflage 2015
978-3-423-42236-9
7,99 [D]
Details
EUR 11,90 € [DE], EUR 12,30 € [A]
dtv Sachbuch
Mit s/w-Fotos
200 Seiten, ISBN 978-3-423-34875-1
Autorenporträt
Portrait des Autors Anja Goerz

Anja Goerz

Anja Goerz, geboren 1968, ist gelernte Fotografin und seit 1989 Radiomoderatorin. Sie ist auf dem nordfriesischen Festland nahe Sylt aufgewachsen. Heute arbeitet sie ...

Veranstaltungen

Falkensee, 17.11.2017

Lesung mit Anja Goerz

Anja Goerz »Wenn ich dich hole«
Datum:
Freitag, 17.11.2017
Zeit:
19:00 Uhr
Ort:
Leseratte
Spandauer Str.188
Hamburg, 24.11.2017

Lesung mit Anja Goerz

Anja Goerz »Wenn ich dich hole«
Datum:
Freitag, 24.11.2017
Zeit:
19:30 Uhr
Ort:
Speicherstadtmuseum
Am Sandtorkai 36

Pressestimmen

Jutta Schütz, Offenbach Post, Januar 2015
»Wer etwas über individuelle Befindlichkeiten von Deutschen aus dem Osten jenseits von Larmoyanz erfahren möchte, sollte das knapp 200 Seiten starke Buch .. aufschlagen.«
Vera Höhne, buecherunddiewelt.wordpress.com, Dezember 2014
»Anja Goerz hat mit viel Sachverstand und hohem Einfühlungsvermögen berühmte und nicht berühmte Persönlichkeiten .... befragt und teilweise überraschende und auch emotionale Statements erhalten. (...) Von mir gibt es hierfür 5 von 5 Punkten und eine glatte Leseempfehlung.«
Hamburger Morgenpost am Sonntag, November 2014
»Und so hat sie sich im Osten wie im Westen auf die Suche nach den Ursachen für die Mauer in den Köpfen gemacht. Ohne zu bewerten, mit viel Sensibilität. (5 Sterne)«
Werner Hornung, Süddeutsche Zeitung, November 2014
»Aus den Gesprächsnotizen und ergänzenden Erklärungen dazu ist Seite für Seite eine Porträtgalerie vor historischen Hintergrund entstanden.«
Clemens Schuhmann, nachrichten.at, Oktober 2014
»Dieses Buch, das hoffentlich viele Leser findet, hilft beim Verstehen individueller Befindlichkeiten der ›Ostler‹ - und es hilft ganz sicher auch beim Abbau von Vorurteilen.«
Simone Schmollack, Lesart, Deutschlandradio Kultur, Mai 2014
»Ein Sittengemälde in Miniaturform.«
inside, Mai 2014
»In die gefühlvollen Porträts ist viel Biographisches eingeflossen. Toll!«
Barbara Bollwahn, taz.de, Mai 2014
»Das Buch liefert gerade Westlern, die sich bisher nicht für die Umbrüche im Leben ihrer Brüder und Schwestern interessiert haben, lesenswerte und nachdenkliche Einblicke.«
Ricarda Ohligschläger, herzgedanke.com, April 2014
»Wenn dieses Buch Pflichtlektüre im Geschichtsunterricht werden würde, dann könnte man in den nachfolgenden Generationen meiner Meinung nach Vorurteile direkt im Keim ersticken!«
Steffen Kühn, Leipzig Almanach.de, März 2014
»Mit ihrem Interview-Buch ›Der Osten ist ein Gefühl‹ schaltet sich Anja Goerz sehr behutsam in die festgefahrene Diskussion über Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen ein. ... Es ist eine große Leistung, wie es die Autorin geschafft hat, sich Zugang zu den Gefühlen der Gesprächspartner zu verschaffen.«
Die Tageszeitung, April 2013
»Es ist einer der interessantesten Beiträge zur Debatte um Migration geworden - innerer und äußerer Einwanderungen in einem Land, an das man sich erst zu gewöhnen hatte.«
Jutta Schütz, Esslinger Zeitung, 03./04.05.2014
»Wer etwas über individuelle Befindlichkeiten von Deutschen aus dem Osten jenseits von Larmoyanz erfahren möchte, sollte das ... Buch ... aufschlagen.«
Thorsten Czarkowski, Lübecker Nachrichten, 14./15.6.2014
»Erhellend und oft auch bewegend sind die erzählten Lebensgeschichten ...«
Thorsten Czarkowski, Märkische Allgemeine, 23./24.08.2014
»Erhellend und oft auch bewegend sind die erzählten Lebensgeschichten.«
zeitzeichen, September 2014
»Manches erscheint lustig und befreiend, anderes stimmt traurig und gemütvoll. Spannende und gut lesbare Porträts.«

