»Well, how do we ever know what’s real and what’s not?«
- Libba Bray

Ein Buch über einen 16-Jährigen mit Rinderwahn zu schreiben, war ein neues Erlebnis für Libba Bray, aber auch ein langgehegter Wunsch. Wer sich auf diese Geschichte einlässt, wird förmlich mitgerissen und versinkt in Cameron Smiths Leben.

 

Laut Libba Brays Blogeintrag und zahlreichen Interviews waren die Auslöser, diese Geschichte zu schreiben, zum einen ihr Verlangen, nach der Gemma-Trilogie ein Buch, das in der Gegenwart spielte, zu schreiben. Zum anderen war es die Erzählung ihrer Mutter über einen Mann mit der Creutzfeld-Jakob-Krankheit - auch bekannt als »Rinderwahn«. Der Mann hatte die Halluzination, dass Flammen in sein Sichtfeld schlugen. Diese unheimliche Vorstellung begleitete Libba Bray jahrelang.
 
Etwa zu der Zeit, als sich diese Erlebnisse zu einer Idee manifestierten, stieß sie auf die Dokumentation ›The Elegant Universe‹ des Physikers Brian Greene. Darin ging es um andere Dimensionen, die der Mensch an sich gar nicht wahrnehmen kann. Dieser Gedanke, wie abhängig unser Realitätsempfinden von unserer Wahrnehmung ist, faszinierte Libba Bray. Sie begann, sich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen, lud einen befreundeten Physiker ein, unterhielt sich stundenlang mit ihm über Wahrnehmung, Realität, Dimensionen …
 
Ein weiteres Schlüsselerlebnis, welches zur Weiterentwicklung der Geschichte beitrug, war ihre Angst vor dem Fliegen. Auf einem besonders turbulenten Flug beschloss Libba Bray, dass sie so nicht sterben würde. Da schoss ihr der Gedanke durch den Kopf, dass sie gar nicht bestimmen konnte, wie sie sterben würde, und fragte sich, wie sie wohl sterben wollen würde und was wohl ein »guter« Tod wäre. Sie selbst wünscht sich, in einem Haus am Meer, in dem es nach Lilien duftet, friedlich in eine andere Welt zu gleiten.
Ein weiteres Erlebnis hatte Libba Bray, als ihr Sohn fünf war. Er saß auf seinem Bett und fragte sie aus heiterem Himmel: »Warum sterben wir?« Überrascht, diese Frage aus dem Mund eines kleinen Kindes zu hören, meinte sie, sie wisse es nicht. Ihr Sohn sagte daraufhin ganz simpel: »Ich glaube, wir gehen einfach nur woanders hin.« Diese Unbekümmertheit, mit der ihr Sohn eine so elementare Frage beantwortete, prägte sich tief in Libba Brays Gedächtnis ein.
 
Nicht selten gibt es im Buch versteckte Hinweise auf eine weitere Inspirationsquelle von Libba Bray: Die Geschichte von ›Don Quijote‹.
So kaufen Cameron und Gonzo beispielsweise einen Cadillac namens »Rosinante«. »Rosinante« ist in der Literatur der Name des Pferdes von Don Quijote. Dieser hat am Anfang des Buches einen Gastauftritt, da Cameron das Buch in der Schule lesen muss. Und auch bei näherer Betrachtung der Geschichte fallen einem immer wieder Parallelen auf. Gonzo ist sozusagen Sancho Panza, der zwar vom Tun seines Herren nicht überzeugt ist, aber ihm treu bleibt und sich um dessen Wohlergehen auf ihrer Reise sorgt.
So spielt das Reisen allgemein eine große Rolle, nicht zuletzt wegen der vielen Road Trips, die Libba Bray als Kind unternahm.
 

Selbst an den düstersten Stellen des Buches gelingt es Libba Bray mit feinem Humor das Absurde der Situation herauszustellen. Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll. Sie selbst meint dazu:

 

»Maybe it's that I come from a family well-equipped with witticism at times of distress – gallows humor – but I think life is often absurd, and that absurdity is both maddening and hilarious.«


Es gibt noch viele andere Erlebnisse und Eindrücke, die in die Geschichte des Cameron Smith von Libba Bray miteinflossen und zu dem machten, was sie ist: ein surreales Roadmovie, eine Geschichte vom Schicksal, eine Geschichte vom Zufall, von Quantentheorie, Realität, Wahrnehmung, Freundschaft, Engeln, Gartenzwergen und überhaupt dem Leben an sich.

 

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