9783280055939
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Kerstin Gueffroy

Die Hölle von Torgau

Wie ich die Heim-Erziehung der DDR überlebte

Sie war jung und aufmüpfig - und das hatte seine Konsequenzen. Das Schicksal der Kerstin Gueffroy, deren Jugend von Dunkelzelle, Einzelhaft und Demütigung im geschlossenen Vollzug des Jugendwerkhofs Torgau geprägt wurde, ist kein völlig Unbekanntes. Ihre Geschichte diente bereits als historischer Hintergrund in sehr erfolgreichen Jugendromanen. Selbst in Schulbüchern hat ihr Leben mittlerweile Eingang gefunden. Nun erzählt Gueffroy erstmals ihre ganze Geschichte. Wie sie als eins von vier Kindern bei einer überforderten Mutter aufwuchs, die sie als Siebenjährige in eine psychiatrische Kinderklinik einweisen lässt, weil Kerstin immer noch einnässt. Und wie ihre Mutter sie schließlich mit 14 Jahren einfach dem staatlichen System der Heime und Jugendwerkhöfe überlässt. Gueffroys Autobiografie erzählt von der dunklen Seite der staatlichen Kinder- und Jugendheime der DDR, in denen auf perfide Weise kindliche und jugendliche Seelen beschädigt wurden, Erzieher und Erzieherinnen systematisch den Willen der ihnen anvertrauten Kinder zu brechen suchten und junge Menschen zu Kriminellen degradiert wurden. Es ist dies nicht nur die Geschichte einer eindrucksvollen Frau, der man die Kindheit nahm und die sich dennoch nicht brechen liess. Es ist darüber hinaus das beschämende Porträt des grausamen Erziehungs- und Disziplinierungssystems in den Spezialkinderheimen und Jugendwerkhöfen der DDR, das im Jugendwerkhof Torgau - der Margot Honecker direkt unterstellt war − seinen schlimmsten Ausdruck fand.

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9783280055939
21. August 2015
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Orell Füssli Verlag
224 Seiten, ISBN 978-3-280-05593-9
21. August 2015

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Pressestimmen

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Leserstimmen

Ihre Meinung

Silvio, November 2015
»Die Erziehung in der DDR war eine wichtige Angelegenheit und wurde weitestgehend vom Staat bestimmt. Alle Bürger sollten 'vollwertige Mitglieder der sozialistischen Gesellschaft' werden, deshalb war das eigenständige Denken und Handeln unerwünscht. Gab es in den Erziehungsheimen der DDR Widerstände? Haben es die Jugendlichen geschafft, trotz strenger und demütigender Strafen und Misshandlungen, Widerstand zu leisten? Im Zuge der Recherchen fällt auf, dass es kaum Berichte über Jugendwerkhöfen gibt. Hier ist jetzt ein Bericht von Kerstin die durch viele Instanzen der Kinderheime, Spezialkinderheime und letztendlich den Jugendwerkhof Torgau durchleben musste. Ziel war es zu 'Brechen' wie Kerstin diese Tortur überstand und was sie dabei erlebte, davon erzählt das Buch 'Die Hölle von Torgau' Jugendlichen wurden so in Ihrer Persönlichkeit gebrochen egal in welchen Einrichtungen so das viele keinen anderen Ausweg sahen als ständig dem zu entkommen also zu fliehen oder in Torgau wo man nicht fliehen konnte mit Suizidversuchen die Jugendlichen versuchten sich den Peinigern zu entziehen in dem sie Schrauben Nägel, Schmierfett schluckten mit der Hoffnung dem schrecklichen Alltag durch eine Krankenhauseinweisung zu entgehen. Viele Suizidversuche sind schon aufgedeckt aber noch lange nicht alle in allen Einrichtungen. Das Buch ist auf jeden Fall eine Empfehlung, für alle die sich mit der DDR Diktatur auseinandersetzen wollen oder für die Generation 1989+ die wissen wollen was Damals in der DDR los war, denn das die LINKEN aus der Damaligen SED Partei entstanden ist, soll und darf nicht vergessen werden.«
ANTWORTEN
Thomas Karp, November 2015
»Die Beschreibungen des Heim- und Jugendwerkhofsystems in der ehemaligen DDR sind in diesem Buch sehr authentisch. Ich selbst habe einige dieser Einrichtungen durchlaufen und war 1978 auch für einige Monate in Torgau. Es ist gut, dass es nach all den Jahren noch Menschen gibt, die sich mit diesem Thema auseinander setzen. Eine Aufarbeitung dieses Unrechts an Kindern und Jugendlichen hat doch nie stattgefunden. Ich kenne Kerstin Gueffroy persönlich und bin ihr sehr dankbar, dass sie mir bei meiner Aufarbeitung dieser Zeit sehr geholfen hat. Auch mit ihren Vorträgen an Schulen und anderen Einrichtungen trägt sie dazu bei, dass dies alles nicht in Vergessenheit gerät. Vielen Dank.«
ANTWORTEN
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