Bernhard Robben

Bernhard Robben, 1955 im Emsland geboren, studierte Philosophie und Germanistik in Freiburg und Berlin.  Für seine Übertragungen von Salman Rushdie, Ian McEwan, Peter Carey, John Burnside u.a. wurde er mit zahlreichen Stipendien gefördert und mehrfach nominiert. 2003 erhielt Bernhard Robben den Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW . 2013 wurde er mit dem Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis ausgezeichnet. Heute lebt Bernhard Robben als literarischer Übersetzer in der Nähe von Berlin.

Auszug aus der Laudatio von Priya Basil zum Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis

(...) Wenn Bernhard Robben übersetzt, ist es mehr als nur Lesen, es ist eine stille Form des Method Acting: ein vollständiges Eintauchen in die Welt des Romans, die Anwendung aller Mittel, um die richtige Stimme oder Stimmung oder weitere Details zu erfassen. Doch bei aller eigenen Kreativität geht der Impuls immer vom Autor aus. (...)

Eine neuere Übersetzung von Bernhard ist die von ›Stoner‹, dem Roman des verstorbenen Autors John Williams. Von vielen Schriftstellern als der perfekte Roman beschrieben, was es mit Sicherheit das perfekt Buch für Bernhard, der sagt, er sei besonders stolz darauf, dieses Buch übersetzt zu haben. Er stellte fest, dass die Stimme schon in ihm war, ein Echo der irischen Dichtung, die er in sich aufgesogen hat und die, so sagt er, ihre ganz eigene Stimmung hervorruft - schmerzhaft schön und durchzogen von Melancholie - genau wie die Stimmung von Stoner.

Bernhard empfand eine Nähe zu dem Protagonisten William Stoner, einem Jungen vom Lande, der, von seinem Vater gedrängt, zur Universität geht und Landwirtschaftskunde studieren soll, dann aber zu Geschichte, Philosophie und Literatur wechselt. Bernhard Robben ist zur Universität gegangen und hat, dem Druck seines Vaters, Architektur zu studieren, nicht nachgebend, Geschichte, Philosophie und Literatur studiert.

Das Leben William Stoners wird der Literatur gewidmet sein, von ihr getragen werden, obwohl der junge Student es nicht gleich erkennt.

»Wissen Sie es denn nicht, Mr. Stoner?«, fragte Sloane. »Kennen Sie sich selbst noch so wenig? Sie sind Lehrer.«
Die Wände des Büros wichen zurück, und Sloane schien mit einem Mal sehr fern zu sein. Stoner fühlte sich, als schwebte er im weiten Äther, und er hörte seine Stimme fragen:
»Sicher?«
»Ich bin mir sicher«, antwortete Sloane leise.
»Aber wie können Sie das sagen? Woher wollen Sie das wissen?«

»Es ist Liebe, Mr. Stoner«, erwiderte Sloane fröhlich.
»Sie sind verliebt. So einfach ist das.«

Bernhards eigene Erkenntnis kam nach einer langen, fast ein Jahr währenden krankheitsbedingten Pause vom Übersetzen. Als er wieder damit anfing, spürte er, wie sehr er es vermisst hatte, und begriff, welch ein wesentlicher Teil seines Seins diese Arbeit war. »Es war, als wäre ich wieder ins Leben getreten«, sagte er einmal zu mir. Sloane hätte sagen können: »Sie sind verliebt, Mr. Robben.« So einfach ist das.

 Die gesamte Laudatio von Prya Basil

 Die Dankesrede von Bernhard Robben
 

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