Coverbild Ein weites Feld von Günter Grass, ISBN-978-3-423-12689-2
Leseprobe

Ein weites Feld

Roman
Taschenbuch
16,90 EURO
Ein Panorama deutscher Geschichte ab 1848

Berlin 1989, Wendezeit. An der durchlässig gewordenen Mauer entlang gehen zwei alte Männer, groß und hager der eine, klein und gedrungen der andere. Ein ungleiches, ein komisches Paar: der Bürobote Theo Wuttke, genant Fonty, und sein »Tagundnachtschatten« Hoftaller, der ewige Spitzel. Beider Erinnerungen reichen über große Distanzen, beide leben Vorgängern nach, beiden ist Vergangenheit so nahe und gegenwärtig wie die sich überstürzenden Tagesereignisse...

Aus der Gegenüberstellung ungewöhnlicher Lebensläufe und politischer Verläufe entsteht ein Panorama deutscher Geschichte zwischen der Märzrevolution von 1848 und unseren Tagen, eine jede Chronologie sprengende Folge farbiger Bilderbogengeschichten von einst und jetzt.

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dtv Literatur
784 Seiten, ISBN 978-3-423-12689-2
Autorenporträt

Günter Grass

Günter Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren, absolvierte nach der Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft eine Steinmetzlehre, studierte Grafik ...

Preise und Auszeichnungen

Ernst-Toller-Preis
2007
Nobelpreis für Literatur
1999
Prinz von Asturien-Preis
1999 - Geisteswissenschaften und Literatur
Thomas-Mann-Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
1994

Pressestimmen

getAbstract, Dezember 2008
»›Ein weites Feld‹, 1995 erschienen, ist einer der großen Wenderomane.«

