»Ich mag schlecht gelaunte Möpse prinzipiell lieber als gut gelaunte Unternehmensberater.«

1. In Ihrem neuen Buch geht es um einen sprechenden, übellaunigen Mops und einen Unternehmensberater, der überraschend einen Scherzartikelladen erbt. Wie kommt man auf solche Ideen?

Eigentlich möchte ich über meine Betriebsgeheimnisse nicht sprechen … aber ich mache mal eine Ausnahme. Ganz ehrlich? So genau kann ich das im Nachhinein auch nicht mehr sagen. Es dürfte der Mischung aus eigenen Erlebnissen, meiner bisweilen mir davonlaufenden Fantasie, eigenen Wünschen (und Träumen), dem inneren Bedürfnis, endlich mal eine Geschichte zu schreiben, in der gezaubert wird und wahrscheinlich auch dem zeitweisen Genuss von spanischem Rotwein geschuldet sein. Der Mops lief mir zu (gedanklich), weil diese Hunderasse etwas ganz Spezielles an sich hat, und der Scherzartikelladen? Nun, wie sich herausstellt, ist es ja keiner, zumindest nicht, wie es der erste Eindruck vermuten lässt. Beruflich bedingt hatte ich früher viel mit Unternehmensberatern und deren verbalen Stilblüten zu tun. Mir fiel keine charakterlich weniger kommode Ausgangsposition für meinen Protagonisten ein, von der es sich zu befreien galt, als diese. Ich mag schlecht gelaunte Möpse prinzipiell lieber als gut gelaunte Unternehmensberater.

2. Loriot sagte, »ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos« – wie sehen Sie das? Besitzen Sie selber einen Mops?

Nein, ich habe keinen Mops, und auch wenn ich im Laufe meines bisherigen Lebens jahrelang mit diversen Hunden zu tun hatte (ich weiß also, wovon ich spreche, wenn ich von Gassi, Leinen, Näpfe, Sabbern, Tierärzte, Sitz, Platz und Trockenfutter schreibe!), war nie ein Mops darunter gewesen. Im Nachhinein bedauerlich, vielleicht wäre ich wie Loriot auch nie wieder davon losgekommen? Wer weiß? Doch aus meiner aktuellen  Perspektive muss ich dem Großmeister des feinsinnigen Humors in diesem Punkt widersprechen, denn ein Leben ohne Mops ist sehr wohl möglich und über weite Strecken erscheint mir meines sogar sinnvoll.

3. Ihre Comedy-ReiheElchscheiße‹, ›Kaimankacke‹ und ›Rentierköttel‹ ist abgeschlossen. Vermissen Sie Torsten und Rainer manchmal? Wie ist jetzt Ihr Verhältnis zu Lennart Malmkvist und dem Mops Bölthorn?

Wenn ich sie so vermissen würde, hätte ich wohl besser einen vierten Teil schreiben müssen. Nein, ich vermisse sie nicht wirklich. Sie leben ja in uns weiter. Abgesehen davon treffe ich von Zeit zu Zeit immer wieder Menschen, bei deren Anblick mir die eine oder andere Figur aus der vorherigen Komödientrilogie sofort in den Sinn kommt. Von daher: Sie hatten Ihren Auftritt, nun sind Lennart, Bölthorn, Isaksson, Maria und Buri Bolmen dran, die ich allesamt sehr ins Herz geschlossen habe, was man dem Text auch anmerken dürfte.

4. Ihr neues Buch entführt uns einmal mehr in den Hohen Norden, es spielt wieder in Schweden, diesmal in Göteborg. Skandinavien hat es Ihnen besonders angetan?

Selbstverständlich! Ich habe dort sechs Jahre gelebt. Wer Schweden, bzw. den Hohen Norden nicht mag und dem nichts abgewinnen kann, der hält so etwas nicht durch, dafür war es zu einsam und so ganz anders als bei uns. Ich fahre auch heute noch immer wieder gerne hin, ob als Urlauber oder zur Recherche; ein guter Freund von mir ist gerade dorthin ausgewandert. Von Skandinavien geht eine ganz spezielle Faszination aus, weshalb sonst feieren die vielen Regiokrimis oder auch mein dtv-Autorenkollege Jussi Adler-Olsen so große Erfolge und das schon seit langem? Viel Land, eine teils beeindruckende Natur, wenig Menschen, Licht, Dunkelheit, Wikinger, Stille, Wasser, das Raue und das Mystische, all das macht den Norden so interessant und geheimnisvoll.

5. Wie geht es weiter mit Lennart Malmkvist und dem Mops Bölthorn?
Na, ich hoffe erfolgreich und unversehrt! Ich will nicht zu viel verraten, aber im nächsten Teil wird es um einen Mann gehen, der eine Puppe besitzt und diese behandelt, als sei sie seine Ehefrau, wofür er im ganzen Ort als Verrückter abgetan wird. Dass bei ihm ein Geist wohnt, der es in sich hat, und das nur Lennart ihn von diesem befreien kann, weiß ja niemand. Dafür kann ihn der bizarre alte Mann überraschenderweise in der Kunst der Magie unterrichten. Das ist auch bitter nötig, denn Lennarts großer Gegner, Olav Krähenbein, wird weiter versuchen, an Macht zu gewinnen, und ihm ist dazu wirklich jedes Mittel recht. Bölthorn wird Lennart zur Seite stehen, und nach und nach verdichtet sich in Lennart die Erkenntnis, dass sein ganzes Leben mit all dem zusammenhängt, was gerade Unwirkliches und Unglaubliches um ihn herum geschieht. Ach, und gut gekocht und gegessen wird natürlich auch wieder. Genügt das als grober Ausblick?

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