Die Rita und der Franz

Rita: So, Franz, nachdem wir nun schon eine ganze Weile erfolgreich zusammen arbeiten, ist es an der Zeit, einmal Zwischenbilanz zu ziehen, was meinst?

Franz: Wegen meiner.

Rita: Du hast mir in den letzten Jahren unheimlich viel von deinem Leben erzählt, was deine Arbeit so betrifft und dein ganzes Umfeld. Und ich hab`s aufgeschrieben. Viele der Leser sagen, es sei »zum Brüllen komisch«. Will man denn als Polizist nicht lieber ernsthaft rüberkommen? Vielleicht mehr als Typ »ausgefuchster Ermittler« der, wenn überhaupt, dann einen doch eher normalen Familien-und Freundeskreis hat?

Franz: Ist das nicht so?

Rita: Nein!

Franz: Aha. (Er überlegt und kratzt sich die Stirn). Das liegt dann aber wohl an dir und nicht an mir. Weil du halt einfach nicht schreiben kannst. In meinem Leben ist nämlich alles völlig normal. Nichts ist da komisch, verstanden? Nicht das geringste. Da kannst du gern mal den Simmerl fragen. Oder den Flötzinger.

Rita: Gerade läuft nach den ›Knödeln‹ der ›Blues‹ recht gut an. Wie findest du es, dass dich so viele Menschen jetzt aus dem Effeff kennen und zum Großteil auch mögen?

Franz: Wieso zum Großteil? Wer mag mich nicht?

Rita: Naja, es sind natürlich auch einige darunter, die nichts mit dir anfangen können.

Franz: Warum nicht?

Rita: Da gibt’s verschiedene Gründe.

Franz: Zum Beispiel?

Rita: Zum Beispiel … ja, erstens empfinden dich manche als »einfältigen, aggressiven Macho«.

Franz: Hähä. Zweitens?

Rita: Zweitens wäre deine Ausdrucksweise zu derb. Du würdest zu häufig Ausdrücke wie »Scheiße« oder »Arschloch« benutzen.

Franz: Ja, Herrschaftszeiten, wir reden halt so. Wenn jemand ein Arschloch ist, wird er auch so genannt. Alles andere wäre doch Scheiße. Das machen hier alle so, zumindest die Männer. Außer meinem Bruder Leopold vielleicht, der alten Schleimsau. Aber der zählt eh nicht. Und außerdem … du musst es ja so nicht schreiben, kannst ja von mir aus auch andere Wörter dafür nehmen.

Rita: Synonyme, meinst du?

Franz: Von mir aus auch die.

Rita: Dann wärs aber nicht mehr authentisch.

Franz: Genau! Und überhaupt, wenn jemand seinen Text verzuckert haben will, muss er halt was anderes lesen, gell. Vielleicht sollte man das ja gleich vorn auf den Buchdeckel schreiben, so quasi als Warnhinweis. Vielleicht so was wie: Achtung, kein Buch für Warmduscher!

Rita: Ja äh, das werd ich dem Verlag einmal anraten. Der Knödel hat sich bis heute an die hunderfünfzigtausend mal verkauft, ist das nicht ein Grund zum Feiern?

Franz: Ich persönlich hab davon nix gemerkt. Mein Konto schaut noch immer genauso aus wie vorher.

Rita: Hähä, gut Franz, ich geb dir freilich eine Halbe aus.

Franz: Nein, nein, nein, so billig kommst mir nicht davon. Eine Mass muss da schon drin sein, gell.

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