Coverbild Meister und Margarita von Michail Bulgakow, ISBN-978-3-423-14301-1

Meister und Margarita

Roman
Neu übersetzt von Alexander Nitzberg
Taschenbuch
12,90 EURO
Moderner Klassiker

Moskau um 1930: Zusammen mit seinen Gehilfen geht der Teufel um und wirbelt die Stadt mächtig durcheinander. Im Varietétheater richten sie ein heilloses Chaos an und stellen das Publikum – Bürger der Stalinzeit – mit all ihren Schwächen bloß. Die Behörden scheitern kläglich mit rationalen Erklärungsversuchen. Nur zwei Personen entgehen Schreck und Unbill: Der Meister – ein Schriftsteller, der seine Tage in der Psychiatrie zubringt – und Margarita, seine Geliebte, die sich in ihrem gutbürgerlichen Leben nach ihm sehnt. Bulgakows Meisterwerk ist eine auch heute noch hochpolitische Gesellschaftssatire.

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dtv Literatur
Neu übersetzt von
Alexander Nitzberg
608 Seiten, ISBN 978-3-423-14301-1
Autorenporträt

Michail Bulgakow

Michail Bulgakow wurde am 15. Mai 1891 in Kiew geboren und starb am 10. März 1940 in Moskau. Nach einem Medizinstudium arbeitete er zunächst als Landarzt, zog aber dann ...
Übersetzerporträt

Alexander Nitzberg

Alexander Nitzberg wurde 1969 in Moskau geboren und lebt heute als Lyriker und Übersetzer in Wien. Seine Übertragungen (u. a. von Daniil Charms, Anna Achmatowa, Anton ...

Pressestimmen

Schauspielerin Franziska Weisz, flair, April 2020
»Es ist surreal brillant, im besten Sinne verspielt und wahrlich fantastisch formuliert.«
Ludwigsburger Wochenblatt, März 2020
»Schrill, skurril, grotesk, von der ersten Seite an kurzweilig und fesselnd.«
Christiane Harlis, Der Evangelische Buchberater, Dezember 2014
»Ein Großstadtroman, magisch, verrückt und gegenwärtig.«
Christiane Harlis, Evangelisches Literaturportal e.V., November 2014
»Ein Großstadtroman - magisch, verrückt und gegenwärtig.«
Ralf Steinberg, fantasyguide.de, Juli 2014
»Zeitlos modern in der ambitionierten Übersetzung von Alexander Nitzberg kommt man in den Genuss eines herausragenden Meisterwerks der sowjetischen Literatur.«
Das Magazin, Juli 2014
»Und das alles ein satanisches Vergnügen«
myself, Mai 2014
»Absolut zeitlos und absolut genial.«

Leserstimmen

Ihre Meinung
»Man hat Bulgakow oft einen sowjetischen Schriftsteller genannt, und das ist in gewisser Weise sicherlich nicht falsch.Es ist aber, wie so oft nur die halbe Wahrheit, vielmehr es ist doch eine ganze Wahrheit - aber keine vollkommene . Unter einer vertrauten, granitschwarzen Oberfläche funkeln die Splitter eines zerbrochenen Prismas, das das einst empfangene Licht zornig wiederausstößt, nicht ohne es bewußt neu zu kombinieren. In diesem Prisma wohnt als grausamer Phantomschmerz das Bild einer angefressenen Seele, die ihre fundamentale Empörung nur durch die Dioptriengewalttätigkeiten einer ironischen Brille eingestehen kann.Die Alternative wäre die vollkommene Hoffnungslosigkeit. Exemplarisch bewährt sich diese Haltung in dem Roman: "Der Meister und Margerita" , der- ohne Übertreibung sei es gesagt- ein Jahrhundertwerk ist. Bulgakow taucht tief ,sehr tief in die sowjetische Alltagskultur ein, fängt ihre Absurditäten ein und entblößt diese gnadenlos. Es wimmelt nur so vor taugenichtsigen Hausverwaltern, windelweichen Literaten, billigen Funktionären und schamlosen Verwandten,Kleinbürger allesamt, die das Ideal des homo sovieticus ad absurdum führen.Dazwischen sorgt dann der Teufel für Ordnung und Ernüchterung. Gnadenlose Entblößung ??? Und überhaupt, seit wann ist der Teufel denn ein Ordnungsfaktor im moralischen Sinne ? Hier wird aus einem amüsanten Buch ein schlechthin dämonisches.Denn im Lachen über die Schnurrpfeifereien Volands und seiner sauberen Gefolgschaft liegt eine gewisse Versöhnlichkeit a`la comedie humaine. Genau diese jedoch ist hier überhaupt nicht am Platze. Das Buch beschreibt ja die schlimmste Zeit der Sowjetunion, die grausigen Jahre der stalinistischen Säuberungen . Die Figuren zittern vor Volands´Streichen, aber in der Luft Moskaus´lag damals eigentlich ein ganz anderes Zittern, gnadenlos in kollektiver und doch vereinzelter Angst.Diese dritte Ebene des Romans läßt Bulgakow nur sehr vorsichtig aufblitzen, aber sie allein gibt der Anwesenheit des Satans in der alten Stadt Rußlands ihre Berechtigung,ihren Grund.Böse sind nicht seine Scherze, wahrhaft böse ist, daß die besinnungslose Härte der Zeit von den Figuren anscheinend kaum wahrgenommen wird. Die Figuren kämpfen selbst um die natürliche, menschliche Größe ihrer Ängste, und hier ist Voland auf ihrer Seite.Der Böse stimmt ein in das große Schlaflied der Normalität.......... Erlösung gibt es nur fuer die , die liebend sterben oder ihre Schuld vergessen, für intakte Menschen gibt es sie nicht. Was bleibt von Bulgakow ? Ein großer Roman. Was bleibt von Stalins Sowjetunion ? Unter anderem eben dieses Buch. Kultur und Geschichte, eine korrumpierende Liebe, in der die Kultur sich zuviel vergibt, aber was sollte sie sonst tun ?? Ebendeswegen ist und bleibt der russische Arzt Bulgakow mit den bürgerlichen Überzeugungen ein sowjetischer Schriftsteller. Ein Irrtum ist es, den Masken ,die wir alle tragen, Individualität abzusprechen. Es ist halt oft nur nicht die, die wir wollten. Bulgakows Maske ist der harte Griff der Sowjetunion, dem er nicht entkam. Hier ist Heldentum zu finden. Und wir ? Ist Dilektion an diesem Werke eine oberflächliche Obszönität oder echte Anteilnahme ?? Oder beides ? Womöglich ein letzter Scherz Volands.«
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