Leserstimmen

Ihre Meinung
»Dieses Jahr im November jährt sich der Fall der Mauer zum 25. Mal. Noch immer sind Worte wie Ossi und Wessi in aller Munde und so schnell werden die wohl auch nicht aus dem Sprachgebrauch verschwinden. Anja Goerz, die Autorin dieses Buches, ist Radiomoderatorin beim rbb, wo die Besetzung des Senders sowohl mit Menschen aus dem Westen wie auch aus dem Osten besteht. Von dort kam auch der Anstoß, dieses Buch zu schreiben. Sie hat viele Prominente, aber auch "Otto-Normalverbraucher" befragt, wie sie rückwirkend gesehen, die Zeit in der DDR verbracht haben, welche Erinnerungen geblieben sind, was als gut und was als schlecht empfunden wurde. Unter den Prominenten befinden sich z.B. Sebastian Krumbiegel, Sänger der Prinzen, Achim Mentzel, Inka Bause, aber auch ein ehemaliger Direktor der Charité oder ein Polizist. Einige von ihnen durften aufgrund ihres Berufes schon zu DDR-Zeiten ins westliche Ausland reisen, andere hatten sich in der DDR mit der Tatsache arrangiert, dass das erst mit Eintritt ins Rentenalter geschehen würde. Es gibt gute und schlechte Erinnerungen. Viele haben von ihrer Kindheit in der DDR gute Erinnerungen. Schlechte Erinnerungen gehen in die Richtung der unterschiedlichen Versorgungslage in der DDR. Berlin und Leipzig wurden als Vorzeigeobjekte für das westliche Ausland natürlich anders beliefert als der Rest der Republik. Ein großer Kritikpunkt geht an die Wessis, dass sie sich nicht für den Osten interessieren, für die Menschen im Osten. Während zu DDR-Zeiten bei vielen, wenn auch im Geheimen, Westfernsehen geguckt wurde, um zu erfahren, wie es im anderen Teil Deutschlands aussah, so stieß das Interesse nicht auf Gegenliebe. Auch heute noch kann man die Frage hören, was sie denn im Osten sollten. Jeden der Befragten bewegte etwas anderes, blieben andere Erinnerungen hängen. Einige kamen mir vertraut vor, andere konnte ich mit den Augen von den jeweiligen Personen sehen, die ich so nicht empfunden oder gewusst habe. Jeder der Befragten hat auch in seinem privaten Fotoalbum geblättert und für den Leser ein Foto hinterlassen. Bilder wie die mit Telefon im Kindergarten oder dem Löwenbaby im Tierpark finden sich auch in meinem Fotoalbum, die waren damals Standard. Viele Wahrheiten, die dem westlichen Leser sicher nicht geläufig sind, werden angesprochen. Nicht jeder ging in der DDR den einfachen Weg und lief im Trott mit. Einige eckten an, gingen dafür auch ins Gefängnis, anderen wurde nahegelegt, doch lieber die DDR zu verlassen, wieder andere wollten sie verlassen, konnten oder durften das jedoch nicht tun. Es ist eine interessante Zusammenstellung von Interviewpartnern, die sich Anja Goerz hier zusammengestellt hat. Nicht nur ehemalige "Ostler" kommen hier zu Wort, auch einige "Westler" wurden befragt. Für mich war dieses Buch zum Teil ein Blick in die Vergangenheit, denn auch ich bin in der DDR groß geworden und kann bei vielem, da Jahrgang 1958, mitreden. Einiges hatte ich schon wieder vergessen, anderes war noch so present wie damals. Drei Sachen möchte ich jedoch noch ansprechen, die ich anders in Erinnerung hatte. Das Rentenalter der Frauen lag bei 60 Jahren, nicht wie erwähnt bei 63. Auch habe ich eine andere Erinnerung was die Zeit im Krankenhaus nach einer Geburt angeht. Wir sind damals im Schnitt nach 5 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen worden. Auch durften die Väter ihre Kinder auf den Arm nehmen und nicht nur hinter einer Scheibe bewundern. Wir Mütter hatten die Kinder nicht nur zum Stillen bei uns, sondern es gab dieses Rooming-in, wo wir die Babys den ganzen Tag bei uns hatten und versorgten und sie nur nachts auf der Säuglingsstation verbrachten. Das habe ich bereits 1983 bei meinem ersten Kind so erlebt, aber vielleicht ist das eine Sache, die in den Krankenhäusern unterschiedlich gehandhabt wurde. Auch traf in meinem Fall nicht zu, dass jeder Stipendium erhalten hat, unabhängig vom Verdienst der Eltern. Meine Eltern hatten scheinbar zuviel verdient, so dass ich kein Stipendium erhalten habe und sie zahlen mussten. Ich habe 1978 angefangen zu studieren, vielleicht wurde das später geändert, zu meiner Zeit jedoch noch nicht. Anja Goerz legt mit diesem Buch ein Werk vor, das sowohl West- wie auch Ostdeutsche anspricht. Man kann der Autorin nur wünschen, dass ganz viele das Buch lesen werden, zum einen, um sich nochmal zu erinnern, zum anderen, um uns Ostdeutsche ein wenig kennenzulernen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.«
ANTWORTEN
»Achim Achilles habe gerade das neue buch von radioeins-lady anja goerz in den händen: "der osten ist ein gefühl - über die mauer im kopf" - prima lesebuch zu 25 jahren einheit. ich fühl mich ja auch noch immer etwas fremd bei denen da drüben. also: pflichtlektüre!«
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