Cover: Die Eleganz des Igels

Die Figuren

Renée Michel – die Concierge

Die Concierge Renée über Renée:
„Ich heiße Renée. Ich bin vierundfünfzig Jahre alt. Seit siebenundzwanzig Jahren bin ich Concierge in der Rue de Grenelle 7, einem schönen herrschaftlichen Stadthaus mit Innenhof und Innengarten, aufgeteilt in acht exquisite Luxuswohnungen, alle bewohnt, alle gigantisch. Ich bin Witwe, klein, häßlich, mollig, ich habe Hühneraugen und in gewissen Morgenstunden einen Mundgeruch wie ein Mammut. Doch vor allem entspreche ich so genau dem Bild, das man sich von den Conciergen macht, daß niemand auf die Idee käme, ich könnte gebildeter sein als all diese selbstgefälligen Reichen.“

Paloma über Renée Michel:
„Madame Michel besitzt die Eleganz des Igels: außen ist sie mit Stacheln gepanzert, eine echte Festung, aber ich ahne vage, daß sie innen auf genauso einfache Art raffiniert ist wie die Igel, diese kleinen Tiere, die nur scheinbar träge, entschieden ungesellig und schrecklich elegant sind.“

Renée über ihren Kater Leo:
„Meine Katze heißt Leo wegen Tolstoi. Die vorherige hörte auf Dongo wegen Fabrice del. Die erste trug den Namen Karenina wegen Anna, aber ich rief sie nur Kare, aus Angst, daß man mich entlarvte.“

 

Paloma – das Mädchen

Paloma über Paloma:
„Ich heiße Paloma, bin zwölf Jahre alt, ich wohne in der Rue de Grenelle 7 in einer Wohnung für Reiche. Meine Eltern sind reich, meine Familie ist reich, und meine Schwester und ich sind folglich potentiell reich. Doch ich weiß schon lange, daß die Endstation das Goldfischglas ist, die Leere und der Unsinn des Erwachsenenlebens. Warum ich das weiß? Der Zufall will, daß ich sehr intelligent bin. Außergewöhnlich intelligent sogar. Daher habe ich meinen Entschluß gefaßt: Am Ende dieses Schuljahres, an meinem dreizehnten Geburtstag, werde ich Selbstmord begehen.”

Renée über Paloma:
„In der Familie Josse gibt es auch die jüngere Tochter, Paloma, die so diskret und diaphan ist, daß mir fast scheint, ich sehe sie nie, obschon sie jeden Tag zur Schule geht. (…) Gewisse Kinder haben die schwierige Gabe, die Erwachsenen erstarren zu lassen. Nichts in ihrem Benehmen entspricht den Normen ihres Alters. Sie sind zu gesetzt, zu ernst, und gleichzeitig schrecklich geschärft. Ja, geschärft. Während ich Paloma mit größerer Wachsamkeit betrachte, entdecke ich eine schneidende Schärfe, einen eisigen Scharfblick, den ich nur für Zurückhaltung hielt, sage ich mir, weil es mir unmöglich war, mir vorzustellen, daß die triviale Colombe einen Richter der Menschheit zur Schwester haben könnte.“

 

Kakuro Ozu – der neue Bewohner

Renée über Monsieur Ozu:
„Der Neue ist ein Herr von etwa sechzig, sehr präsentabel und sehr japanisch. Er ist eher klein, schlank, mit Falten, aber klaren Gesichtszügen. Seine ganze Person strahlt Wohlwollen aus, doch ich spüre auch Entschlossenheit, Heiterkeit und einen beachtlichen Willen. (…) Er ist sehr schön. Er trägt einen Anzug, zusammengesetzt aus einem anthrazitgrauen Sakko mit Stehkragen und farblich abgestimmtem Posamentenverschluß und einer dazu passenden geraden Hose, sowie Slipper aus weichem Leder, die wie Luxuspantoffeln aussehen..“


Kater Leo

Renée über ihren Kater Leo:
„Meine Katze heißt Leo wegen Tolstoi. Die vorherige hörte auf Dongo wegen Fabrice del. Die erste trug den Namen Karenina wegen Anna, aber ich rief sie nur Kare, aus Angst, daß man mich entlarvte.”

