Die Erfindung des Jefferson Winter

Ich würde zu gern sagen, dass mir Jefferson Winter eines Nachts im Traum erschienen ist, dass es einen Moment der Erleuchtung gab und da stand er dann – vollkommen ausgereift und bereit, durch die Seiten zu streifen. Leider müsste ich dazu lügen. Die Wahrheit ist, dass seine Entstehung sich über ein Jahrzehnt hingezogen hat.
Seine Wurzeln liegen ursprünglich in »Yin Yang«, einem meiner frühen unveröffentlichten Romane. Eigentlich sollte der Protagonist ein FBI-Fallanalytiker sein, aber als ich anfing, das Buch zu schreiben, wurde mir schnell klar, dass ich nicht die richtige Sprache fand, um einen glaubwürdigen Amerikaner zu zeichnen, deswegen wurde aus ihm stattdessen ein britischer Detective Inspector.

Nächste Station: Winter 2011. Ich mühte mich ab, einen Seriencharakter zu erfinden, kam aber nicht wirklich voran. Ich hatte stets das Gefühl, ich hätte »Yin Yang« besser hinbekommen können, deswegen entschied ich mich zu einer kompletten Überarbeitung. Der große Unterschied war, dass ich meine frühere Idee wieder aufgriff und der Protagonist nun doch ein amerikanischer FBI-Agent wurde. Bereits nach einigen Kapiteln wurde mir klar, dass das ein vollkommen neues Buch werden würde. Und noch wichtiger, ich begriff, dass ich damit eine Figur hatte, die interessant genug war, um eine Reihe anzuführen.

Der nächste Schritt seiner Entwicklung war dann tatsächlich eine Offenbarung. Als ich eines Nachts nicht schlafen konnte, begann ich über seine Familie nachzudenken. Was, wenn sein Vater ein Serienmörder wäre? Die Idee gefiel mir so gut, dass ich aus dem Bett sprang. Innerhalb einer halben Stunde hatte ich die Hinrichtungsszene umrissen, aus der dann später der Prolog von »Broken Dolls« wurde.

Als der Roman fertig war, gab ich ihn meiner Agentin Camilla Wray zu lesen. Zu diesem Zeitpunkt war der Charakter zu etwa 70% ausgereift. Ihre Vorschläge vervollständigten die Figur zu 90%. Einer davon war, den Namen zu ändern. Zahlreiche Mails später einigten wir uns auf Jefferson Winter – fürs Protokoll: Camilla kam auf den Namen Winter und ich auf Jefferson. Einige Entwürfe später war »Broken Dolls« so weit fertig, um an Verleger verschickt zu werden. Das Buch wurde von Faber gekauft und im Januar 2014 veröffentlicht.
Aber das ist noch nicht das Ende der Geschichte…

Ich habe mittlerweile mehrere Bücher mit Jefferson Winter geschrieben, und mit jedem Buch lernte ich ihn ein bisschen besser kennen. Für alle, die sich jetzt am Kopf kratzen und denken „aber es gibt doch nur eins“ - Sie haben schon richtig gelesen. »Watch Me«, der nächste Roman, wird im Juli 2015 auf Deutsch erscheinen. Und »Presumed Guilty«, der erste Teil einer eBook-Serie, die während bzw. vor Winters FBI-Zeit spielt, noch davor, im März 2015. (Ich muss sagen, es war ein Erlebnis, Winter als frühreifen 19jährigen kennen zu lernen!)

Es macht großen Spaß, über Winter zu schreiben, und ich freue mich schon darauf zu sehen, wie er sich weiter entwickelt und wächst, je weiter die Serie fortschreitet. Ich bin gerade dabei, an dem nächsten Roman zu arbeiten. Ich habe einige grobe Ideen, was darin passieren könnte, aber ich weiß genau, dass Winter andere Vorstellungen haben wird, sobald ich mich ans Schreiben mache. Und genau das macht diese Figur aus. Er ist sein eigener Herr, mit seinen eigenen Ideen und Überzeugungen, und ich würde es nicht anders wollen. Ich jedenfalls kann es kaum erwarten zu sehen, was er als nächstes tun wird.

James Carol

Der Profiler Jefferson Winter

Der Profiler Jefferson WinterJefferson Winter ist der Sohn eines berüchtigten amerikanischen Serienmörders. Manchmal fragt er sich, ob er etwas von der dunklen Seite seines Vaters geerbt hat und ob das der Grund dafür ist, dass er sich so gut in sadistische Mörder hineinversetzen kann. Jefferson Winter ist ein Einzelgänger, und Teamarbeit ist nicht gerade seine Stärke. Er war ursprünglich Profiler beim FBI, wo er sich aber nicht wenige Feinde gemacht hat und sich zu vielen Zwängen unterworfen fühlte. Jetzt ist er selbständig und arbeitet wie besessen. Er pfeift auf Regeln und Vorschriften und wird stets alles daransetzen, einen Fall zu lösen. Dabei geht er auch hohe Risiken ein, wenn es sein muss.

Jefferson besitzt ein Haus in Virginia, verbringt aber wegen seiner Arbeit, die ihn um die ganze Welt führt, die meiste Zeit in unpersönlichen Hotelsuiten gehobener Klasse. Er glaubt nicht an Fügung, Glück oder Schicksal. Er glaubt daran, dass alles möglich ist. Auch wenn er sich manchmal zynisch gibt, hat er eine positive Lebenseinstellung: »Das Leben ist immer besser als der Tod, denn jedes Leben muss besser sein als ein kaltes, einsames Grab. Auch wenn man noch so schlimme Dinge durchgemacht hat: Solange man lebt, besteht die Aussicht, dass einem geholfen wird.«

Jefferson Winter trinkt (zu) viel Kaffee; diesen am liebsten stark, mit viel Koffein und Zucker. Sein zweites Lieblingsgetränk ist Whisky (Single Malt). Er ist ein starker Raucher, liebt Musik, vor allem Rock 'n' Roll und Mozart, und ist ein begnadeter Klavierspieler.

Dank seines rasanten Stoffwechsels nimmt er nie zu. Dafür fällt sein Blutzuckerspiegel manchmal ohne Vorwarnung in den Keller. Wie viele Kalifornier ist er sonnenhungrig und kälteempfindlich. Am liebsten trägt er Jeans und T-Shirts mit Bildern toter Rockstars (z.B. Nirvana oder Jimi Hendrix).
 

Steckbrief: 33 Jahre alt, 1,76 m groß, leuchtendgrüne Augen, weiße Haare, sehr schlank.



 

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