Coverbild Unkenrufe von Günter Grass, ISBN-978-3-423-11846-0
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Unkenrufe

Eine Erzählung
Heitere Gelassenheit und unaufdringliche Satire
Eine heiter-melancholische Liebesgeschichte des Literaturnobelpreisträgers - erzählt mit leiser Ironie und satirischer Schärfe.

In Grass' Prosawerk (1992) wird dem Erzähler von einem ehemaligen Klassenkameraden ein Paket mit Archivalien – abgesandt am 19. Juni 1999 – zugeschickt, mit deren Hilfe er die Geschichte einer »schönen Idee und deren entsetzlicher Fleischwerdung« schreibt. Am Allerseelentag 1989 treffen sich in Gdansk ein Witwer und eine Witwe, ein deutscher Kunsthistoriker und eine polnische Restauratorin. Beide sind Vertriebene; und beider Eltern haben sich gewünscht, einst in ihrer Heimaterde zu ruhen. So kommt es zur Idee einer Deutsch-Polnischen Friedhofsgesellschaft – die Vertriebenen sollen als Tote auf »Versöhnungsfriedhöfe« zurückkehren dürfen.

Untermalt von den Unkenrufen des Erzählers entwickelt sich daraus in den nächsten Jahren ein florierendes Wirtschaftsunternehmen und eine neue deutsche Landnahme in Polen bis hin zu Altersheimen für die »Beerdigungswilligen« und »Bungagolf«-Anlagen für ihre Enkel. Mit heiterer Gelassenheit und unaufdringlicher Satire wird im »Gesamtkunstwerk dieser spätmeisterlichen Herbst-Erzählung« (Iris Radisch, 1992) vom Sterben, von der Würde und von der Ruhe des Todes gesprochen, und ein Auferstehungsengel erinnert an die alte Botschaft: »Wirst sehen, wird sein wie neugeboren.«
Erhältlich als
   Taschenbuch
Coverbild Unkenrufe von Günter Grass, ISBN-978-3-423-11846-0
1. April 1994
978-3-423-11846-0
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dtv Literatur
256 Seiten, ISBN 978-3-423-11846-0
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Autorenporträt

Günter Grass

Günter Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren, absolvierte nach der Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft eine Steinmetzlehre, studierte Grafik ...

Preise und Auszeichnungen

Ernst-Toller-Preis
2007
Nobelpreis für Literatur
1999
Prinz von Asturien-Preis
1999 - Geisteswissenschaften und Literatur
Thomas-Mann-Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
1994

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»Eine wirklich außergewöhnliche Idee einer völkerverbindenden, endlich zur Aussöhnung kommenden, die sich von so vielen "Hemkehrern" gewünscht wurde, Friedhofsgemeinschaft, die nicht nur mit dem Tot besiegelt wird, sondern, welche sich auch im Leben der beiden Hauptfiguren noch einmal wiederfindet. Dass hinter einer solchen Idee nur eine Kommerzialisierung steht, die dem eigentlichen Sinne der Gemeinschaft widerspricht, ist wirklich bedauernswert. Wie alle anderen grass'schen Bücher auch lesenwert.«
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