»Ein Buch über Depression, das hoffentlich nicht deprimierend ist.«

Wenn Sie Ihr Buch ›Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben‹ in drei Sätzen beschreiben sollten, was würden Sie sagen?

Es ist ein Buch über Depression, das hoffentlich nicht deprimierend ist. Es ist teilweise ein Ratgeber (obwohl ich den Ausdruck nicht besonders mag), teilweise ein Überblick über die Krankheit Depression, teilweise meine Lebensgeschichte. Es ist dasjenige meiner Bücher, bei dem ich wirklich stolz bin, dass ich es geschrieben habe.

Für wen haben Sie das Buch geschrieben? Wer sollte es lesen und warum?

Es ist für Menschen, die an Depression und Angststörungen leiden, und für alle anderen, die mehr über diese unsichtbaren Dinge erfahren wollen. Es ist eigentlich für jeden!

Was unterscheidet ›Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben‹ von anderen Büchern zum Thema Depression?

Es ist keine wissenschaftliche Abhandlung. Ich wollte ein so ehrliches und persönliches Buch schreiben, wie es mir nur möglich war, und es sollte ganz schlicht und klar geschrieben sein. Es hat kurze Kapitel, Listen, ein Kapitel, das nur aus Tweets besteht. Im Grunde versuche ich darin, mit mir selbst im Alter von 24 Jahren zu sprechen, als die Krankheit mich fast so weit brachte, von einer Klippe zu springen. Es musste also ganz direkt sein.

Wie waren die Reaktionen der Leser und der Menschen in Ihrem persönlichen Umfeld auf das Buch?

Es ist ganz unglaublich, so viele und gute Reaktionen hätte ich nie erwartet. Jeden Tag bekomme ich E-Mails und Tweets von Lesern, die mir schreiben, wie sehr ihnen mein Buch geholfen hat. Meine Eltern waren ein klein wenig besorgt, welche Wirkung das Ganze auf mich haben würde, aber es ist eine sehr positive Erfahrung für mich gewesen.

Auf Ihrem Twitterkanal @matthaig1 schreiben Sie ganz offen über das Thema Depression und sind dabei auf eine überwältigende Resonanz gestoßen. Welche Rolle spielt für Sie das Internet beim Austausch mit Lesern und Betroffenen – sowohl als Autor als auch ganz persönlich?

Ich glaube, gerade wenn es um psychische Probleme geht, kann das Internet sehr befreiend sein. Es bietet den Leuten die Möglichkeit, anderen ihre Erfahrungen mitzuteilen, darüber zu sprechen. Twitter ist für einen Schriftsteller etwas ganz Natürliches. Es besteht aus Worten. Es ist nichts anderes als Kommunikation.

Haben Sie mit dem enormen Erfolg dieses Buches gerechnet?

Nein, das kam völlig unerwartet. Niemand hätte gedacht, dass ein kleines Buch über Depression eine solche Wirkung haben würde. Es war das erste Buch, das ich schrieb, weil mich jemand dazu aufgefordert hat, eine Schriftstellerkollegin. Ich weiß nicht, ob ich ohne diese Aufforderung genug Mut dafür gehabt hätte. Und auch meine Follower auf Twitter haben mich immer enorm bestärkt.

Ganz aktuell in diesem Moment: Ein oder mehrere ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben?

Menschen. Liebe. Die Zukunft. Möglichkeiten. All die unbekannten Momente, die noch erlebt werden wollen. Das Wissen, dass ich, wenn die Depression wiederkommt, sie überstehen werde. Das Wissen, dass ich größer bin als die Depression. Ich bin der Himmel. Die Depression ist nur die Wolke.

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