Das Leben in der Provinz

Ermitteln tut der Franz Eberhofer in Niederkaltenkirchen. »Also, Niederkaltenkirchen ist erfunden und trotzdem tausendfach vorhanden. Jedes x-beliebige Dorf tickt so. Eingebettet zwischen hügeligen, bunten Feldern und Mischwäldern liegt es da mit seiner Dorfkirche, einigen alten Bauernhöfen, einer Dorfstraße mit schönen alten farbigen Häusern mit Stuckzierleiste. Am Dorfrand ein Neubaugebiet, weil der Grund halt billig ist. Der Bürgermeister, der Pfarrer und der Gendarm zählen noch was. Es gibt den Wolfi, der hat ein Pub mitten im Dorf, da trifft man sich auf ein Bier und richtet die Leute aus. Und es gibt das Vereinsheim Rot-Weiß. Da redet man dann über Fußball logischerweise. Es gibt die Landfrauen und die Mooshammer Liesl, das dorfeigene Megaphon. Sein Fleisch kauft man beim Simmerl, weil der den besten Leberkäs macht weit und breit. Und die Heizung repariert der Flötzinger, obwohl er ein Blutsauger ist, ein elendiger. Wie gesagt, es ist alles authentisch hier in Niederkaltenkirchen, und so muss es ja sein.« Rita Falk

Der Franz Eberhofer

Der Franz ist mit Herz und Blut Polizist. Dass das dann nicht immer sein eigenes Blut ist, sondern auch mal das der anderen, ja, das ist der Grund, warum der Franz überhaupt in Niederkaltenkirchen gelandet ist. Aber das ist eine andere Geschichte. Auf jeden Fall ist der Franz jetzt Dorfpolizist und hat daher mehr Zeit, mit dem Ludwig eine Runde zu drehen – eins-sechzehn ist ihr Rekord! Von so viel Sport hat der Franz einen Riesenhunger, aber dafür gibt’s ja dem Simmerl seine Leberkässemmeln oder der Oma ihre Knödel. Und die verdaut der Franz dann am liebsten bei einem Nickerchen in seinem Saustall – damit ist jetzt nicht ein großes Chaos, sondern die umgebaute und jetzt quasi zweckentfremdete Wohnung vom Franz gemeint. Ach ja, und die Susi ist schon lange sein Gspusi. Auch wenn sie manchmal Zicken macht.

Die Susi

Die Susi ist nicht nur dem Franz sein Gspusi, sondern auch der Oma ihr Liebling. Andere Frauen haben da überhaupt keine Chance. Langsam will die Susi aber mehr sein als wie nur das Gspusi - sie wird ja langsam auch ein bisserl älter, was der Franz schon an der Orangenhaut sehen kann. Und weil der Franz nicht so recht will, sucht sich die Susi einfach so einen italienischen Luca Toni und setzt sich in dessen Heimat ab.

 

Die Oma

Seit die Mama nicht mehr ist, hat die Oma das Haus fest in der Hand. Wenn man die Oma nicht kennt, könnte man denken, dass sie permanent sauer ist, weil’s halt immer so schreit. Dabei hört die Oma einfach nur nix. Sehen kann sie dafür ganz gut, und das nicht nur mit den Hühneraugen, weil die hat ihr die Masseuse ja schließlich weggemacht, sondern mit den richtigen Augen. Am besten sieht sie dabei Sonderangebote von Lidl, Aldi und K & L Ruppert. Und das ist auch der Grund, warum der Franz, die Oma und der Papa jetzt alle in den gleichen Moonboots rumlaufen.

Der Papa

Dem Papa fehlt die Mama schon ein bisschen. Vielleicht ist das der Grund, warum er jeden Abend die Beatles hören muss. Die Oma stört das nicht, die hört es ja nicht, aber dem Franz geht es gewaltig auf die Nerven. Mindestens so gewaltig, wie wenn der Papa sich einen Joint dreht und den vor dem Franz auch noch genüsslich raucht. In seinem immer wiederkehrenden Lieblingstraum nutzt er seine Dienstwaffe, um dem Plattenteller den Garaus zu machen …

Der Leopold

Aber der allerschlimmste ist der Leopold. Das ist der Bruder vom Franz, aber ganz anders als er. Eine richtige Schleimsau. Der Leopold hat nicht nur eine Buchhandlung, sondern auch eine Frau, oder zumindest fast eine Frau. Die Panida kommt nämlich nicht nur aus Thailand, sondern ist auch erheblich jünger als wie der Leopold. Dafür aber recht gebärfreudig und das freut nicht nur den Leopold, sondern auch die Oma und den Papa. Damit hat der Leopold nochmal bei dem Papa gepunktet und wenn er ihm dann auch noch nach dem Mund redet, reicht's dem Franz und er nimmt Reißaus.

Die Sushi

Die Sushi ist dem Leopold und der Panida ihr Kind. Eigentlich heißt sie ja Uschi, ganz nach der Mama vom Franz. Aber weil es halt nur eine Mama gibt und weil ›Sushi‹ eh viel besser passt - zwecks Mandelaugen und so - hat der Franz sie einfach umgetauft. Das dankt die Kleine ihm mit der größten Zuneigung. Wenn der Franz nicht da ist, schreit die Sushi, und so wird der Franz vom Polizist zum Babysitter. Im Notfall auch beides gleichzeitig.

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