Coverbild Die Vogelmacherin von Eveline Hasler, ISBN-978-3-423-12914-5
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Eveline Hasler

Die Vogelmacherin

Die Geschichte von Hexenkindern
Roman

Ein dunkler, historischer Roman

Ein elfjähriges Mädchen, ein eigenwilliges, phantasievolles Kind, das elternlos in einem abgelegenen Tal aufwächst, behauptet, es könne Vögel machen. 1652 wird es unter der Anklage der Hexerei aufgegriffen und nach einem qualvollen Prozeß in Luzern hingerichtet. Bestraft wird das Vergehen, sich gottgleiche Schöpferkräfte angemaßt zu haben.

Doch hat die Obrigkeit mit Bedacht das elternlose Kind als Opfer ausgewählt: das schwächste Glied einer Gemeinschaft aufrührerischer Bauern, die zur Raison gebracht werden sollen. Sieben Jahre später in Oberschwaben ein anderer Fall: Ein neunjähriger Junge und seine elfjährige Schwester werden der »Buhlschaft mit dem Teufel« verdächtigt und verurteilt. Zu jung für eine Hinrichtung, werden sie vier lange Jahre im Kloster Buchau »aufbewahrt«, bis das Urteil an ihnen vollstreckt wird.

Erhältlich als
  Taschenbuch
Coverbild Die Vogelmacherin von Eveline Hasler, ISBN-978-3-423-12914-5
1. September 2001
978-3-423-12914-5
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dtv Literatur
208 Seiten, ISBN 978-3-423-12914-5
Lehrerprüfexemplar
1. September 2001

Autorenporträt

Eveline Hasler

Eveline Hasler studierte Psychologie und Geschichte und war später als Lehrerin tätig. Sie lebt heute als freie Schriftstellerin im Tessin, Schweiz. Neben Büchern für ...

Preise und Auszeichnungen

Schweizer Kinder- und Jugendmedienpreis

1978

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Dr. Klaus Graf, November 2001
»Aus der Mailingliste HEXENFORSCHUNG@LISTSERV.GMD.DE Bereits am 19.3.2001 hatte ich hier eine Rezension aus http://www.biblio.at/rezensionen/ zu dem 1997 publizierten Roman von Eveline Hasler "Die Vogelmacherin. Die Geschichte von Hexenkindern" mitgeteilt, der seit September 2001 bei dtv als Taschenbuch fuer 17,50 DM erhaeltlich ist. Hasler befasste sich schon 1982 in ihrem auch verfilmten Roman "Anna Goeldin" mit der "letzten" Hexenhinrichtung 1782 in Glarus. Es gelingt der Autorin auf einfuehlsame Weise, die naturverbundene Lebenswelt ihrer kindlichen Protagonisten in Worte zu fassen. Die Naturschilderungen als kindliche Natur-Erfahrung sind die sprachlichen Glanzlichter dieses Buches. Ueberhaupt nicht einverstanden bin ich mit der auf mich hoelzern wirkenden Art, wie die jesuitische Hexen-Debatte (Spee, Tanner) in das Buch einbezogen wird. Das wirkt auf mich aufgesetzt, wird als "historisches Wissen" sofort als Fremdkoerper wahrgenommen - vermutlich handelt es sich aber bei dieser Leseerfahrung um eine persoenliche Deformation von mir beim Lesen aller historischen Romane, denn Laien duerften das laengst nicht so empfinden. Verklammert werden die beiden Teile des Buchs - der erste spielt im Entlebuch und in Luzern, der zweite im Gebiet des Damenstiftes Buchau am Federsee - durch den Helden, den Jesuiten Wolfgang Hackenburger, ein Gutmensch, der unendliches Mitleid mit den Opfern hat und sich natuerlich auch gegen Eingriffe in das "feine Gleichgewicht der Natur" wehrt (S. 163). Zitat: "Hackenburger, am Schreibpult hinter seinen Aufzeichnungen, murmelte, von Hilflosigkeit gepackt: In was für einer Zeit, Colonna, leben wir? Man tötet die Kinder, weil man es nicht aushält, dass sie mit ihren eigenen Vorstellungen an unseren Übereinkünften rütteln, und Descartes will der Natur Daumenschrauben anlegen , um ihre letzten Geheimnisse aus ihr herauszupressen. Aber was ist eine Natur ohne Geheimnisse und Schlupflöcher, was sind Kinder ohne Träume und eigenständige Gedanken?" Den sprachlichen Tiefpunkt des Buchs markiert fuer mich die folgende Stelle (S. 75f.): "Möhren, auf seine Art erfinderisch, heckt mit dem Folterknecht Neuartiges aus: höllische kleine Feuer gegen die Sinnlichkeit, Stiche in das durch Teufelslust verdorbene Fleisch. Der Weißhauptin hat er siedende Eier unter die Arme binden lassen, der Katharina schürt er ein Feuer an den Füßen. Der Amalie Wüst stehen die spanischen Stiefel, sie drücken Schienbein und Waden platt, manchmal, beim scharfen Schrauben, hört man Knochen splittern. Möhren erregt sich am Wimmern, am Aufruhr des jungen Fleisches, am Zucken der Muskeln und der flaumigen Nacken. Die kleinen Delinquentinnen: Ungeziefer, an den Fingern seiner Richterhand krabbelnd, bis ein Druck seiner Hand sie zermalmt. Im Namen der Gerechtigkeit." Hasler hat fuer ihr Buch in Archivalien recherchiert und sich mit dem Hexenkinder-Forscher H. Weber ausgetauscht. Im Anhang druckt sie ab: S. 195-197 das Luzerner Urteil gegen die 11jaehrige Cathrin Schmidlin vom 16.11.1652 (Staatsarchiv Luzern) und S. 199-203 (mit Kuerzungen) die Buchauer Urgicht von Isau und Maria Lehner vom 27.11.1622 (Hauptstaatsarchiv Stuttgart). Wiederholt wuerzt sie ihren Text mit authentischen Aktenzitaten. In den Luzerner Turmbuechern fand sie 1652/64 Dokumente zu sieben hingerichteten Kindern (man vgl. die S. 183f. angegebenen Namen). Der S. 165f. erwaehnte Sigmaringer Fall von 1679 wird besprochen (unter Angabe von Literatur zum Buchauer Fall S. 444) von Maren Kuhn-Rehfus, Mit dem greulichen Laster der Hexerei angesteckte Kinder. Kinderhexenprozesse in Sigmaringen im 17. Jahrhundert, in: Aus suedwestdeutscher Geschichte. FS fuer Hans-Martin Maurer, Stuttgart 1994, S. 428-446.«
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