„Ich gehe jeden Tag zum Metzger und kaufe eine Scheibe Schinken oder eine Schnitte Kalbsleber, die ich in meinem Einkaufsnetz zwischen das Paket Nudeln und den Bund Karotten klemme. Willfährig stelle ich diese Lebensmittel der Armen zur Schau, die sich durch das schätzenswerte Merkmal auszeichnen, daß sie nicht riechen. Mit ihnen nähre ich das gängige Klischee und gleichzeitig Leo, meinen Kater, der einzig von diesen Mahlzeiten fett ist, die eigentlich mir zugedacht wären, und der sich den Bauch geräuschvoll mit Schweinernem und Buttermakkaronis vollschlägt, während ich meine eigenen kulinarischen Neigungen befriedigen kann.”

Monsieur Ozu über Leo:
"Oh, was für ein Prachtstück! Man könnte meinen ein Sumo!"

 

Das Stadtpalais

Rue de Granelle 7
Die Rue de Grenelle 7 ist ein schönes herrschaftliches Stadthaus mit Innenhof und Innengarten, aufgeteilt in acht exquisite Luxuswohnungen, alle bewohnt, alle gigantisch.

In dem Stadthaus wohnen:

Parterre, Pförtnerloge: Renée und Leo

Im 1. Stock: Familie de Broglie 
Der Ministerialrat de Broglie ist so konservativ, daß er Geschiedene nicht grüßt. Sein Frau Bernadette trägt gern Kostüm und Perlenkette, hat verkniffene Lippen und eine ganze Schar Enkelkinder, die alle Grégoire oder Marie heißen. Die de Broglies leisten sich den Luxus, ihr blattvergoldetes Klo von der portugiesischen Putzfrau Manuela säubern zu lassen.

Im 2. Stock: Anne-Hélène Meurisse mit Familie und ihr Whippet-Weibchen Athene, das einem mit einer beigefarbenen Lederschicht überzogenen Skelett gleicht, sowie die hysterische Jacinthe Rosen mit Familie, die spricht, als ob sie eine Schabe im Mund hätte, und einen Haushalt führt, in dem alles doppelt vorhanden ist.

Im 3. Stock wohnen die Saint-Nices, deren Tochter Olympe gerne Tierärztin spielt und die Familie des aufgeblasenen Anwalts Badoise samt Cockerspaniel Neptun und der Tochter Diane, einer blonden Magersüchtigen, die Burberry Regenmäntel trägt und in Assas Rechtswissenschaft studiert, um mit anderen Jurastudentinnen und Besitzern von Cockerspaniels Rallyes zu organisieren.

Im 4. Stock: Die Wohnung der Arthens.
Pierre Arthens, der Papst der französischen Gastronomiekritiker, liegt im Sterben. Er hat zwei Töchter, von denen Clémence, die ältere, beschlossen hat als Inkarnation der Frustration durchs Leben zu gehen. Jean, der Benjamin, ist rauschgiftsüchtig und auf dem besten Weg, ein Wrack zu werden.

Im 5. Stock: Palomas Familie
Die Familie Josse ist die Familie von Paloma. Ihre Mutter Solange meint immer noch Sozialistin zu sein, ihr Vater ist Abgeordneter und Rugbyfan, Colombe, ihre ältere Schwester, die sich stets wie eine abgebrannte Bohemienne kleidet und Studentin ist. Ihre Katze heißt Constitution, ein reizendes kleines Tier mit karamelfarbenem Fell und lila Sohlenballen.

Im 6. Stock: Familie Pallière.
Sabine Pallières ist die Frau eines Moguls der Rüstungsindustrie und die Mutter eines Idioten in einem tannengrünen Dufflecoat namens Antoine.

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