Leserstimmen

Ihre Meinung
»Zu Günter Grass‘ 1994 erschienenem Roman „Ein weites Feld“ Als ich 1995 im Alter von 58 Jahren „Ein weites Feld“ zum ersten Mal, noch beruflich aktiv, las, kannte ich schon Theodor Fontanes „Der Stechlin“, “Unwiederbringlich“ und natürlich „Effi Briest“. Ich hatte das Glück, vorher auch schon in Neuruppin und am Stechlinsee und anderen Fontane- Schauplätzen in der Mark Brandenburg und in Berlin gewesen zu sein. Man wusste auch, wer Günter Grass war. (Sein Roman Vom Häuten der Zwiebel mit dem späten, viele verstörenden Bekenntnis, dass er als 18jähriger Mitglied der Waffen- SS geworden war, erschien erst 2006. („Günter Grass vorzuwerfen, dass er als Jüngling an das Dritte Reich geglaubt hat, ist absurd. Über sein langes Schweigen aufschreien mag, wer ihn zuvor zur moralischen Ikone erhöht hat - es hat aber etwas Tantenhaftes.“ (SZ)). Ein Jahr später las ich 1996 „Ein weites Feld“ nochmals und war abermals begeistert. Ich ließ mich durch die vielen Verrisse, darunter im SPIEGEL der des Oberverreißers MRR, der den Roman als Leitartikel- Pamphlet abtat, nicht draus bringen. Schon 1994 zitierte Grass Fontanes Brief- Urteil über Kritiker: „Alle Kritiken sind wie von Verbrechern geschrieben.“ Mir gefielen der Stoffreichtum des Romans und der Grundeinfall, einem 100 Jahre nach Fontane ebenfalls in Neuruppin geborenen Mann mit Namen Theodor Wuttke, liebevoll „Fonty“ genannt, die Geschichte des Schriftstellers Fontane, der DDR und der Wiedervereinigung erzählen zu lassen, und ihm über drei Systeme hinweg den von Joachim Schädlich erfundenen Spitzeldienstler Tallhover als ständigen Begleiter und Mitwisser aller „Fehltritte“ Fontanes und Wuttkes an die Seite zu geben. Dabei bedient sich Wuttke bzw. Grass aller Erzähl- und Schreibtechniken, wie sie schon Fontanes Schreiben ausmachten. Wuttke trägt seine Berichte als Causeur in Gesprächen, Dialogen und in Briefen, werkkundigen Zitaten aus Romanen und Ballade und nicht zuletzt in Vorträgen über den „Unsterblichen“ für den DDR- Kulturbund vor. Über allem gibt es die Erzählstimme eines Angehörigen des Fontane- Archivs in Potsdam, der sich mit der Formel „Wir vom Archiv“ meldet. Als ich Ende 2018 über die Beschäftigung mit Fontanes Treue- Ballade „Archibald Douglas“ zur dritten Lektüre von „Ein weites Feld“ motiviert wurde, schlug ich mir bei der Lektüre, metaphorisch gesprochen, ein ums andere Mal auf die Schenkel. Ich las zwei drei balladenkundigen Freunden das auf einer Seite abgedruckte Kabinettstückchen vor, als sich Fonty an seinem 70. Geburtstag in einem Berliner Mcdonalds- Lokal hinreißen lässt, zur Faszination aller Gäste den „Archibald Douglas“ vorzutragen. „Und ein von Bier aufgeschwemmter, in viel nietenbeschlagenes Leder gezwängter Glatzkopf hieb Fonty auf die Schulter: “War ne Wucht, Alter!“ Zur Bewunderung über Grass‘ Erzählkunst und Erzählobsession gibt es viele Anlässe. Grundlegend ist die historische, geographische und literarische Detailkenntnis von GG. Der 65jährige Grass ist auf vielen Feldern bewandert. Es ist faszinierend zu sehen, mit welchem Beziehungsreichtum - Anspielungen, Zitate, Nachrichten- kunstvoll alles miteinander verwoben ist. In intensivierendem Rhythmus und in kontrapunktischer Verstärkung wiederholt Grass die Leitmotive vom Paternoster- Aufzug, Haubentaucher, Bootsfahrten/Rudern und Regen über den ganzen Roman hinweg mit dem Tenor „Alles schon mal da gewesen.“ Man kann sich nur wundern, was Günter Grass alles herbeiholt und seiner Doppelfigur Fonty/ Hofthaler alles sehen, hören, berichten, beschreiben, bewundern und verdammen lässt. Grass hat auch ein hellhöriges Ohr für vielen Idiome und Gesprächstöne und lässt diese in einprägsamen Szenen lebendig werden. Wie hat Wuttkes Frau Emmi das Berliner Schnauze-Idiom drauf, wie echt wirkt Fontys Fontane- Plauderton, wie einfühlsam lässt er Fontys französischen Enkelin Madeleine (ein Produkt, als Fonty als Soldat im besetzten Frankreich Vorträge hält, die die Resistance für sich reklamierte) literarische Bildungssprache sprechen! Im Laufe des Romans wird Grass‘ Botschaft deutlich: Leute, glaubt es, in der Person des Schriftstellers Fontane, haben wir in seiner Vermächtnisfigur des alten Dubslav in „Der Stechlin“ eine Korrektur des Deutschen und Preußischen, und einen lebenslangen Anwalt für das Menschliche, Tolerante, für das weise und gebrochene Darüberstehen“. Wie wundervoll sind Fontys Gespräche mit dem ersten Treuhand- Chef Rohwedder, der später einem politisch motivierten Attentat zum Opfer fiel. Wie großartig sind die Empathie- Gespräche Fontys, in dem natürlich auch viel Günter Grass steckt, mit dem Erzähler der viel gerühmten, aber nur von wenigen gelesenen „Jahrestage“ Uwe Johnson („Schriftsteller der deutschen Teilung“). Wie ergreifend ist Fontys Rede zur Wiedervereinigung vom Fontane Denkmal in Neuruppin herab! Alois Feuerer (Jg.1937, im Januar 2019 verfasst)«
ANTWORTEN
»"Ein weites Feld" ist ein Wenderoman, episch und in ungewöhnlicher Erzählperspektive vorgetragen. Fonty, der Protagonist, ist unschwer als eine Wiedergeburt Theodor Fontanes zu entdecken und mit verschiedenen Leben ausgestattet. Immer von seinem Schatten Hoftaller verfolgt, der erst am Ende von ihm weicht, bewegt sich Fonty durch die Erzählebenen, nimmt dabei verschiedene Leben an und erweist sich dabei als eine äußerst vielschichtige bunte Figur. Fonty reißt einen mit, gewinnt das Herz des Lesers, ist ein Mensch geblieben, mit allen Stärken und Schächen. Allen Kritikerstimmen und Unkenrufen zum Trotz ist "Ein weites Feld" ein phantasievoller und spannend erzählter Roman, der selbst bei seinem Umfang (vergleichbar mit "Die Blechtrommel") nie langweilt. Wie der Leser auch immer zu den Grass'schen Einfällen steht, sie sind oft der besonderen Art, gut gefunden und nie an den Haaren herbeigezogen. Hier sind das Archiv- und Charakterstudium nicht zu kurz gekommen. Günter Grass kommt mir bei der Lektüre vor wie ein Koch, der vieles herzhaft und schmackhaft zur Suppe verkochte, ohne das ein Einheitsbrei dabei entstanden ist. Die Zutaten zur Grass'schen Wendesuppe sind ja auch nicht unwesentlich: Wende, DDR-Geschichte, Geschichte und Leben der Stadt Berlin, Literaturgeschichte, deutsche Geschichte, Stasi-Geschichte... Die echte Würze erhält die Suppe aber erst aus ihren gelungenen Zeitsprüngen. Auch hier scheint mich "Die Blechtrommel" zu grüßen. Wenn einem die politische Überzeugung von Günter Grass zum Thema Wende bekannt ist, erscheint es erstaulich, daß so wenig davon in dieses Buch eingeflossen ist, jedenfalls nicht störend, was dem Roman gut tut. Er hat sich der Ostdeutschen angenommen, nicht belehrend, nicht moralisierend sondern menschlich, Verständnis aufbringend. Meiner Meinung nach hat er die Wendezeit glänzend erfaßt und wiedergegeben. Wer neugierig geworden ist, wird sich sein eigenes Urteil bilden wollen, doch bereuen wird er/sie die Lektüre nicht!«
ANTWORTEN
»Das bisher schlechteste Buch von Günter Grass. Die Zeitreise, auf die der Leser mitgenommen wird, entpuppt sich als eine quälend langatmige und sich in bisweilen banalen Nebensächlichkeiten verlierende Irrfahrt, auf die man dem Protagonistesten des Romans nach spätestens 100 Seiten nicht mehr folgen mag.«
ANTWORTEN
»Günther Grass' Zeitreise von den Tagen des Vormärz bis in die Nachwendezeit ist sein bester Roman seit der Blechtrommel. Begleitet von seinem Tagundnachtschatten Hoftaller läßt die Hauptfigur Fonty die Zeiten der Wende und der Wiedervereinigung, sowie die der Revolution von 1848 zum Teil fantasierend Revue passieren. Ein sehr lesenwertes Buch!«
ANTWORTEN
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